Arlesheim BL

11. Juli 2014 06:05; Akt: 11.07.2014 06:05 Print

Schulleitung sabotiert coolen Schülerstreich

von Valeria Happel - Ohne Rücksicht zerstörten Schulleiter einer Sekundarschule in Arlesheim mit einer Schere die mühevoll errichteten Installationen einer Abschlussklasse. Nun herrscht Empörung.

storybild

Die Schüler beim Aufbau ihrer Installation. (Bild: zvg)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Enttäuschung war riesig, als die Schüler der Abschlussklasse A4a am 4. Juli an der Arlesheimer Sekundarschule eintrafen. Ihr Abschlussstreich wurde von der Schulleitung gnadenlos sabotiert – so berichtete das «Wochenblatt».

In die Vorbereitungen hatten die Schüler viel Zeit und Arbeit gesteckt. Nicht nur die Eltern und Klassenlehrer, sondern auch die Gemeindepolizei und die Feuerwehr wurden in die Aktion eingebunden. Sogar an die Entsorgung des Mülls hatten die Schüler gedacht. Dies alles brachte dennoch nichts. «Wir konnten unsere Installationen nicht einmal im fertigen Zustand sehen», beschwerte sich eine Schülerin.

Schnüre und abwaschbare Farben

Dass Schulleiter keine Fans der alljährlichen Abschlussstreiche sind, ist kein Geheimnis. Allerdings fallen diese auch in der Regel nicht ganz so harmlos aus, wie es am letzten Freitag an der Sekundarschule der Fall war. Sofort denkt man an groteske Schmierereien, verklebte Schlösser und nicht mehr benutzbare Toiletten. Eine Bassin-Schnur-Landschaft, zwei durch die Feuerwehr befüllte Sommerpools und einige von der Polizei geprüfte, abwaschbare Farbstifte wie in Arlesheim sind im Vergleich wohl noch harmlos.

Co-Schulleiterin Sabine Pfeifer war da anderer Meinung, als sie die Beckenkonstruktion eines Pools mit einer Schere zerstörte. Das Becken habe einer Schülerin im Rollstuhl den Weg versperrt. Zuvor hatte sie das erste Becken beseitigen lassen sowie die Blache des zweiten Sommerpools so umgelegt, dass das Wasser ablaufen konnte. Als der leitende Hausabwart Roland Baumgartner die Beckenkonstruktion wiederhergestellt hatte, griff die Schulleiterin schliesslich zu einem drastischeren Mittel und griff zur Schere.

Ein Zettel fehlte

Schulleiterin Sabine Pfeifer wollte sich auf Anfrage des «Wochenblattes» nicht zu den Vorfällen äussern. Stattdessen stellte sich Co-Schulleiter Simon Esslinger den Fragen nach den Beweggründen zum Abbau der Installationen.

Laut Esslinger habe schlichtweg ein Zettel von den Schülern mit dem Hinweis gefehlt, dass die Schüler die Installationswerke wieder abbauen würden. Für die Schüler habe er Verständnis. Auf die Frage, ob die Schulleitung überreagiert hätte, sagte Esslinger weiter: «Die Leichtigkeit hat in diesem Moment gefehlt.»