Bluttat in Basel

22. März 2019 18:27; Akt: 24.03.2019 08:44 Print

Täterin hatte Schulden und einen Vormund

Die offenbar geistig verwirrte Tätverdächtige war den Behörden bekannt. Die 75-Jährige hatte nach einem Konkurs einen amtlichen Beistand.

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Die Mutter des getöteten I.L.* trauerte am Freitagmorgen, begleitet von Verwandten, am Tatort. Die Täterin, eine psychisch verwirrte 75-jährige Frau, kannte ihr Opfer nicht. Die Frau wohnte bis im Sommer 2018 in einem Appartementhaus in einem angrenzenden Quartier. Dann verliert sich ihre Spur. Die Frau hatte offenbar einen amtlichen Beistand und hohe Schulden. Auf dem Heimweg von der Schule erstochen: Der 7-jährige I.M. Der 7-jährige I.M.* wurde am Donnerstag auf offener Strasse auf brutale Art und Weise getötet. Der 7-jährige I.M. wurde von einer Frau niedergestochen. «Es geht uns ganz schlecht», sagt seine Mutter einen Tag nach der Tat. Emi Salahi hat via Facebbok für Samstag zum Trauermarsch für den getöteten 7-jährigen I.M. aufgerufen. «Ich hatte in den Medien über die schreckliche Tat erfahren und war so erschüttert, dass ich irgendwie helfen wollte», sagt er. Der Marsch soll am Samstag in Basel um 14 Uhr beginnen. «Ich würde gern mit den Teilnehmern vom Schulhaus Gotthelf zum Tatort am St. Galler Ring laufen und dort Kerzen anzünden und Blumen niederlegen», erklärt Salahi. Einen Tag nach der unbegreiflichen Bluttat ist der Tatort am St. Galler-Ring mit Blumen und Trauerbekundungen übersät. Beim St. Galler-Ring in Basel wurde am Donnerstag ein 7-jähriger Bub erstochen. Am Freitagmorgen legen Menschen am Tatort Blumen nieder. Die Trauer um das Opfer eines Messer-Angriffs ist am Morgen nach der Tat gross. Auch Schulkinder trauern um den 7-Jährigen, der von einer 75-jährigen Schweizerin erstochen worden sein soll. Die Trauer um das Opfer eines Messer-Angriffs ist am Morgen nach der Tat gross. Am Freitagmorgen markiert die Polizei vor dem Schulhaus Präsenz. Die 75-jährige Frau hatte sich am Donnerstagabend der Polizei gestellt und angegeben, den Jungen angegriffen zu haben. Bei dem getöteten handelt es sich um einen Kosovo-Albaner. Der Schüler wurde auf offener Strasse getötet. Kurz darauf stellte sich eine 75-Jährige Schweizerin der Polizei. Die Klassenlehrerin fand den Buben, der schwere Verletzungen im Halsbereich aufwies. Die 75-Jährige griff den 7-Jährigen in der Nähe des Gotthelf-Schulhauses an. Der 7-Jährige wurde notfallmässig ins Spital eingeliefert, erlag aber seinen schweren Verletzungen. Die Frau meldete sich bei der Polizei. Am Tatort werden Blumen niedergelegt. Blumen und Kerzen am Tatort. Auch Schulkinder legen Blumen nieder. Weshalb es zur Bluttat kam, ist noch völlig unklar. «Wir sind sehr darauf angewiesen, dass sich Zeugen bei uns melden», sagt die Polizei und die Basler Staatsanwaltschaft.

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Nach der Bluttat im Basler Gotthelf-Quartier, bei der eine 75-jährige Frau einen siebenjährigen Buben mit einem Stich in den Hals tödlich verletzte, bleibt das Tatmotiv weiterhin ein Rätsel. Die mutmassliche Täterin hatte sich Stunden nach der Tat selbst bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Zuvor hatte sie, wie am Freitag bekannt wurde, mehreren Personen und Institutionen von ihrer Tat berichtet.

Ihr Opfer wählte sie offenbar zufällig aus. «Die Frau kannte das Kind nicht», erklärte Kriminalkommissär Peter Gill am Freitag. Die Tatverdächtige ist möglicherweise schuldunfähig. Eine psychiatrische Begutachtung wurde angeordnet. Über eine einschlägige Vorgeschichte oder frühere Behandlungen ist noch nichts bekannt.

Die 75-Jährige ist aber sehr wohl behördenbekannt. Das zeigt eine gemeinsame Recherche von Telebasel und 20 Minuten. Nach einem Konkursverfahren wurde sie spätestens 2008 bevormundet. Sie hatte damals Schulden über 100'000 Franken angehäuft. Wie es dazu kam, ist nicht bekannt. Ebenso ist nicht bekannt, wo sie zuletzt wohnte. Aus einem Appartmenthaus, das gut einen Kilometer vom Tatort entfernt ist, zog sie im Juni letzten Jahres aus. Dann verliert sich die Spur. Auch im Internet hinterliess die Frau mit Wurzeln im Kanton Luzern keine Spuren.

Behörden machen keine Angaben

Wenn sie nach wie einen amtliche Beistand hatte, wäre die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Basel-Stadt für ihre Unterbringung verantwortlich gewesen. Es ist allerdings unklar, wie umfassend die Beistandschaft war. Die Kesb listet vier verschiedene Beistandschaften auf, von der begleitenden bis zur umfassenden, bei der die Handlungsfähigkeit der betroffenen Person praktisch vollständig entfällt.

Die Staatsanwaltschaft kommentierte oder bestätigte die Einzelheiten zur Person der Tatverdächtigen nicht. «Aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens äussern wir uns dazu im Moment nicht», erklärte Peter Gill, der Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft. Auch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Basel-Stadt konnte Angaben zu ihrer Person auf Anfrage weder bestätigen noch kommentieren.

(lha/las)