Familiennachzug

15. Mai 2012 22:33; Akt: 16.05.2012 00:41 Print

Souad darf nicht zu ihrer Familie

Ein Ehepaar erhebt schwere Vorwürfe gegen die Basler Behörden: Ihre 15-jährige Tochter dürfe zu Unrecht nicht aus Marokko in die Schweiz einreisen. Das Basler Migrationsamt wiegelt ab.

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Rabia Benhassoune und Hans Peter Stauffer mit den beiden Söhnen. (Bild: sup)

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Der in Basel lebende Hans Peter Stauffer (51) und seine marokkanische Ehefrau Rabia Benhassoune (34) sind fassungslos: Vor kurzem hat das Amt für Bevölkerungsdienste und Migration ihren Antrag auf Nachzug der in Marokko lebenden Tochter Souad (15) abgelehnt. «Wir können den Entscheid nicht verstehen und fühlen uns der Willkür der Behörden ausgesetzt», so der Touristikkaufmann Stauffer.

Analphabetismus als Nicht-Einreisegrund

Das Mädchen sei kurz nach der Geburt vom leiblichen Vater entführt und erst 2011 nach langer Suche wieder gefunden worden. Seither versucht das Ehepaar erfolglos, die Tochter per ­Familiennachzug zu sich und ihren ­beiden gemeinsamen Söhnen Younes (3) und Elyas (6) nach Basel zu holen. «Die Behörden wollen nicht einmal mit uns sprechen und ihre Begründungen sind fadenscheinig», sagt Stauffer. So werde der negative Entscheid etwa mit dem Analphabetismus der Tochter ­begründet, obwohl Souad Arabisch schreibe.

Die Familie gibt nicht auf

Laut Michel Girard, Leiter des Migrationsamts, hat das Amt korrekt und nach geltenden gesetzlichen ausländerrechtlichen Bestimmungen gehandelt: «Bei 650 Gesuchen pro Jahr können wir nicht alle Gesuchsteller zu einem persönlichen Gespräch einladen», begründet er. Für das Ehepaar ist der Fall aber noch nicht abgeschlossen: «Jeden Tag fragt Souad am Telefon, wann sie zu uns kommen darf. Ihr Traum ist es, hier zu studieren», so Benhassoune. Die Familie gibt die Hoffnung nicht auf: «Notfalls ziehen wir mit unserem Anliegen bis nach Strassburg.»

(sup/lua/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 16.05.2012 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich

    Bedenklich, bedenklich die Aussagen mancher User hier. Hier möchte ein junger Mensch zu seiner Mutter, seinen Geschwistern und nicht einfach mal in ein schönes Land um seinen dunklen Geschäften nachzugehen oder Asyl zu bitten für eine Zeit lang. Asylanten aber nehmen wir auf u wenn sie was anstellen, werden sie mit Samthandschuhen angefasst u wenn ein CHer was dazu sagt, wird er als Rassist beschimpft, aber eine Tochter auf der Suche nach ihrer Mutter wird verwehrt. Das Amt mag nach den Buchstaben korrekt gehandelt haben, frag mich nur, warum handelten sie bei Asylanten nicht auch so korrekt?

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  • Susanne Reich am 16.05.2012 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Lehrmaterial?

    Gibt es für dieses Mädchen keine Möglichkeit - mindestens mit Lehrmaterial - ein wenig Französisch zu lernen? Würde ich tun, wenn ich in einem bestimmten Land studieren möchte. Die Eltern könnten ja sicher etwas Lehrmaterial übermitteln. Schlecht scheint es ihnen nicht zu gehen.

  • Aufrechter Bürger am 16.05.2012 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Lebensmittelpunkt ist Marokko.

