Hölstein BL

17. April 2019 11:58; Akt: 17.04.2019 11:58 Print

Sicherheitsdienst büsste reihenweise Trauergäste

Gnadenlos wurden Gäste einer Trauerfeier auf dem Hölsteiner Friedhof gebüsst, weil sie ihre Parkscheiben nicht gestellt hatten. Das geht sogar dem Pfarrer zu weit.

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Während einer Beerdigung werde sicher nicht kontrolliert, soll ein Gemeindemitarbeiter einem Trauergast gesagt haben. Weit gefehlt. Als die Trauergesellschaft von der Abdankungsfeier auf dem Hölsteiner Friedhof zum Parkplatz zurückkehrte, fanden rund 15 Gäste ihr Auto mit einem Bussenzettel vor, heisst es in einem Bericht der «bz Basel» vom Mittwoch. Der Parkplatz gehört zur blauen Zone und die Gebüssten hatten es versäumt, ihre Parkscheibe zu stellen.

Ein aufgebrachter Leser erhebt darin Vorwürfe an die Gemeinde. Man sei verarscht worden, schrieb er der Zeitung. Der Vorfall selbst datiert auf den 8. Februar. Mehrere der Gebüssten wurden deswegen bei der Gemeindeverwaltung vorstellig. Der Gemeinderat konnte die Bussen allerdings nicht zurückziehen. «Aus Gründen der Rechtsgleichheit», wie Gemeindeverwalter Fritz Kammermann gegenüber der «bz Basel» erklärte. Die Strassenverordnung gelte für alle, auch für Gäste einer Beerdigung.

Der Gemeindeverwalter dementiert aber, dass seine Angestellten den Trauergästen gesagt hätten, dass nicht kontrolliert werde. «Das kann ich mir nicht vorstellen», wird er zitiert. Die Mitarbeiter des Werkhofs hatten an jenem Tag Autofahrer auf den Friedhofsparkplatz gelotst, weil ein anderer öffentlicher Parkplatz nicht benutzbar war.

Pfarrer fordert «mehr Sensibilität»

Rechtslage hin oder her: Das Gebaren des Sicherheitsdienstes, der im Auftrag der Gemeinde Parkbussen verteilte, geht selbst dem Pfarrer zu weit. «Bei solchen Anlässen könnte etwas mehr Sensibilität angebracht sein», sagt Roland Bressan von der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Bennwil-Hölstein-Lampenberg. Er werde mit dem Gemeinderat das Gespräch suchen.

(lha)