Basel

19. April 2010 22:55; Akt: 19.04.2010 23:37 Print

Sextäter durch Anwohner überführt

von Anna Luethi - Ein 45-jähriger Marokkaner musste sich am Montag vor Gericht verantworten: Er soll unweit der Kaserne eine Frau vergewaltigt haben.

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Ein kopfschüttelnder Mann und eine schweigende Frau: Das Basler Strafgericht konnte den beiden Beteiligten der gestrigen Verhandlung nur wenig entlocken. Einem in Frankreich lebenden Marokkaner wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 17. November 2009 beim Klingentalweglein eine Frau mehrfach sexuell genötigt und vergewaltigt zu haben.

Im Laufe des Verfahrens ­erzählte er unterschiedliche Versionen seiner Sicht der Dinge – am Montag gab er zu Protokoll, die Frau habe ihn zum Oralsex gedrängt. Dieser kam nicht zustande: «Wenn es nicht funktioniert, ist es kein Verkehr für mich», so der Mann. Das Opfer wollte frühere Angaben zum Tathergang nicht bestätigen: Die Frau reagierte auf keine Fragen und verliess den Gerichtssaal nach minutenlangem Schweigen.

Aufschlussreicher war der Notruf eines Anwohners: Im Hintergrund sind immer wieder Hilfeschreie der Frau zu hören. Von seinem Fenster aus hatte er den Tatort beobachtet: «Das sah klar nach erzwungenem Oralsex aus», so der ­Zeuge. Der couragierte Mann trennte das rangelnde Paar und verfolgte den Täter durchs Kleinbasel – im Pyjama, per Handy mit der Polizei verbunden. Für seinen Einsatz erhielt er von der Staatsanwaltschaft eine Belohnung. Das Urteil wird heute gefällt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Müller am 20.04.2010 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wurde das Opfer vielleicht vom Täter

    unter Druck gesetzt? Falls der Mann schuldig ist, kann man nur hoffen, dass er nach verbüsster Strafe ausgeschafft wird - aber nach Marokko, nicht nach Frankreich!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Müller am 20.04.2010 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wurde das Opfer vielleicht vom Täter

    unter Druck gesetzt? Falls der Mann schuldig ist, kann man nur hoffen, dass er nach verbüsster Strafe ausgeschafft wird - aber nach Marokko, nicht nach Frankreich!