Mysteriöser Schuss

20. November 2011 23:57; Akt: 23.11.2011 23:26 Print

Tattoo-Studio-Schütze von Polizei verhaftet

Nachdem einer 16-Jährigen am Sonntagabend ins Gesicht geschossen wurde, konnte ein Tatverdächtiger verhaftet werden. Ob die Tat Absicht oder ein Unfall war, ist noch unklar.

Leserreporter müssen an der Feldbergstrasse in einem Internetcafé ausharren - und filmen die Ereignisse. (Video: Leserreporter).
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Nach dem Schuss auf eine 16-Jährige in einem Tattoo-Studio in Basel hat die Polizei am Montag drei weitere Personen verhaftet. Darunter ist der Tatverdächtige, ein 23-jähriger, in der Region wohnhafter Mann aus Angola. Bereits am Sonntagabend waren ein 26-jähriger Mann und eine 18-jährige Frau festgenommen worden. Sie waren beim verletzten Mädchen, als die Einsatzkräfte eintrafen und wurden mittlerweile wieder entlassen.

Der Schuss wurde aus einer grösseren Pistole abgefeuert, die sichergestellt ist und untersucht wird. Wem sie gehört, ist laut Markus Melzl, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft, noch unklar.

Unverzügliche Notoperation

Am Sonntag, kurz nach 22.30 Uhr, war bei der Polizei Basel ein Notruf eingegangen. In einem Tattoo- und Piercingstudio an der Feldbergstrasse liege eine Frau mit einer Schussverletzung. Als die Einsatz- und Rettungskräfte beim Tatort eintrafen, fanden sie die Frau mit einer Schussverletzung im Gesicht.

Die Sanität lieferte das schwer verletzte Opfer unverzüglich in die Notfallstation des Universitätsspitals ein, wo sie sofort notoperiert wurde.

Gehirn nicht verletzt

Am Montagnachmittag war laut dem Sprecher noch völlig offen, ob der Schuss gezielt auf die 16-Jährige abgegeben worden war oder sich beim Herumalbern oder sonst bei einem Unfall gelöst hatte. Die weiteren Befragungen und Untersuchungen sollen die Umstände erhellen.

Das Opfer schwebt mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr. Sein Gehirn wurde durch die Kugel offenbar nicht verletzt. Getroffen wurde der untere Gesichtsteil - die Folgen seien noch offen. Die junge Frau sei aber erheblich verletzt, weshalb sie laut Melzl wohl erst in einigen Tagen zum Tathergang befragt werden könne.

Mehrere Personen machten sich aus dem Staub

Offenbar wurde das Tattoo-Studio abends als Treffpunkt für Junge genutzt. In einem Hinterraum hätten diese dort gemeinsam «gechillt», so Melzl. Die weiteren Verhafteten seien beim Vorfall anwesend gewesen, hätten sich aber vor dem Eintreffen von Polizei und Sanität aus dem Staub gemacht. Nicht anwesend waren der Inhaber und die Angestellte des Tattoo-Studios.

In der Basler Tattoo-Szene war bekannt, dass sich im Studio an der Feldbergstrasse abends Leute zum Abhängen trafen. «Als seriöses Tattoo-Studio kann der Ort nicht beschrieben werden», sagt ein Tätowierer, der anonym bleiben möchte.

(ske/tog/rme/ann/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lenna am 21.11.2011 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo?!

    Ist ein Mädchen jetzt schon etwa selbst schuld wenn es abends angeschossen wird? Halb elf ist zwar spät, aber mit Rebellentum hat das ja nun wirklich nichts zu tun. Und das einzige Mädchen unter 18 mit Tattoos und Piercings wäre sie ja nun wirklich nicht. Bevor man hämische Kommentare schreibt sollte man vielleicht lieber abwarten was genau passiert ist und warum sie dort war. So gefährlich ist Basel ja nun eigentlich nicht, dass man sich dort nach 22.00 Uhr nicht mehr aus dem Haus wagen kann. Der einzige Schuldige ist der Täter, nicht das Mädchen!

