Erzwungene Abtreibung

06. Februar 2019 19:08; Akt: 06.02.2019 19:18 Print

Schlamperei führt zu teilweisem Freispruch

Das Basler Strafgericht sprach einen 26-jährigen Kosovaren vom Vorwurf des strafbaren Schwangerschaftsabbruchs frei. Die Ehefrau verstrickte sich in zu viele Widersprüche.

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Der Prozess um die ­angeblich gegen den Willen der Ehefrau vorgenommene Abtreibung eines Kindes, endete gestern mit einem Freispruch. Der Ehemann, ein 26-jähriger Kosovare, wurde allerdings wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung zum Nachteil seiner Frau zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Das Gericht rügte in der Urteilsbegründung die «schlampige Ermittlungsarbeit» der Kriminalpolizei, die den Fall ins Rollen brachte. Diese habe nicht einmal das Alibi der mitbeschuldigten Mutter des Angeklagten überprüft. ­Zudem wurde bei der Ersteinvernahme des Beschuldigten, die erst geschlagene zwei Jahre nach Eingang der Anzeige erfolgte, die notwendige Verteidigung versäumt, womit die Aussagen ­unverwertbar wurden. «Das ist unglaublich», so Gerichtspräsident René Ernst.

Gynäkologin widersprach Klägerin

Zudem hatte das Gericht erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen der Ehefrau, die sich in «bemerkenswerte Widersprüche» verstrickte. Auch die Gynäkologin widersprach ihren Aussagen und verwies darauf, dass sie der Kosovarin auch die Ultraschallbilder bei der Untersuchung gezeigt hatte. Dass die junge Frau also keine Ahnung von ihrer Schwangerschaft gehabt haben soll, war für das Gericht vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich.

Für einen Schuldspruch habe das Fundament dann einfach zu viele Löcher gehabt, führte Ernst aus. Zudem fehlten schlicht Beweise, die die Aussagen der Klägerin hätten untermauern können. Nicht zuletzt auch wegen Versäumnissen während der Ermittlungen.

(lha)