    Das Migrationsamt hat Recht. Die Mutter hat damals die Tochter willentlich zurückgelassen. Das Mädchen ist in Marokko gross geworden, hat dort seine Bezugsfeld und würde in der CH innert kurzer Zeit verinsamen. Sie kann auch in Marokko studieren und wenn sie Volljährig ist einnen eigenen Visumsantrag einreichen. Die andere Möglichkeit ist, die Familie reist ebenfalls nach Marokko aus und die Zusammenführung ist gemacht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • auch Schweizerin am 18.05.2012 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    ...und schon gar keinen Baslerdialekt

    sprechen hier in der Schweiz noch viele. Ich spreche ihn auch nicht:-))) Soll das wirklich ein Grund sein? Es gibt Schweizer Bürger, die erleben schon einen gewaltigen Kulturschock wenn sie nur in einen anderen Kanton kommen. Also bitte, was gibt den einen das Recht, in der Schweiz sein zu dürfen und den anderen nicht? Was habt ihr denn geleistet, dass ihr in der Schweiz geboren wurdet? Zumal das Mädchen infolge der Entführung nicht hier ist, ist es doch reine Arroganz, ihr die Einreise zu verweigern.

  • Elodie am 18.05.2012 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hat schon seine Begründung

    Es ist einfach, das Migrationsamt anzugreifen. Die können es keine Recht machen. Dabei haben sie schon einen Punkt. Was mich aber erstaunt ist: warum kann das Mädchen nicht französisch? Das lernt man dort in der Schule, und das wäre eine unserer Landessprachen. Ich habe eine Arbeitskollegin, die in Marokko aufgewachsen ist und eine 15-jährige Schwester dort hat. Die lernt in der Schule französisch.

  • Hans Christoffel am 16.05.2012 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Da kommt mir die Galle hoch

    Unglaublich. Das 16-jährige Mädchen, das hier eine Familie und die Mutter hat, darf nicht rein. Der Vorwurf von Analphabetismus ist unhaltbar. Nur weil jemand eine andere Sprache schreibt, ist er nicht ein Analphabet. Da sie aus Marokko kommt beherrscht sie bestimmt auch die französische Sprache, also ein unserer Landessprache. Aber halt lieber echte Analphabeten als Wirtschaftsflüchtlinge reinlassen, das passt zu diesen Ämtern.

  • J. Meyer am 16.05.2012 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich

    Bedenklich, bedenklich die Aussagen mancher User hier. Hier möchte ein junger Mensch zu seiner Mutter, seinen Geschwistern und nicht einfach mal in ein schönes Land um seinen dunklen Geschäften nachzugehen oder Asyl zu bitten für eine Zeit lang. Asylanten aber nehmen wir auf u wenn sie was anstellen, werden sie mit Samthandschuhen angefasst u wenn ein CHer was dazu sagt, wird er als Rassist beschimpft, aber eine Tochter auf der Suche nach ihrer Mutter wird verwehrt. Das Amt mag nach den Buchstaben korrekt gehandelt haben, frag mich nur, warum handelten sie bei Asylanten nicht auch so korrekt?

    • Ricardo Granda am 16.05.2012 19:04 Report Diesen Beitrag melden

      Armselig

      Das ist nicht bedenklich, sondern armselig, dass von zwölf Kommentatoren, mindestens fünf, nicht begreifen wollen, dass eine Mutter, ihre aufgetauchte Tochter, bei sich haben möchte! Da wird sogar von Kulturschock geredet, als wäre das Mädchen von Primaten aufgezogen worden. Ist es möglich, dass die steigende Arroganz, den Leuten glauben lässt, sie seien die einzig richtig denkenden Menschen?

    • Paul am 17.05.2012 15:44 Report Diesen Beitrag melden

      Teter

      Danke fuer diesen Kommentar. Bin auch so schockiert ueber diese Aussagen die mann hier liest...traurig..traurig....

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  • Aufrechter Bürger am 16.05.2012 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Lebensmittelpunkt ist Marokko.

    Das Migrationsamt hat Recht. Die Mutter hat damals die Tochter willentlich zurückgelassen. Das Mädchen ist in Marokko gross geworden, hat dort seine Bezugsfeld und würde in der CH innert kurzer Zeit verinsamen. Sie kann auch in Marokko studieren und wenn sie Volljährig ist einnen eigenen Visumsantrag einreichen. Die andere Möglichkeit ist, die Familie reist ebenfalls nach Marokko aus und die Zusammenführung ist gemacht.