Grosses Aufräumen in Basel

14. März 2019 10:45; Akt: 14.03.2019 10:56 Print

«Ihr seid die wahren Helden der Fasnacht»

von Lisa Biechele - Mit 250 Personen und 120 Fahrzeugen beendete die Stadtreinigung den Einsatz an der Fasnacht. Über 100 Tonnen Abfall verschwanden innert Stunden von den Strassen.

Während einige Fasnächtler noch immer nicht genug haben, kämpft die Stadtreinigung gegen nasse Räppli. (Video: lb)
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«Das Schlimmste am Aufräumen ist das frühe Aufstehen. Trotzdem sind alle gut drauf und voller Tatendrang. Die Arbeit macht auch Spass», so Stefan Pozner, stellvertretender Leiter der Stadtreinigung am Donnerstagmorgen nach dem Ändstraich. Das Schönste sei, sich nach getaner Arbeit zufrieden wieder ins Bett zu legen.

40 Mitarbeiter der Stadtreinigung haben bereits in der Spätschicht am Mittwochabend mit der Arbeit begonnen. Um 4 Uhr am Donnerstagmorgen standen weitere 250 Einsatzkräfte auf dem Barfüsserplatz, Marktplatz und dem Claraplatz bereit. Kurz nach dem Ändstraich begann vor dem Hintergrund von Trommeln und Piccolos die grösste Aufräum- und Putzaktion des Jahres.

«Ihr macht das super»

«Ihr macht das super. Ich bewundere euch und danke euch sehr. Ihr seid die wahren Helden der Fasnacht», lobte ein Fasnächtler die Schwerstarbeit auf dem Barfüsserplatz. Es ist sprichwörtlich Schwerstarbeit, was die Stadtreiniger leisteten während der Fasnacht. Bis am Mittwoch wurden bereits 163 Tonnen Fasnachtsabfälle aufgeräumt. «Es werden sicher noch einmal weit über 100 Tonnen dazukommen», schätzt Pozner. Von Besen über Schneepflüge bis zum Bagger bot die Stadtreinigung alles auf, was in Basel zur Verfügung steht. Auf dem Messeplatz befand sich die «Räppliburg»: Von diesem Umschlagplatz wurde der Abfall in die Kehrichtverwertungs-Anlage gefahren.

Am späteren Donnertagvormittag war dann ausgezählt. 405 Tonnen Räppli und andere Fasnachtabfälle wurden während der drey scheenschte Dääg insgesamt eingesammelt. Pro Mitarbeiter der Stadtreinigung sind das stolze 1,62 Tonnen.

Aufräumen nach dem Ändstraich

Dass nach der Fasnacht schnell wieder Normalität einkehre und die Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren könnten sei nicht alleine der Stadtreinigung zu verdanken. Man arbeite eng mit der Stadtgärtnerei und weiteren Abteilungen des Tiefbauamts zusammen: «Wenn ein Fahrzeug beispielsweise einen Platten hat oder wir einen verstopften Schacht haben, stehen uns die Kollegen sofort zur Verfügung», so Pozner. Mit vereinten Kräften wurde dafür gesorgt, dass die Hauptachsen für den Tramverkehr ab 6 Uhr wieder frei waren.

Nasse Räppli machen das Aufräumen schwer

Die Arbeit wurde durch den Regen in der vergangenen Nacht erschwert. «Die Räppli sind vollgesogen mit Wasser und dadurch schwer. Sie kleben und das ist natürlich nicht so angenehm wie wenn es trocken wäre», so Pozner. Er sei froh, dass es aufgehört hat zu regnen. Obwohl es teils sehr «gruusig» sei, die Strassen von Räppli zu befreien, wünscht sich Pozner kein Räppli-Verbot: «Fasnacht ohne Räppli kann man sich nicht vorstellen. Das gehört einfach dazu.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Baslerin am 14.03.2019 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was wäre ohne diese Leute

    Tolle Leistung wieder eine saubere Stadt hinzukriegen, aber wenn man alles im Team macht und etwas Stolz auf eine saubere Stadt mitspielt, scheint es zu gelingen

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  • Jones94 am 14.03.2019 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    riesenleistung

    bin kein basler aber wir in zürich sind auch immer wieder von der leistung nach streetparade ect begeistert..danke jungs und mädels von der stadtreinigung.. ihr seid die grössten egal von welcher stadt

  • De Mo am 14.03.2019 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Helden braucht es auch morgen

    weil morgen Freitag wird es nach den hunderten Klima-Demos noch viele viele Reinigungskräfte brauchen. Wetten, die Klimaschützer werden die Strassen zumüllen ..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Abbas schumacher am 15.03.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wind und Plastik...

    Was mir auf der mittleren Rheinbrücke auch aufgefallen ist, es hat viel Konfetti, Däffeli- Plastiksäckchen die durch den Wind in den Rhein geblasen werden, somit landen sie danach im Meer. Was kann man dagegen machen? Als Idee biete ich: Stellt Container auf, wo Cliquen, Private, egal jene ihre leeren Plastiksäcke richtig entsorgen können. (Orte: Da wo Wagen Pause machen, oder an Kreuzungen usw. Wird einer im Comité schon einfallen...;-) ) Wenn man sie entleert, steckt man den Plastik bei sich ein und erst danach ab in den Container. Jetzt wo die Jugend Klima-Demos macht, kann doch auch

    • Räppli am 15.03.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Abbas schumacher

      Die landen im Rechen in Kembs

    • Martial2 am 22.03.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Abbas schumacher

      Möchten Sie auch noch die Räppli an der Basler Fasnacht verbieten, weil sie im Rhein fliegen? Man kann wirklich alles verbieten, das bringt rein nichts!!

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  • Bernd Schwyzer am 14.03.2019 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Schwyzer Bernd

    Ganz toller Umzug mit schönen Masken und viel Konfetti.

  • AsphaltMavic am 14.03.2019 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Leistung

    Super Leistung! Finde es nur schade, dass wir in solch einer Verschwenderischen Gesellschaft uns befinden... So viele Tonnen an "Räppli" für die Tonne... Naturbelastung Ahoi.

  • Manager am 14.03.2019 21:29 Report Diesen Beitrag melden

    Job wie jeder andere

    ich verstehe gerade die Aufregung um diese Arbeit nicht oder gibt es morgen auch einen Artikel über meinen Managerjob? Diese Arbeit resp. der Job ist doch einer wie jeder andere - also nichts spezielles!

    • mensch am 14.03.2019 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Manager

      sie sind gerne eingeladen nächstes jahr dabeizusein und mitzuhelfen. ist sicher eine ganz neue erfahrung für sie. und ja, ich bin seit 28 jahren mit dabei

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  • Carla am 14.03.2019 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke schön

    Bin sehr erfreut, dass es endlich mal einen Artikel über die Göselmänner gibt, ihnen allen ganz herzlichen Dank. Bin Luzernerin und warte nach jeder Fasnacht auf einen solchen Bericht.