  • Tobi am 21.11.2011 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Sehe da kein Problem bei der Uhrzeit

    Ich versteh nicht was da bei 16 Jahren dagegen spricht um 22:30 drausen zu sein. Ich konnte ab 16 Jahren bis 24:00 überall sein. Ist das so krass mit 16 Jahren?

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  • S.R. am 21.11.2011 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Tattoo- und Piercingstudio

    Obowhl das sicher schlimm ist, frage ich mich dennoch, was eine 16-jährige im Tattoo- und Piercingstudio verloren hat!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Diren Ceran am 08.01.2012 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder kommt Rassismus ins Spiel !

    Warum kommt verdammt nochmal wieder das Thema 'ausländer' ? Könnte die ganze Geschichte auch einem Schweizer geschehen? Ich selber habe einen Schweizer Pass aber meine Eltern sind türkischer Herkunft. Also wenn interessiert die Nationalität? Es gibt 100% auch noch mehr so Fälle in dem aber dieses mal Schweizer involviert wahren! Also wenn es eine Strafe gibt entscheidet das der Richter und nicht ihr.

  • joel gilli am 24.11.2011 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    wen interessiert stadt und ort?!

    es mag sein, dass in zürich die meisten gewaltverbrechen geschehen, in basel die einmillionsten! zum einen macht dies die junge Frau auch nicht wieder so schnell gesund und zum anderen liegen alle orte in der schweiz, von der wir (die meisten) staatsbürger oder einwohner sind! was micht viel mehr interessiert: Um wieviel Prozent sind die Gewaltverbrechen gesamtschweizerisch pro Kopf gestiegen in den letzten 20 Jahren und wo liegen die Gründe darin? Meine Thesen: 1. schlechtere Bildung und höhere Arbeitslosigkeit 2. Desintresse am Zusammenleben v. CHern und zu Integrierenden (BEIDERSEITS!

  • brügger fernand am 21.11.2011 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    wohnlich

    Halt da haben doch linke suggeriert Basel sei wohnlich. Ist es eben nicht sondern kriminell

    • Sandra Hammernauer am 24.11.2011 13:49 Report Diesen Beitrag melden

      Leere Behauptungen

      Ist wohl etwas billig mit "Links" vergleichen oder ganz Basel als kriminell abzustempeln. Übrigens sollten die "Rechten" selbst mal über die Bücher. Denn diese haben auch keine Lösung.

    • Rahel am 25.11.2011 11:48 Report Diesen Beitrag melden

      Lösung schon

      Sandra, Lösungen hätten sie schon, aber die werden ja nicht umgesetzt.

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  • n.m. am 21.11.2011 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    illegale waffen sind das problem

    ist ja klar... "...in der Region wohnhafter Mann aus Angola." und alle schreien permanent wegen den armeewaffen. dummerweise scheinen diese leute nicht kapiert zu haben, dass die grössere gefahr von den illegalen waffen ausgeht. ich glaube kaum das dieser mann einen waffenerwerbsschein besitzt, geschweige denn einen beantragen darf. da muss man sich als schweizer fragen: soll ich mir auch eine waffe zulegen?

    • hugo am 21.11.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

      genau

      genau das ist das problem....frage mich schon die ganze zeit warum einer aus angola bei uns eine waffe besitzt....

    • Marco am 21.11.2011 18:19 Report Diesen Beitrag melden

      Gesetzte & Verbote

      Was nützen Gesetzte und Verbote, wenn man/frau sich nicht daran hält...

    • Stefan Huber am 24.11.2011 09:48 Report Diesen Beitrag melden

      Waffen für alle auch keine Lösung

      Und jetzt habt Ihr das Gefühl es wird besser wenn auch noch jeder Schweizer eine Waffe mit sich rumträgt?? Das löst das Problem doch auch nicht, es würde es nur noch schlimmer machen....

    • Ein besorgter Bürger am 24.11.2011 10:41 Report Diesen Beitrag melden

      Fehlschluss

      Nur weil es noch etwas gefährlicheres gibt muss man nicht das weniger gefährliche tolerieren. Also weg mit den Armeewaffen. (Und auch mit privaten und illegalen Waffen. Das ist aber leider nicht so einfach.)

