Falsche Polizisten

15. November 2019 04:51; Akt: 15.11.2019 04:51 Print

Selbst gut ausgebildete fallen auf Betrüger rein

Reihenweise fallen Basler auf Falsche Polizisten herein. Es sei verheerend, sagt die Staatsanwaltschaft. Wie können Banken die Opfer vor Betrügern schützen?

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Am Mittwoch ging eine 84-jährige Seniorin in Basel einem falschen Polizisten auf den Leim. 35'000 Franken übergab sie in einem Restaurant einem Unbekannten, bevor ihr dämmerte, dass sie Opfer eines Verbrechens wurde. Es war der dritte Fall in drei Tagen, den die Basler Staatsanwaltschaft vermeldete. «Es ist verheerend», sagt Kriminalkommissär Peter Gill. Wie kann es sein, dass Senioren reihenweise unbehelligt hohe Bargeldbeträge am Bankschalter beziehen? Das Bankenpersonal ist schon seit Jahren für die Betrugsthematik geschult und die Risikogruppen sind bekannt. «Unsere Mitarbeitenden sprechen Kunden aktiv an, wenn ihnen einen Transaktion verdächtig vorkommt», sagt Monika Dunant, Sprecherin der Basellandschaftlichen Kantonalbank. Gleiches hört man auch bei der Basler Kantonalbank. «Wir konnten mit diesen Massnahmen in der Vergangenheit schon mehrmals Schäden bei unseren Kunden abwenden und stehen in engem und regelmässigen Kontakt mit der Kantonspolizei», führt Sprecher Patrick Riedo aus. Banken können im Verdachtsfall allerdings nicht selbst die Polizei avisieren, weil dies das Bankkundengeheimnis verletzten würde. Man dürfe den Banken nicht die Hautpverantwortung geben, sagt Peter Burri Follath von Pro Senectute Schweiz. In der Plicht stunden auch Familie, Freunde oder sogar Nachbarn. «Von allen ist eine erhöhte Sensibilität im Alltag gefragt», sagt er. Betroffene selbst sollten sich auf ihr Bauchgefühl verlassen und selbst beim kleinsten Verdacht den Notruf 117 wählen.

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Am Mittwoch ging eine 84-jährige Seniorin in Basel einem falschen Polizisten auf den Leim. 35'000 Franken übergab sie in einem Restaurant einem Unbekannten, bevor ihr dämmerte, dass sie Opfer eines Verbrechens wurde. Es war der dritte Fall in drei Tagen, den die Basler Staatsanwaltschaft vermeldete. «Es ist verheerend», sagt Kriminalkommissär Peter Gill.

Wie kann es sein, dass Senioren reihenweise unbehelligt hohe Bargeldbeträge am Bankschalter beziehen? Das Bankenpersonal ist schon seit Jahren in der Betrugsthematik geschult und die Risikogruppen sind bekannt. «Unsere Mitarbeitenden sprechen Kunden aktiv an, wenn ihnen einen Transaktion verdächtig vorkommt», sagt Monika Dunant, Sprecherin der Basellandschaftlichen Kantonalbank. «Wir raten Kunden auch, sich unbedingt mit der Polizei in Verbindung zu setzen.»

Nicht nur Banken in der Verantwortung

Gleiches hört man auch bei der Basler Kantonalbank. «Wir konnten mit diesen Massnahmen in der Vergangenheit schon mehrmals Schäden bei unseren Kunden abwenden und stehen in engem und regelmässigen Kontakt mit der Kantonspolizei», führt Sprecher Patrick Riedo aus. Banken könnten im Verdachtsfall allerdings nicht selbst die Polizei avisieren, weil dies das Bankkundengeheimnis verletzten würde.

Wäre es denkbar, dass Angehörige der Risikogruppe bei hohen Bargeldbezügen einen Fragebogen oder eine Checkliste ausfüllen müssten? «Ein solcher Ansatz wäre zu prüfen», sagt BLKB-Sprecherin Dunant.

Man dürfe den Banken aber nicht die Hautpverantwortung geben, sagt Peter Burri Follath von Pro Senectute Schweiz. In der Plicht stunden auch Familie, Freunde oder sogar Nachbarn. «Von allen ist eine erhöte Sensibilität im Alltag gefragt», sagt er. Betroffene selbst sollten sich auf ihr Bauchgefühl verlassen und selbst beim kleinsten Verdacht den Notruf 117 wählen.

Gut ausgebildete und gut situierte Opfer

Bei den Opfern von falschen Polizisten, handelt es sich längst nicht nur um Betagte. «Jeder fünfte, vor allem ab dem Alter von 55 bis 65 Jahren, war in irgend einer Art bereits einmal Opfer von einer Betrugsmasche. Es handelt sich dabei eher um gut ausgebildete und situierte Menschen», weiss Burri. «Das macht die Fälle teilweise von aussen betrachtet so absurd.» Viele der Opfer würden sich dann schämen, dass sie auf solch eine Weise in ihrem Alter noch betrogen wurden. Deswegen würden Betroffene oft gar nicht erst darüber sprechen, was den Austausch und die Sensibilisierung erschwere.

«Menschen geben teilweise ihr ganzes Vermögen weg», sagt Kriminalkommissär Peter Gill. Die Täter sind gewieft in der Gesprächsführung und agieren hoch professionell. Am Telefon setzen sie ihre Opfer rasch unter Druck. Gill spricht von einer «ausgesprochen perfiden Masche». Er erinnert zudem daran, dass die echte Polizei nie Geld verlangen würde.

(mhu/lha)