Entgleister ICE

16. September 2019 15:34; Akt: 16.09.2019 16:11 Print

Dieses Unglück kann wieder so passieren

Eine Weiche war schuld an der Entgleisung eines ICEs im Februar 2019 in Basel. Zu diesem Schluss kommt die Sust in ihrem Bericht. Das Problem besteht noch immer.

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Denkbar sei, dass ein einfacher Vertipper schuld daran ist, dass am 17. Februar 2019 ein ICE in Basel entgleiste. Das schreibt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust), die den Vorfall überprüfte, in ihrem Bericht, der am Montag veröffentlicht wurde. Es gebe keine Hinweise auf ein technisches Problem.

Der gut 250 Meter lange ICE war mit 240 Passagieren von Berlin nach Basel unterwegs. Nachdem der Zug die Rheinbrücke überquert hatte, sprang der hintere Zugteil auf ein anderes Gleis als der vordere.

Dadurch zerstörte der zweigleisig fahrende Zug auf einer Strecke von rund 900 Metern Weichen, Gleise und Sicherungseinrichtungen. Der Lokführer bemerkte das Malheur erst, als der Fahrtwiderstand anstieg und der Zug zu rütteln anfing. Sofort hielt er den Zug an. Nur wenige Meter vor einer Betonmauer kam der Zug zum Stehen.

Stellwerk bemerkte den Fehler

Die Unfallstelle lag im Zuständigkeitsbereich der Deutschen Bahn, die Zugspitze befand sich nach der Notbremsung allerdings schon im Zuständigkeitsbereich der SBB, hält der Untersuchungsbericht fest.

Diese Zuständigkeiten dürften beim Unfall selbst eine grosse Rolle gespielt haben. Zwar sei der zuständigen Fahrdienstleitung der Deutschen Bahn aufgefallen, dass die Weiche falsch gestellt gewesen sei. Mitteilen konnte sie das dem Lokführer jedoch nicht mehr, weil dieser auf diesem Teil der Strecke bereits im Funksystem der SBB fuhr.

Die Sust kritisiert genau das in ihrem Bericht. Die Betriebsführungs- und Funkbereiche seien nicht deckungsgleich. Die Funkumschaltungsstellen seien zu überdenken und allenfalls anzupassen.

(kom/sda)