«Who is Who in Basel»

07. Dezember 2015 05:47; Akt: 07.12.2015 05:47 Print

Scientology-Boss in Basels Promi-Himmel gewählt

Das Magazin «Who is Who» wählt jährlich die prominentesten Basler Persönlichkeiten. Die aktuelle Ausgabe überrascht und führt auch den umstrittenen Scientologen Patrick Schnidrig auf.

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Das neunköpfige Komitee des prominenten Nachschlagewerks «Who is Who in Basel» hat entschieden und die 200 prominentesten Persönlichkeiten von Basel dieses Jahres auserkoren. Darunter sind FCB-Supertalent Breel Embolo, Miss- Schweiz-Kandidatin Monika Buser oder Roche-CEO Severin Schwan. Pikant: Auch der umstrittene Scientology-Kirchenchef Patrick Schnidrig ist auf der Liste vertreten. Genauso wie seine «Nemesis» Thomas Erlemann, der grösste Scientology-Bekämpfer der Stadt.

Erlemann seinerseits hat gemischte Gefühle zur Aufnahme in den Promi-Zirkel. «Einerseits freue ich mich natürlich», sagt er. «Andererseits ist es ein Skandal. Ein Scientologe hat auf dieser Liste meiner Meinung nach nichts verloren», betont er. «Er war selber nie in den Medien. Er hat nichts Positives für die Stadt Basel getan», so Erlemann weiter. Er habe seine Kritik zur Wahl bereits bei Herausgeber Fabian Schwarzenbach an der Afterparty im Hotel Les Trois Rois deponiert.

Wahl wurde hitzig diskutiert

Der Basler Medienwissenschaftler und Journalist Schwarzenbach löste im Sommer dieses Jahres den Gründer und bisherigen Herausgeber Eugen Baumgartner ab. Er kann die Reaktionen zur Wahl des Scientology-Chefs durchaus nachvollziehen. «Die Personalie Schnidrig wurde von der Jury bereits im Vorfeld hitzig diskutiert», sagt er. Einige aus Schwarzenbachs Umfeld denken, dass die ganze Angelegenheit dem Magazin schaden könnte. Nicht einmal er selber goutiert den Entscheid des Komitees.

Ausschlaggebend für die Wahl des «Sektenchefs» sei laut Schwarzenbach aber der aktuelle Konflikt im Iselin-Quartier. Zwar sei Schnidrig im Vergleich zu seinem grössten Gegner Erlemann nie gross in der Öffentlichkeit aufgetreten. «Er hat aber im Hintergrund die Fäden gezogen», so Schwarzenbach. «Er konnte die Regierung überzeugen, dass Scientology als eine religiöse Gemeinschaft definiert wurde», begründet Schwarzenbach.

Patrick Schnidrig war am Sonntag nicht für eine Reaktion zu erreichen.

Wie Uriella und Mike Shiva

Für Sektenexperte Georg Otto Schmid sind «Radikale auf Promi-Listen keine Neuheit». Als Beispiele nennt er Mike Shiva und Uriella. Medial könne er den Entscheid des Magazins zwar nachvollziehen. Ethisch sei es aber unhaltbar. «Ich würde Scientology-Mitglieder auf keinen Fall in so eine Wahl einbinden», so Schmid. Ein falscher Eindruck der öffentlichen Akzeptanz mache sich sonst breit und das sei gefährlich. Trotzdem habe er keine Bedenken, dass der «Sektentempel» im Iselinquartier nun mehr Zulauf kriegen werde.

(cs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sugus-ch am 07.12.2015 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht gar nicht

    Ich bin auch der Meinung das ein Scientology Boss diese Aufmerksamkeit nicht bekommen darf.

    einklappen einklappen
  • mac am 07.12.2015 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen interessiert es, ABER...

    ... Scientology gehört null Anerkennung und darf nicht unterstützt werden! ... Gehirnwäsche sollten wir noch von den 1930er-1945er-Jahren kennen!

  • Peter Meier am 07.12.2015 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    Cervelat-Promis

    Damit man 200 Promis findet in BS müssen halt schon auch nebst der B, die C und D-Garde sowie Wurst-Promis herhalten. Ich hätte da auch noch die nette Dame von er Theke in der Bäckerei am Bankverein zur Wahl ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paolo am 08.12.2015 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Basel

    In Basel dürfen am Claraplatz auch Hetzblätter gegen Ungläubige verteilt werden, alles mit dem Segen der Regierung. Ein jeder hat die Regierung die es verdient. Basel war mal eine lebenswerte Stadt. Schade drum.

  • panthomas am 08.12.2015 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle aus dem gleichen Verein!

    Kann ich mir vorstellen, die gehören sicherlich alle in den gleichen Verein!

  • MAM am 08.12.2015 00:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auflage

    Ist Schwarzenbach etwa auch ein Scientologe, oder hat er politisch richtig kalkuliert um die Auflage zu erhöhen?

  • Migu am 07.12.2015 23:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der kennt doch kein Mensch

    Who is Who, was? was soll das sein? Scientdoogy kenne ich nicht.

  • Mary schliifer am 07.12.2015 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plattform

    Genau und die Presse macht fröhlich mit, steigert die Auflage Keine Plattform wäre eindeutig angebrachter