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23. Mai 2019 17:51; Akt: 23.05.2019 17:51 Print

Sie (14) machte Beziehung zu ihm (31) publik

Ein heute 35-jähriger Schweizer wurde vom Baselbieter Strafgericht wegen sexueller Handlungen mit einem Kind verurteilt. Das Opfer hatte die «Beziehung» auf Facebook öffentlich gemacht.

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Der Schweizer (35) muss für dreieinhalb Jahre hinter Gitter, aber erst, nachdem er sich einer stationären Therapie wegen seiner Pädophilie unterzogen hat. Das entschied das Baselbieter Strafgericht am Mittwoch, 22. Mai.

Der Verurteilte war im Alter von 28 Jahren eine sexuelle Beziehung mit einer damals elfjährigen Deutschen eingegangen. Zwischen den beiden kam es auch zu Geschlechtsverkehr im Haus ihrer Eltern in Deutschland und bei gemeinsamen Ferien in der Türkei.

Sowohl der Täter wie auch das Opfer bezeichneten während dem Verfahren die intimen Kontakte als einvernehmlich. Das Mädchen machte gar mehrfach auf Facebook publik, dass sie nun mit dem Mann in einer Beziehung sei.

Wegen Kinderpornos ins Visier geraten

Den Behörden war der Baselbieter spätestens seit 2012 wegen Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie bekannt. Die Rede ist von tausenden von Dateien, die er in «massiven Umfang» heruntergeladen und weitergeleitet hat.

Seinem Treiben wurde erst 2017 definitiv ein Ende gesetzt, nachdem israelische Behörden die Schweizer Bundespolizei informierten, dass er einen Mann dazu angestiftet hatte, dessen dreijährige Tochter zu missbrauchen. Das Gericht taxierte es als «den schwerwiegendsten Fall der gesamten Anklage».

In Deutschland vor Strafe nicht sicher

Das Gericht glaubte dem Pädophilen, dass es in der Schweiz zu keinem Geschlechtsverkehr zwischen ihm und dem Mädchen kam. Doch bei schwerwiegenden Delikten kann Schweizer Recht auch auf Verbrechen, die im Ausland begangen werden, angewandt werden, wie der Gerichtspräsident festhielt. Deswegen wurde er für die sexuellen Handlungen mit dem Opfer, bevor es 15 war, entsprechend verurteilt.

Allein für seine Taten hätten ihm viereinhalb Jahre Freiheitsstrafe geblüht. Das Gericht hielt ihm aber unter anderem seine schwere Kindheit, seinen Willen zur Therapie sowie sein umfängliches Geständnis zugute. «Wir hoffen, dass die stationäre Massnahme so positiv verläuft, wie der Eindruck, den sie hinterlassen haben», so der Richter.

Obwohl es das Ziel der Therapie ist, dass er mit seiner Pädophilie «sozialverträglich» umzugehen lernt, wurde neben dieser und der dreieinhalbjährigen Freiheitsstrafe auch ein lebenslanges Berufsverbot mit Schutzbedürftigen verhängt. Zudem muss der Verurteilte die Verfahrenskosten von knapp 100'000 Franken tragen.

*Name der Redaktion bekannt

(las)