Bluttat in Basel

22. März 2019 18:29; Akt: 22.03.2019 18:29 Print

«Viele weinten, andere spielten Fussball»

Nach der tödlichen Attacke auf einen 7-jährigen Buben sind die Schüler schockiert. Sie verarbeiten die Trauer auf verschiedene Art und Weise.

Simon Thiriet vom Erziehungsdepartement Basel-Stadt sagt, wie die Schüler trauern. (Video: maz)
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Nach der tödlichen Messerattacke einer 75-jährigen Schweizerin auf den 7-jährigen I. M.* vom Donnerstag in Basel sind Fassungslosigkeit und Betroffenheit gross. An einen normalen Schultag war am Freitag in Basel nicht zu denken.

Seit dem frühen Morgen legen Schulkinder, Eltern und Lehrpersonen diverse Blumen, Kerzen und Zeichnungen am Tatort nieder. In den Basler Schulen wurde die brutale Tat thematisiert und es wird versucht, diese mit den Kindern einzuordnen und aufzuarbeiten. Im Gotthelf-Schulhaus, wo I. in den Unterricht ging, war die Trauer besonders gross.

Den ganzen Tag Gespräche

Die Reaktionen der Schüler seien ganz unterschiedlich gewesen, sagt Simon Thiriet vom Erziehungsdepartement Basel-Stadt (siehe Video). «Viele haben geweint und waren sehr traurig. Andere spielten Fussball, wie sie das immer machen. Das ist auch eine Variante, mit dieser schrecklichen Tat umzugehen und sie zu verarbeiten», so Thiriet. Für Lehrer wie Schüler sei ein Care-Team vor Ort gewesen. Die Spezialisten des Schulpsychologischen Diensts hätten die Schulklassen betreut. Die Eltern seien bereits am Tag der Tat noch per Brief informiert worden.

«Im Unterricht wurde den Kindern genügend Zeit eingeräumt, Fragen zu stellen und den Vorfall zu diskutieren», sagt Thiriet weiter. Je nach Alter der Schüler habe dies kürzer oder länger gedauert. Bei der Primarklasse von I. dauerten die Gespräche den ganzen Tag. Wie die Lehrpersonen mit der Klasse die schreckliche Tat thematisierten, sei ihnen überlassen. «Bei Bedarf können sie auf das Care-Team zurückgreifen. Die Fachleute sind heute noch im Einsatz, ab Montag können sie noch punktuell beigezogen werden.»

Thiriet betont, er wie auch die Schulverantwortlichen seien sprachlos über diesen unvorstellbaren Vorfall. «Wir alle haben so etwas noch nie erlebt. Es ist schwierig, die Gefühlslage in Worte zu fassen. Soweit man jetzt weiss, geschah die Tat ja völlig zufällig. Eine traurige Einzeltat, die nichts mit dem Schulweg zu tun hat.» Ob nun Sicherheitsmassnahmen nahe der Schule ergriffen werden müssten, müsse zuerst analysiert werden.

(maz)