Buttersäure gegen Läderach

08. Oktober 2019 17:22; Akt: 09.10.2019 00:19 Print

Täter haben kaum eine Strafe zu befürchten

Nach dem Buttersäure-Anschlag auf die Basler Läderach-Filiale wurden die Basler Strafverfolger nicht tätig. Denn: Ohne Anzeige wird nicht ermittelt.

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Wie 20 Minuten am Sonntag publik machte, bekannten sich Linksautonome zur Buttersäure-Attacke auf die Kleinbasler Filiale des Chocolatiers Läderach. Das anonyme Bekennerschreiben interessiert die Justiz aber noch nicht. Denn bislang ist bei der Basler Staatsanwaltschaft keine Strafanzeige eingegangen, wie die «Basler Zeitung» berichtet.

Die Tat steht in Zusammenhang mit dem Engagement der Eigentümerfamilie Läderach im Verein «Marsch fürs Läbe», der sich gegen Abtreibungen einsetzt. Das Unternehmen stinke zum Himmel, hiess es im Bekennerschreiben. Der Shop war nach der Attacke zwei Tage geschlossen.

Bei Sachbeschädigung handelt es sich um ein Antragsdelikt. Von Amtes wegen wird erst ermittelt, wenn die Täter einen grossen Schaden verursacht haben. Nach herrschender Lehre liegt dieser ab einem Schwellenwert von 10'000 Franken vor. Die Staatsanwaltschaft prüfe gemäss BaZ zurzeit, ob ein Offizialdelikt vorliege.

Spurensuche im Internet schwierig

Sollten es zu Ermittlungen kommen, braucht sich die Täterschaft dennoch kaum Sorgen zu machen. Das Bekennerschreiben dürfte im Internet nur schwer zurückverfolgbar sein. Besonders wenn die Server, auf dem es abgelegt ist, im Ausland sind. Um dann an die Daten gelangen zu können, wäre zunächst ein Rechtshilfeverfahren nötig, sofern mit dem betreffenden Land überhaupt eine entsprechende Vereinbarung existiert.

Ob Läderach noch Strafanzeige erstatten wird, ist unklar. Das Unternehmen bezog dazu auf Anfrage «keine Stellung».

(lha)