Basel

31. Januar 2017 15:18; Akt: 31.01.2017 15:18 Print

Störche überwintern im Schützenmattpark

Nicht alle Störche fliegen zum Überwintern in den Süden; einige bleiben hier und trotzen dem Schnee. In Basel wagt sich eine ganze Gruppe Weissstörche in den Schützenmattpark.

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Für Quartieranwohner ist das gute Dutzend Störche ein gewohnter Anblick: Vor allem am Morgen stehen, picken und stolzieren die gut drei Kilo schweren Vögel mit zwei Metern Flügel-Spannweite und langen roten Beinen auf der grossen Wiese zwischen Old Boys-Sportplatz, Strassen mit Busverkehr und Tramhaltestelle – manchmal nur zwei Meter neben dem Trottoir.

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So sind diese Stadtstörche selbst unter den Schweizer Überwinterern Exoten, denn meist halten sich Störche lieber in freiem Gelände auf. Wenn aber wie jetzt auf den Feldern der Umgebung ungewöhnlich lange Schnee liegt und Eiseskälte herrscht, locken die relative Wärme der Stadt und die dort viel schneller wieder aperen Grünflächen.


Füttern aus Mitleid

Dazu kommt, dass Leute aus dem Quartier sie manchmal aus Mitleid füttern. Davon rät die Vogelwarte Sempach jedoch ab, da Störche auch winters selber zurecht kämen, nicht von Menschen abhängig werden sollten und sonst in für sie suboptimale Gebieten bleiben könnten. Normalerweise leben sie primär von Mäusen, Würmern und Fröschen.

Die Vogelwarte führt das untypische Überwintern in der Schweiz auf ein Wiederansiedlungsprojekt der 1950er-Jahre zurück – zuvor waren die Störche hier ausgestorben. Einige Individuen seien ganzjährig in der Nähe der Auswilderungsorte geblieben, statt nach Südspanien oder Afrika zu fliegen. Andere haben das Verhalten bis heute übernommen.

In Basel kommt der Zoologische Garten dazu, der sehr zentral liegt und seit langem Störche beherbergt – die allermeisten als freie Gäste. Dort brüten im Frühling auch einige Störche, wovon sie sich von den «Zolli»-Besuchenden rundum nicht abhalten lassen. Der Zoo liegt nur gut 500 Meter vom Schützenmattpark entfernt.


Zolli-Effekt

Vor ein paar Jahren habe ein erstes Storchenpaar im Sommer begonnen, in diesem Stadtpark Nahrung zu suchen, sagt Bruno Gardelli, Zoo-Mitarbeiter und Vorstandsmitglied beim Verein Storch Schweiz. Andere Störche – in der Umgebung von Basel hat es eine grössere Population – taten es ihnen gleich, und Futter sei offenbar da.

Früher hatte auch der Zolli «seine» Störche im Winter gefüttert. Seit er darauf verzichtet, sei die Zahl der weissen Fressgäste von einst bis zu 30 auf heute noch ein gutes halbes Dutzend zurückgegangen, heisst es auf Anfrage. Gut denkbar, dass einige davon in den nahen Park umgezogen sind.

Keine Angst vor Hunden

Hunde seien für gesunde Störche mit ihrem langen kräftigen Schnabel übrigens kein Problem – notfalls flögen sie davon. Umgekehrt hätten auch kleine Kinder kaum etwas zu befürchten, sagt Gardelli weiter, da die Vögel normalerweise auswichen, wenn man ihnen zu nahe kommt.

Wenn in den nächsten Tagen mit steigenden Temperaturen der Schnee in der Region Basel schmilzt, dürften die langbeinigen Park-Gäste wieder seltener werden. Landesweit registrierte die Vogelwarte 2015 einen Bestand von rund 400 Paaren in der warmen Jahreszeit.

Dass Störche anpassungsfähig sind, belegen auch jene, die auf dem Weg in den Süden auf spanischen Mülldeponien hängen bleiben: Da ist Futter einfacher zu haben als in Afrika. Nun bemüht sich die EU um die Aufhebung jener offenen Deponien. In Afrika fressen Störche unter anderem Heuschrecken, was Getreide und Viehweiden schützen hilft.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gärtner am 31.01.2017 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöner Anblick :-))

    Am letzten Donnerstag zählte ich mit meiner Tochter in diesem Park 17 dieser Störche... das war wie im Zoli! :-))

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  • sagamol am 31.01.2017 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geburtenrate

    Da wird die Geburtenrate im Baselbiet aber mächtig steigen ;-)

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  • Chris Zeller am 02.02.2017 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Storch

    Autsch!!! Gefahr für Mensch und Umwelt. Sorry, das macht weh. Lesen sie bitte alles. Die Störche gehen den Menschen aus dem Weg. Im übrigen mussen Busse, Trämlis und die Autos wegen Fussgängern und Velofahrern regelmässig Vollbremsungen vornehmen und nicht wegen den Störchen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris Zeller am 02.02.2017 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Storch

    Autsch!!! Gefahr für Mensch und Umwelt. Sorry, das macht weh. Lesen sie bitte alles. Die Störche gehen den Menschen aus dem Weg. Im übrigen mussen Busse, Trämlis und die Autos wegen Fussgängern und Velofahrern regelmässig Vollbremsungen vornehmen und nicht wegen den Störchen!

  • sagamol am 31.01.2017 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geburtenrate

    Da wird die Geburtenrate im Baselbiet aber mächtig steigen ;-)

    • Adebar am 03.02.2017 04:58 Report Diesen Beitrag melden

      @sagamol

      Was hat denn das Baselbiet damit zu tun?

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  • pro Menschenleben am 31.01.2017 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    grosse Gefahr für Mensch und Umwelt

    Wie kann man bitte solche wilde Tiere in der Stadt innen dulden, welche eine Gefahr für Mensch und Umwelt sind??? Ich mag mir gar nicht vorstellen was passiert, wenn ein solches Wildtier ein kleines Baby anfällt und lebensgefährlich verletzt oder gar tötet. Wie viele Schwerstverletzte Menschen wird es geben, wen ein vollbesetztes Tram mit 60 km/h gegen so ein Vogel prallt oder einen Vollstopp reisen muss?

    • Mae am 31.01.2017 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @pro Menschenleben

      Wo bleibt der Verstand? Hab noch nie davon gelesen, dass ein Storch einen Menschen angegriffen hat. Übrigens von Hunden schon. Und eine Vollbremsung im Tram? Dafür brauchts keine Störche, das erledigen schon die Fussgänger.

    • Migu am 31.01.2017 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @pro Menschenleben

      1. Störche greifen keine Menschen an! 2. Tram fährt dort nur 50km/h. (Störche machen mir keine sorgen, Mensch eher) . 3. Was für Film hast du geschaut?

    • f meier am 01.02.2017 06:52 Report Diesen Beitrag melden

      @ pro Menschenleben:

      Wilde sind eine Gefahr für die Umwelt? Auf die Idee muss man erstmal kommen.

    • Adebar am 03.02.2017 04:55 Report Diesen Beitrag melden

      @pro Menschenleben

      Sie verwechseln da was. Störche sind nicht die, die Babies anfallen, sondern die, die selbige bringen.

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  • Gärtner am 31.01.2017 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöner Anblick :-))

    Am letzten Donnerstag zählte ich mit meiner Tochter in diesem Park 17 dieser Störche... das war wie im Zoli! :-))

    • Berner Bär am 01.02.2017 09:03 Report Diesen Beitrag melden

      Herrlich!

      Ein wirklich tolles Bild! - Nur mein Frosch hätte da wenig Freude.

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