Binningen BL

25. Februar 2019 17:44; Akt: 25.02.2019 18:38 Print

Spiki lag nach Vergiftung über 30 Stunden im Koma

Labrador-Rüde Spiki landete nach einer Vergiftung in der Tierklinik. Seine Halterin vermutet, dass ihr Hund einen vergifteten Köder gefressen hat.

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Die Schreckensmeldung von der Vergiftung des Labrador-Rüden Spiki verbreitete sich am Montag wie ein Lauffeuer. Spikis tief besorgte Halterin C. A.* warnte in einem Facebook-Post vor möglichen Giftködern zwischen der Binninger Höhe und dem Allschwilerwald, wo ihr Hund am Freitag unterwegs war, als er sich lebensgefährlich vergiftete.

Der Post wurde innert eines Tages über 2000 Mal geteilt. Die Anteilnahme am Schicksal des Labrador-Rüden, der in der Tierklinik Basel während über 3o Stunden im künstlichen Koma war, ist gross. «Wir drücken alle Daumen und Pfötchen», schreibt eine Userin. Noch am Montagabend war Spiki in der Klinik. «Er kann noch nicht laufen», sagt die behandelnde Tierärztin Cornelia Schwarz. «Es hat ihn wirklich schwer erwischt, er hätte tot sein können.»

Ob es aber wirklich ein Giftköder war, der Spiki beinahe das Leben gekostet hat, ist unklar. Auch seine Halterin betont, dass es nur eine Vermutung ist. Ausschliessen kann auch die Tierärztin nicht, dass Spiki Opfer eines Tierquälers wurde. Es sei aber eher unwahrscheinlich.

Bei Verdacht sofort zum Tierarzt

Wahrscheinlicher sei, dass irgendeine Form von Abfall die Quelle der Vergiftung ist. Verschimmelte Lebensmittel, eine Substanz, die mit Medikamenten oder Drogen kontamiert war, vieles sei möglich. «Das kommt leider immer wieder vor», sagt Schwarz. Gerade wegen so viel Abfall achtlos in der Natur entsorgt wird, nehmen die Gefahrenquellen zu. «Es muss nicht immer Absicht sein», sagt auch Kantonstierarzt Thomas Bürge. Es sei zudem schwierig, bei solchen Fällen gesicherte Aussagen zu machen.

Meldungen von Giftködern machen indes immer wieder die Runde – vor allem auf Social Media. Dem Tierschutz beider Basel ist ein Fall vor zwei Monaten an der Birs bekannt, den ein Hund nicht überlebte. «Bei Anzeichen von Schwäche oder Erbrechen sollte man sofort zum Tierarzt», rät TBB-Geschäftsführerin Beatrice Kirn. Zudem sollten das Veterinäramt und die Polizei informiert werden.

Ein Post löst noch keine Ermittlung aus

Der Fall von Spiki ist bei der Baselbieter Polizei noch nicht aktenkundig. Obwohl entsprechende Meldungen bereits auf Facebook kursierten. Polizeisprecher Adrian Gaugler stellt klar: «Nur weil wir in einem Facebook-Post markiert wurden, werden wir nicht von uns aus tätig. Dafür muss man immer noch aktiv zu uns auf den Polizeiposten kommen.» Spikis Halterin sagte auf Anfrage, dass sie auf jeden Fall noch Anzeige erstatten werde.

Generell raten Polizei und Kantonstierarzt zur Zurückhaltung mit Posts auf Social Media. Wenn man sich nicht wirklich sicher sei, solle man die Bevölkerung lieber nicht verunsichern. A. war auch selbst überrascht, wie rasch ihr Post verbreitet wurde. «Ich wollte nur zur Vorsicht aufrufen», sagt sie.

*Name der Redaktion bekannt.

(lha/jes)