«Kundenunfreundlicher Blödsinn»

11. April 2019 04:45; Akt: 11.04.2019 04:45 Print

So werden Schweizer TGV-Passagiere abgezockt

Absurde Ticketpreise für Schweizer TGV-Kunden: Wer ab Zürich nach Paris reist, fährt billiger als ab Basel. Das Bahnunternehmen hat dafür keine plausible Erklärung.

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Warum kostet eine Reise von Basel nach Paris mit Halbtax 199 Franken, von Zürich nach Paris (im selben Zug via Basel) aber nur 149 Franken? Diese Frage beschäftigt zahlreiche Kunden in der SBB-Community.

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«Hat denn keiner der Verantwortlichen ein Gespür dafür, dass so etwas die Kundschaft hässig macht?», wundert sich ein User über die Preispolitik. «Und warum interveniert die SBB nicht gegen einen solch kundenunfreundlichen Blödsinn?», wundert sich ein anderer.

Zürcher bekommen mehr Zug für weniger Geld

Basler Halbtax-Besitzer kommen billiger weg, wenn sie ihren Platz im TGV nach Paris ab Zürich buchen. Der User illustriert die absurde Preispolitik mit einem Beispiel: «Frau Zürcher und Herr Basler kaufen gleichzeitig im gleichen Laden die gleichen Äpfel. Frau Zürcher zahlt für 4 Kilogramm 14.90. Herr Basler bezahlt für seine 3 Kilogramm Äpfel 19.90. Herr Basler kommt sich zu Recht verschaukelt vor.»

Ähnlich ergeht es Westschweizern: Wer eine Fahrt von Lausanne nach Paris bucht, zahlt mit 113 Franken weniger als für eine Fahrt von Vallorbe VD aus, das an der Grenze zu Frankreich liegt und wo derselbe Zug durchfährt. Letzteres schlägt mit 165 Franken zu Buche.

Preise werden in Frankreich bestimmt

Im Onlineforum erklärt sich die SBB für nicht zuständig: «Die Preise beim TGV werden grösstenteils von Frankreich bestimmt, und daher kann es zu Preisdifferenzen auf den verschiedenen Strecken kommen», heisst es seitens der SBB zu den Anfragen der Kunden.

Auch SBB-Sprecher Christian Ginsig sagt zu 20 Minuten, dass TGV ein eigenständiges Unternehmen ist. «Die Marktpreise werden deshalb von TGV-Lyria definiert», so Ginsig.

Undurchsichtiger Tarifdschungel

«Mit dem Halbtax erhalten die Fahrgäste einen Rabatt auf die Strecke von Zürich nach Basel», erklärt ein Sprecher von TGV-Lyria. Weil das Halbtax aber nur für den Schweizer Streckenabschnitt gelte, könnten Reisende ab Basel nicht davon profitieren. «Die Preise hängen hauptsächlich von Optionen auf Rückerstattung, Umtausch sowie dem Buchungszeitpunkt ab», sagt er.

Wie der Halbtax-Rabatt von 50 Franken auf einer Strecke, die bei der SBB auch ohne Ermässigung nur 34 Franken kostet, zustande kommt, kann das Unternehmen nicht schlüssig erklären, denn im Gegensatz zum fixen Streckentarif der SBB ist die Preisbildung von TGV-Lyria für den Kunden undurchschaubar.

«Können wir keineswegs akzeptieren»

«Eine solche Preispolitik können und wollen wir keineswegs akzeptieren», sagt Karin Blättler, Präsidentin des Verbands Pro Bahn Schweiz. Das Beispiel zeige leider auf, welcher Tarifwildwuchs im öffentlichen Verkehr inzwischen herrsche.

«Das sind auch im Rahmen der Klimadiskussionen falsche Signale, um Leute zum Umsteigen auf den Zug zu gewinnen», mahnt Blättler.

(las/mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin L. am 11.04.2019 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo ist das Problem

    Ist doch einfach, Basler lösen Uhr Ticket ab Zürich und steigen in Basel zu, ich sehe das Problem nicht. Einen Umweg muss deshalb niemand fahren.

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  • AndyZüri am 11.04.2019 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Airlines sind viel Schlimmer

    ist doch kein Problem! einfach Ticket ab Zürich buchen und in Basel einsteigen. bei der Bahn wir man ja nicht erpresst und genötigt wie bei Lufthansa & Co. Dort wird einem die Reise verweigert wenn man das gleiche Spiel machen will, oder die Lufthansa Verklagt sogar einen Reisenden der den letzten Flug nicht angetreten hat und verfallen liess. Bei den Airlines müsste man endlich einen Riegel schieben! Man stelle sich ein Restaurant vor: Man wählt Menü 1 aber will die Suppe nicht, Dann verweigert das Restaurant den Hauptgang und kassiert trotzdem den vollen Betrag!

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  • StanX am 11.04.2019 05:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Fluggesellschaften abgeschaut

    Wer von Mailand nach New York via Zürich fliegt, bezahlt auch weniger als wer direkt ab Zürich fliegt. Mit dem Unterschied, dass der TGV sowieso über Basel fährt. Während beim Flugzeug in Mailand eingestiegen werden muss, dürfte das beim Zug kein Thema sein. Also Ticket ab Zürich lösen, aber erst in Basel einsteigen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • uwepig am 12.04.2019 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Nachfrage, hoher Preis

    ...am Besten über Chur buchen...

  • Thomas Dell am 11.04.2019 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das selbe beim Fliegen

    Lufthansa Flug nach Costa Rica kostet mich in der Business Class weniger wenn ich auch das Flugzeug von Basel nach Frankfurt nehme (ebenfalls Business Class), als wenn ich direkt in Frankfurt einsteige. Naja, mir solls recht sein.

  • Mina am 11.04.2019 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nich doof

    Als Basler bucht man sicher nicht über sie SBB, Frankreich über oui.sncf (App) sowie Deutschland-Reisen direkt über Internet Deutsche Bahn (ab Badischer Bahnhof, nicht Bahnhof SBB).

  • h.p.heusser am 11.04.2019 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klaro

    Zürich - Paris buchen mit Platzreservation. In Basel zusteigen, wo ist das Problem?

  • Reto P. am 11.04.2019 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Falschaussagen von TGV Lyria

    Nein, Herr "Sprecher" von TGV Lyria: Die im Artikel erwähnten Preise hängen NICHT von Optionen auf Rückerstattung etc. ab. 20 Minuten hat Billette mit den exakt gleichen Konditionen verglichen.