Erdbeben-Katastrophe

05. April 2019 19:38; Akt: 05.04.2019 19:38 Print

Südkorea-TV beschuldigt Schweizer für Erdbeben

Das südkoreanische Staatsfernsehen ist überzeugt, dass ein Schweizer Geothermie-Experte für das schwere Erdbeben vom 15. November 2017 in Pohang mitverantwortlich ist.

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Die südkoreanische Stadt Pohang an der Ostküste des Landes wurde am 15. November 2017 von einem Erdbeben der Stärke 5,4 auf der Richterskala erschüttert. Das Beben verursachte schwere Schäden an der Infrastruktur und beraubte über 1500 Menschen ihres Obdachs. Es wurden 67 Personen verletzt.

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Nun glaubt das südkoreanische Staatsfernsehen, die Verantwortlichen für die Katastrophe in der Schweiz gefunden zu haben, wie die «bz Basel» schreibt. Ein Kamerateam des Senders KBS habe gar in Basel recherchiert.

Verbindung zu Basler Geothermie-Projekt?

Am 30. März 2019 kam ein internationales Expertenteam zum Schluss, dass ein Geothermie-Experiment in Pohang wahrscheinlich zum Erdbeben geführt hatte. Es wurde Wasser in eine Tiefe von über vier Kilometern gepumpt, um es von der Erdwärme erhitzen zu lassen und so Energie zu gewinnen. Diese Aktivität habe dann die Erschütterungen ausgelöst.

Die Verbindung in die Schweiz soll der Geothermie-Experte Markus Häring sein. Er leitete die Tiefenbohrungen in Basel, die im Dezember 2006 ein Beben der Stärke 3,4 auf der Richterskala auslösten und die Bevölkerung der Region in Angst und Schrecken versetzten.

Doch Häring traf keine Schuld am Vorfall in der Schweiz. Er wurde 2009 vom Strafgericht Basel-Stadt von allen Vorwürfen freigesprochen. Dennoch hat sich KBS auf Häring eingeschossen. Er soll als Berater für die südkoreanische Firma tätig gewesen sein und umgerechnet 190'000 Franken Honorar kassiert haben, wie in der bz weiter zu lesen ist.

Häring dementiert

«Ich hatte nie mit dem Projekt in Pohang zu tun», sagt Häring gegenüber der Zeitung. Man habe dort nichts von den Erfahrungen in Basel gelernt.

Peter Meier, Geschäftsführer von Geo Energie Suisse, geht noch einen Schritt weiter und weist die Schuld den Verantwortlichen vor Ort zu: Die Koreaner hätten gegen ihre eigenen Vorgaben verstossen und 900 bar Druck eingesetzt – dreimal so viel wie in Basel. «Es hätte wahrscheinlich nicht gebebt, wäre mit wesentlich weniger Druck gearbeitet worden», sagt Meier der bz.

(KOM)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hucki am 05.04.2019 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    aber natürlich

    die Schweiz ist eine ideale Melkkuh, es gibt kaum jemand der sich nicht an der Schweiz gesund stossen möchte. Keine Überraschung bei den Bückligen in Bern.Nimmt mich Wunder wenn die Greta mit einer Klage kommt.

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  • Patrick am 05.04.2019 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Geothermie oder Fracking

    ist bereits in den USA bekannt. Da Seismologie immer mehr Erdbeben im Inneren der USA feststellt, obwohl hier keine Plattenverschiebung stattfindet und immer in der Nähe von Fracking-Plätzen

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  • @Papa am 05.04.2019 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz die Weltrütler

    Was ist den bei denen in der Kindheit schiff gelaufen!?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Horst Rüter am 06.04.2019 23:31 Report Diesen Beitrag melden

    Das miserable Gutachten ist schuld

    Nun hat man also Schuldige gefunden. Alle Genannen sind keine Seismologen und keine Experten für induzierte Seismizität und haben sicherlich dazu nicht beraten. Dass sie anderweitig am Projekt beteiligt waren, mag ja sein. Der größere Skandal ist das jetzt veröffentlichte sogenannte Gutachten, das darüber entscheiden sollte, ob das Beben überhaupt mit dem Projekt zu tun hatte. Dieses Gutachten ist fachwissenchaftlich ausgesprochen dürftig. Die beteiligten Wissenschaftler haben nicht den Mut gehabt zu sagen, dass sie es eben nicht wissen. So hätte man sich mal ehrlich machen können. Als Folge s

  • Analyst am 06.04.2019 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Da wird Dir geholfen

    Bevor ihr hier in Endlosdiskussionen verfallt,empfehle ich ich einen seriösen Bericht bei:

  • Martial2 am 06.04.2019 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Ferienland...

    Wenn man nicht mehr weiter weiss, dann sind die Anderen schuld. In diesem Land wäre ich mich nicht so sicher. Wie Japan ist es auch einen Erdbeben Gebiet!

  • Remo am 06.04.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Basel bebt

    Die guten Leute wurden zwar freigesprochen aber z.b in Basel war es ja ziemlich offensichtlich woher die plötzlichen Erschütterungen kamen, natürlich gibt es diese auch auf natürlichem Weg aber so häufig waren die vorher nie und vor allem auch danach blieben die gehäuften Erschütterungen aus, natürlich ist das alles purer Zufall Schweizer und Schweizer Firmen sind immer Fehlerfrei und von Grund auf Ehrlich

  • Basti am 06.04.2019 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Tja so kommt alles mal zurück ob sie's waren oder nicht spielt meiner Meinung nach keine Rolle . Wer in der Lage dafür ist und experimentiert in dieser Richtung ist damit mitverantwortlich !!!