Flughafen

17. Dezember 2008 11:28; Akt: 17.12.2008 11:36 Print

Südanflüge: Frankreich kriegt Besuch vom BAZL

Wegen den umstrittenen Südanflügen auf dem Flughafen Basel-Müllhausen will das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) Anfang nächsten Jahres bei den französischen Behörden vorstellig werden. Das Ziel: Der Anteil der Südanflüge soll gesenkt werden.

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Geprüft werden sollen technische und operationelle Massnahmen zur Optimierung der Südanflüge, wie das BAZL am Mittwoch mitteilte. Die Südanflüge via Instrumentenlandesystem 33 (vormals ILS 34) waren vor Jahresfrist eingeführt worden. Bisher wurde das mit Frankreich abgeschlossene Abkommen für die Benützung des ILS laut dem BAZL korrekt umgesetzt.

Das BAZL hat die Einhaltung des Abkommens im laufenden Jahr bei der französischen Flugsicherung zwei Mal direkt nachgeprüft. Bei den Kontrollen im Mai und im November liessen die Fluglotsen keine Südlandungen vornehmen, wenn die erforderliche Windstärke von mindestens fünf Knoten nicht gegeben war.

Über acht, unter zehn Prozent

Der Anteil der Südanflüge liegt laut dem BAZL im Gesamtjahr 2008 voraussichtlich über acht, jedoch unter zehn Prozent. Gemäss dem Abkommen müssten die Luftfahrtbehörden Frankreichs und der Schweiz bei dieser Quote lediglich die Gründe analysieren.

Damit will sich das BAZL jedoch nicht zufrieden geben. Vielmehr hat das Bundesamt bereits mit den französischen Behörden Kontakt aufgenommen, um an einem Treffen Anfang 2009 Massnahmen zur Reduktion der Südanflüge prüfen. Diese erhöhen im Vergleich zum üblichen Anflugregime die Lärmbelastung für etliche Gemeinden auf Schweizer Territorium.

Regierungsräte begrüssen BAZL-Pläne

Die für den EuroAirport zuständigen Regierungsräte beider Basel zeigten sich am Mittwoch von den BAZL-Plänen erfeut. Sie erwarten, dass zum ersten ILS-Betriebsjahr ein umfassender Bericht vogelegt und im Januar 2009 Bilanz gezogen wird.

In einem gemeinsamen Comuniqué rufen sie zudem in Erinnerung, dass das ILS primär aus Sicherheitsgründen installiert worden sei. Es dürfe nur zum Ersatz des vor 2008 benutzten Sichtflugverfahrens dienen.

(sda)