Bahnunterbruch

02. Juli 2015 13:57; Akt: 02.07.2015 14:27 Print

Sommerhitze verbiegt Schienen der SBB

Die Hitzewelle hat den Bahnverkehr im Laufental lahmgelegt: Ein Gleisstrang hatte sich so stark verbogen, dass die Züge umgeleitet wurden.

storybild

Gluthitze auf den Schienen: Ein Wagen der SBB kühlt ein Bahngleis mit Wasser. (Bild: Keystone/Urs Flüeler/Archivbild)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit der nachmittäglichen Gluthitze von um die 35 Grad hatten sich die Schienen zwischen Duggingen und Grellingen an einer Stelle rund 30 Millimeter seitlich verschoben, wie ein SBB-Sprecher am Donnerstag zur Nachrichtenagentur SDA sagte. Direkt auf dem Bahnschotter könne es bis zu 65 Grad heiss werden.

Ein Lokführer habe die Abweichung gesehen und gemeldet, worauf der Abschnitt sofort überprüft wurde. Andere Male reichte eine Temporeduktion oder eine Kühlung der Schienen durch den Löschzug, doch hier entschieden sich die SBB um 18.08 Uhr, den Bahnverkehr zu unterbrechen.

Die ICN Basel–Biel wurden über Olten umgeleitet, die S-Bahn zwischen Aesch und Grellingen musste mit Bussen ersetzt werden – bis um 1.00 Uhr. Das führte zu Verspätungen.

«Sehr seltener Vorfall»

Ein Sicherheitsrisiko bestand laut dem Sprecher jedoch nicht. Die Lokführer, die ihre Strecken kennten, spürten und sähen solche Anomalien. Das Schienennetz mit landesweit 7000 Kilometern Gleis werde zudem «nahtlos» kontrolliert.

Solche «Schienenverwerfungen» kämen im Schnitt sechs-, siebenmal im Jahr vor – jeweils im Hochsommer. Das sei also «ein sehr seltener Vorfall». Die derzeitige Hitzewelle scheint indes noch einige Tage anzuhalten, und die Temperaturen nehmen eher noch zu.

Waren Schienen früher aneinandergeschraubt, so sind sie heute verschweisst, womit das Rattern beim Überfahren wegfällt. Die so endlosen Schienen dehnen sich in der Hitze aber aus, in Kurven nach aussen. Das ist so lange kein Problem, als der Unterbau mit Schwellen und Schotter diese Elastizität aufnehmen kann. In Grellingen war es nun aber zu viel.

Über Nacht erledigt

Deshalb wurde kurzfristig schweres Gerät vor Ort beordert, um die Schienen gleich zu ersetzen. Die Schienen samt Betonschwellen wurden auf einigen Dutzend Metern aus dem Schotter gehoben und durch neue ersetzt. Nach Mitternacht war dann wieder alles im grünen Bereich.

Der nun betroffene Streckenabschnitt war erst 2014 nach einer umfassenden Erneuerung wieder eingeweiht worden. Laut dem Sprecher kommen Schienenverwerfungen unabhängig vom Alter des Gleisoberbaus vor, der aus Schienen, Schwellen und Schotter besteht.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carlo am 02.07.2015 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Wie machen es denn die Bahnen in Italien oder Spanien wo es noch viel öfter so heiss ist zudem erst noch teilweise wesentlich schneller gefahren wird. (bis 300 km/h)

    einklappen einklappen
  • Iceman am 02.07.2015 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eiszeit!

    Kein Problem, mit den verbesserten Löhnen der Oberen lassen sich die Geleise locker mit Trockeneis kühlen.

  • DerEine am 02.07.2015 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Auf die Plätze...

    Na los Leute, schon wieder ein Grund für euch gegen die SBB zu wettern! Neuer Beitrag, neues Glück!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bodo Haudruff am 03.07.2015 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Der...

    Meyer wird's schon richten....

  • Wilhelm Pavicsits am 03.07.2015 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Die "Brenngläser am Himmel" sind es!

    Wenn sich die Schienen verbiegen, der Asphalt in die Höhe hebt, das Armaturenbrett "glühend" heiß wird und die Menschen einen Sonnenbrand oder Hitzeschlag erleiden, sind es die "Brenngläser bzw. Brennspiegel am Himmel", in der Optik der strahlend weißen Kondensstreifen und hohen dünnen - auch nur als weißer Schleier wahrnehmbaren - Wolken, die zusätzlich zur heißen Luft auftreten und uns die Erde zur "Hölle" machen.

  • Giro Flex am 03.07.2015 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    SBB und die Ausreden

    Seltsam, in unseren südl. Nachbarländer ist es ja viel heisser. Unser Schinenmaterial ist einfach zu alt und der Unterhalt wurde über Jahre vernachlässigt so sieht es aus. Preise hoch und aleter Schrott im Schotter.

    • Maya boesch am 03.07.2015 15:42 Report Diesen Beitrag melden

      Nostalgie Fuzzi

      Müssten die nutzer den realen preis bezahlen, was 1 fahrt effektiv kostet, würde keiner mehr die öffentlichen nutzen... ein hoch auf die autosteuer und sonstigen verlogenen umweltabgaben auf benzin, damit die öffentlichen überhaupt nocherneuerungsarbeiten tätigen können....so siehts nämlich aus!

    einklappen einklappen
  • Maik am 03.07.2015 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    Pseudosatz?

    Warum wurde den etwas unternommen, wenn "Ein Sicherheitsrisiko bestand laut dem Sprecher jedoch nicht". Das Risiko wäre eine Entgleisung, sonst hätte man die Schiene doch nicht ersetzt?

    • Arnim am 03.07.2015 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Anomalie ungleich Sicherheitsrisiko

      Der Artikel erklärt doch die Entstehung von Gleisverwerfungen ganz gut... Solange die Wärmeeinwirkung anhält, solange steigen die Spannungen im Gleis und beim Überfahren der Stelle kommen weitere (dynamische) Belastungen hinzu. Die Maßnahmen waren also nötig, um ein weiteres Ansteigen der Spannungen zu verhindern, damit die Gleisverwefung nicht lebensgefährliche Dimensionen erreicht. Mit anderen Worten: Es ging darum, daß sich eine Anomalie nicht zu einem Sicherheitsrisiko auswächst.

    einklappen einklappen
  • Andy am 03.07.2015 00:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Temperaturunterschied

    Das Problem ist weniger die Hitze sondern mehr der Temperaturunterschied, da es in der Schweiz im Winter -15 Grad und im Sommer bis 40 Grad warm werden kann ist das schlimmer als in Spanien wo die Temperaturen zwischen 5 Grad und 45 Grad liegen.