In Basel gegen Brücken geprallt

19. Juli 2019 13:59; Akt: 19.07.2019 13:59 Print

Steuerung des Schiffs war ausgefallen

Zum Unfall auf dem Rhein sind neue Details veröffentlicht worden. Nicht der Antrieb sei ausgefallen, wie bisher angenommen, sondern die Steuerung.

Am Donnerstag prallte ein Frachtschiff gegen mehrere Brücken in Basel. Nun ist klar, dass die Steuerung des Schiffes ausgefallen war. (Video: Leser-Reporter)
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Beim Frachtschiff, das am Donnerstagabend, 18. Juli auf dem Rhein in Basel zwei Brücken touchiert hatte, ist nicht der Hauptmotor ausgefallen. Vielmehr habe die Steuerung nicht mehr funktioniert, gaben die Behörden am Freitag bekannt.

Aufgrund dieses Defekts habe das Hauptruder nicht mehr bedient werden können, erklärte ein Sprecher des baselstädtischen Justiz- und Sicherheitsdepartements (JSD) gegenüber Keystone-SDA. Am Donnerstag war man noch davon ausgegangen, dass der Frachter Camaro VI wegen eines Motorenausfalls kaum mehr steuerbar war.

Steuerung des Schiffs war ausgefallen

Untersuchungen im Gang

Wie es zur technischen Panne des in Holland immatrikulierten Containerschiffs kommen konnte, ist laut JSD Gegenstand laufender Untersuchungen. Noch offen ist auch, ob Pfeiler der Mittleren und der Johanniterbrücke vom rund 110 Meter langen und 11,5 Meter breiten Frachtschiff beschädigt wurden. Auch dazu sind Untersuchungen noch im Gang, wie es beim JSD hiess.

In Not geraten war das im Hafen Birsfelden BL rheinabwärts gestartete Containerschiff am Donnerstag um circa 18.30 Uhr, als im Rhein zahlreiche Schwimmerinnen und Schwimmer unterwegs waren. Nachdem der Frachter die zwei Brückenpfeiler touchiert hatte, konnte die Besatzung ihn unterhalb der Dreirosenbrücke mit den Bugstrahlern ans Ufer lenken, wo er gesichert wurde.

Kein Alkohol im Spiel

An Bord des Schiffes hatten sich neben dem Schiffsführer und einem weiteren Besatzungsmitglied auch ein Lotse befunden. Bei allen sei ein Alkoholtest negativ verlaufen, hiess es beim JSD weiter.

Zum Zeitpunkt des Unfalls steuerte der Lotse den Frachter. Ihm dürfte es laut dem JSD-Sprecher zu verdanken sein, dass das kaum mehr steuerbare Schiff nicht zu nahe ans Kleinbasler Rheinufer geriet, wo sich zahlreiche Menschen aufhielten.

Verletzt wurde bei dem Unglück niemand. Auch am Freitag lagen den Behörden keine Angaben über allfällige verletzte Schwimmer vor. Der Zwischenfall in Basel löste rheinabwärts auch im deutschen Weil am Rhein und in der französischen Gemeinde Huningue einen vorsorglichen Grosseinsatz der Rettungskräfte aus.

(las/sda)