Geheime Verhandlungen

02. Januar 2015 09:43; Akt: 02.01.2015 09:43 Print

Spitäler beider Basel diskutieren über Fusion

Hinter den Kulissen wird über eine Fusion des Universitätsspitals Basel mit dem Kantonsspital Baselland verhandelt. Das sollte erst nach den Wahlen im Baselbiet publik werden.

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Gibt es schon bald ein Universitätsspital beider Basel? Die Verwaltungsräte von USB und KSBL sollen in geheimen Verhandlungen stehen. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

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Vorderhand sind das Universitätsspital Basel und das Kantonsspital Baselland Konkurrenten im liberalisierten Spitalmarkt. Seit die Patienten selbst wählen können, wo sie sich behandeln lassen wollen, buhlen Spitäler und Kliniken um die Gunst der Kranken und Versehrten. In der Region Basel sind dies auf kleinem Raum gleich zwei grosse Player, die mehrere Spitäler betreiben. Von der Konkurrenzsituation scheinen sie nun, wenige Jahre nachdem sie verselbständigt wurden, genug zu haben.

Hinter den Kulissen verhandeln das Kantonsspital Baselland (KSBL) und das Universtitätsspital Basel (USB) über eine Fusion. Dies berichtete die «Basler Zeitung» am Freitag unter Berufung auf mehrere voneinander unabhängige Quellen.

Das Ende vom Bruderholz

Eine Fusion würde demnach das Ende des Standorts Bruderholz bedeuten. Für das Spital existieren seit längerer Zeit Neubaupläne. Stattdessen würden die fusionierten Spitäler ihre Mittel für einen Neubau des Klinikums 2 in Basel konzentrieren. Das Projekt kostet Schätzungen zufolge rund 1,35 Milliarden Franken.

Auch ökonomisch könnten aus dem Zusammschluss Vorteile entstehen. Regional gesehen gibt es dem Gesundheitsökonomen Pierre Felder von der Universität Basel zufolge derzeit eine Überkapazität von Betten. Ein effizienter organisiertes Spital mit besserer Auslastung könnte vermutlich mit einer tieferen Baserate operieren. Aus wettbewerbspolitischer Sicht äussert Felder in «Basler Zeitung» allerdings Bedenken gegenüber der Fusion. Im nationalen Konkurrenzkampf um Spitzenmedizinstandorte würde die Fusion den Standort Basel stärken.

Geheimsache bis nach den Wahlen?

Die Fusionsabsichten hätten vor den Baselbieter Wahlen am 8. Februar kaum öffentlich werden sollen. Den sie birgt politischen Zündstoff, vor allem für den amtierenden Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP). Schon die Diskussionen über die Zukunft des Spitalstandorts Laufen machten jüngst deutlich, dass die Bevölkerung sehr sensibel auf einen Leistungsabbau im Gesundheitswesen reagiert.

Der Verwaltungsrat des KSBL äusserte sich in der Basler Zeitung nicht zu den geheimen Verhandlungen. Und auch der Verwaltungsratssekretär des USB liess ausrichten, dass man sich zurzeit nicht zur Fusionsfrage äussere.

(lha)