Kaiseraugst trauert

12. Februar 2019 16:20; Akt: 12.02.2019 17:53 Print

Storch-Legende Camino stirbt grausamen Tod

Camino der Storch hat seine Heimreise aus dem Süden nicht überlebt. Während seine Fans trauern, freuen sich die Anhänger von Zolli-Storch Lenny auf dessen baldige Ankunft.

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Todesurteil Hochspannungsleitung: Mit nur drei Jahren verunglückte Storchen-Männchen Camino in Spanien wegen einer Stromleitung. Der Storch, der seine Winterruhe im warmen Süden beendet hatte, wurde in seiner Schweizer Heimat Kaiseraugst bereits sehnlichst erwartet.

Camino war ein besonderer Storch. Seit er als Nestling mit sieben Wochen mit einem Peilsender ausgestattet wurde, konnte jedermann im Internet verfolgen, wo er sich gerade befand.

Störche hätten, wie Wildtiere im Allgemeinen, ein riskantes Leben, weiss Bruno Gardelli, Leiter der Storchen- und Vogelpflegestation Möhlin. Wetterumschwünge, Futtermangel, Raubtiere oder von Menschen geschaffene Gefahren wie eben Stromleitungen oder Autos und Züge sorgen dafür, dass jährlich Hunderte Störche sterben. «In der Vergangenheit wurden sogar zwei Störche erschossen. Und das in der Schweiz», sagt Gardelli. Viele Störche werden nach ihrem Tod erst gar nicht gefunden, da sie keinen Sender tragen, der auf ihren Standort schliessen lässt.

«Die Storchen-Population ist fast zu gross»

Nicht so Caminos Kadaver, der in der Nähe der spanischen Mülldeponie Montoliu im Januar aufgefunden wurde. Auf der dieser Müllhalde verbrachte er die Wintermonate, da sich im Abfall der ein oder andere Leckerbissen versteckte.

Trotz überall lauernden Gefahren steht es gut um die Schweizer Storchen, so Gardelli. «Die Population ist fast zu gross», sagt der Storchenvater, der tagein, tagaus über «seine» Tiere Statistik führt. Es gebe Jahre, da schlüpften in Möhlin zehn Junge und dann gebe es Jahrgänge, da zähle seine Station bis zu 30 Küken. «Im Frühling, meist im April, entscheidet sich dann, wie viele durchkommen. Ist der Monat kalt und nass, versaufen die Jungtiere in ihren Nestern. Das ist die natürliche Selektion», so Gardelli.

Urs Wullschleger, der beim Horst in Kaiseraugst wohnt und Camino aufwachsen sah, ist traurig, wie er gegenüber der «bz Basel» sagt. «Auch im Dorf ist die Todesnachricht mit grossem Bedauern aufgenommen worden», sagt er.

Alle warten auf Lenny

Während Caminos Todesnachricht die Kaiseraugster Gemüter betrübt, freuen sich die Basler auf ihren langschnabligen Helden. Lenny, der stets um den 3. Februar seine Heimreise aus dem spanischen Winterquartier Richtung Zolli antritt.

«Lenny hat bald die spanisch-französische Grenze erreicht», informiert der Zolli auf Facebook über seinen rund 16-jährigen Liebling. Frühestens am 14. Februar werde Lenny in Basel einfliegen, weiss Tierpfleger Markus Bracher. Seine Ankunft sei von der hiesigen Temperatur abhängig. «Wenn es hier nochmals kalt wird, bleibt Lenny lieber noch ein bis zwei Wochen in der Camargue. Das macht er immer so, er ist sehr erfahren und gehört eher zu den spät eintreffenden Störchen», so Bracher. Wenn sich Lenny beeilt, hat er Glück: Sein liebster Horst sei zurzeit noch frei.

Lennys Reise kann hier mit nur einem Klick verfolgt werden.

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bölletünne am 12.02.2019 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Storch-Legende Camino stirbt grausamen Tod

    Wenn eine Population zu gross ist, dann ist es nicht die Storchenpopulation, sondern die Menschenpopulation

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  • Normal Mensch am 12.02.2019 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache Mensch!

    Klar, es gibt in jedem Leben ein Risiko aber der Mensch wird das natürliche Risiko der Tiere sehr beeinflussen mit dem Menschen leben hier! Schade, man erfährt immer wieder, es habe zu viel von Ihnen, aber die Menschheit kann und darf sich natürlich ins unglaubliche vermehren! Krass

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  • Cleo am 12.02.2019 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passt auf euch auf

    Alles Gute diesen wunderschönen, stolzen Tieren

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jesses am 13.02.2019 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wichtiges Detail

    Könnte noch bitte jemand in Grossbuchstaben verkünden, dass ja sowieso der MENSCH für alles SCHLECHTE dieser Welt VERANTWORTLICH ist und die Erde ZU GRUNDE richten wird. Menschen sind ja AUSROTTER oder so ähnlich. Ich finde, dass wird in diesem Forum zu wenig betont. Herzlichen Dank.

  • Metzger am 13.02.2019 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Ich frage mich schon lange, wann es endlich ein Storchenmenü im Restaurant gibt, wenn es soviele gibt.

  • Lou am 13.02.2019 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lenny

    Hey,Lenny auf ein gutes 2019!Warten auf Dich...

  • Vater am 13.02.2019 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grausamer Tod

    Natürlich ist es nicht schön, dass ein Tier auf diese Weise sterben musste, aber viel schlimmer ist doch, dass so viele Kinder bei lebendigem Leib zerrissen, zerhackt, mit einer ätzenden Salzlösung übergossen, mit den eigenen Händen erdrosselt, erstickt oder einfach hilflos sich selber überlassen werden. Und das geschieht jährlich millionenfach mit der Erlaubnis des Gesetzgebers!

    • Sonnenschein am 13.02.2019 09:11 Report Diesen Beitrag melden

      Oha lätz

      Was hatten Sie denn zum Frühstück...?

    • monika am 13.02.2019 09:41 Report Diesen Beitrag melden

      Was ist das nur für ein Gesetzgeber????

      Um Gotteswillen in welchem Land passieren solche Vorfälle wie von Ihnen beschrieben waren Sie schon wach als Sie den obigen Bericht gelesen haben?

    einklappen einklappen
  • Das Grosilein am 13.02.2019 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ichliebe seine Flügel

    Ich freue mich auch riesig das er wieder kommt er ist wie ein Bruder für mich ich habe ihm ein Namen gegeben (nicht Lenny) sondern Brüno.