    • Werner Staub am 24.11.2011 13:58 Report Diesen Beitrag melden

      Illegal oder nicht

      Eine Waffe zu tragen hängt nicht von der Nationalität ab, sondern ist eine Charakter- und Persönlichkeitssache und ob man Gesetze respektiert. Wer eine Schusswaffe unbegründet mit sich trägt, mit dem stimmt sowieso etwas nicht, ob schweizer oder vom Mond. Die letzten tragischen Ereignisse wurden jedoch mit einer Armeewaffe begangen. Hier vieleicht nicht, aber egal. Das man diese Tatsachen verleugnen will finde ich tragisch. Auch wenn eine Armeewaffe legal ist, heisst es noch lange nicht, dass man mit ihr nicht etwas illegales machen kann.

    • Hans am 24.11.2011 15:29 Report Diesen Beitrag melden

      Was wäre wenn

      Wenn einer Fahrlässig mit der Waffe umgeht dann möchte ich nicht dafür bestraft werden, ausser es ist meine für welche ich Verantwortlich bin. Ich hab keine Lust mein StGw zu deponieren und mir immer Freinehmen zu müssen um diesen wieder abzuholen. Das ist zu umständlich. Ein Vergehen ist ein Vergehen wo bestraft werden muss. Hier im Falle des Schützen ist nur eine Ordentliche Strafe von Nöten als abschreckung.

    • Legalwaffenbesitzer am 24.11.2011 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Zurück ano 99

      Im Kanton Baselland durfte jeder Schweizer bis 1999 eine Handfeuerwaffe legal tragen und zwar durchgeladen und Gesichert, falls eine Manuelle Sicherung vorhanden. Ich erinnere mich gut an diese Zeit. Eine Tragscheinpflicht gab es im KT. BL nie. Und es geschahen weit weniger Zwischenfälle als huetzutage.

    • Thomas am 25.11.2011 14:27 Report Diesen Beitrag melden

      Radikales Durchsetzen neuer Gesetze

      Ich bin fassungslos... Man sollte die Gesetze für Waffenbesitz auf jeden Fall verschärfen bzw. man hätte dies schon früher machen sollen... Nur mit radikaler Durchsetzung der Gesetze kriegt man das Problem in den Griff... Für illegalen Waffenbesitz von Ausländern wäre sicherlich die Ausschaffung eine Möglichkeit. Bei Schweizern, sicherlich eine Gefängnisstrafe und Sicherheitsverwahrung. Schliesslich muss man ja damit rechnen, dass wenn man schon eine Waffe mit sich herumträgt diese auch gebraucht im Ernstfall. Das ist doch krank!!!

    • Antiox am 25.11.2011 14:42 Report Diesen Beitrag melden

      Wacht auf!

      Mein gott.. Woher er eine Waffe hat??? Wenn man sich Drogen beschaffen kann die nicht legal sind kann man sich auf dieselbe Weise eine Waffe besorgen.. viele leute haben keine Ahnung in was für einer Welt wir auch hier in der Schweiz leben.. Und alle immer mit diesem "Ausschaffen ausschafen!!, dann wären unsere Probleme gelöst.." Denkt ihr ein schweizer sei nicht zu sowas fähig? einem Bekannten wurde der halbe Kopf zertrümmert, mit einem Schlag... von einem anderen Schweizer der nicht mal volljährig war! Nemmt die Rosa Brille ab...

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  • sandra 29 am 21.11.2011 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    massive kriminalitätsprobleme in basel

    ist es nicht ein wenig auffällig, wie häufig immer basel im zusammenhang mit gewaltverbrechen auftaucht? die stadt scheint ein ernsthaftes kriminalitätsproblem zu haben, welche laut stadtregierung ja gar nicht existiert.

    • Amüsierter am 21.11.2011 17:38 Report Diesen Beitrag melden

      Unfall = Gewaltverbrechen?

      Haha, Sie sind köstlich. Ein Unfall mit einer Waffe mit Gealtverbrechen gleichzusetzen. Natürlich hat nach dieser Logik Basel ein Kriminalitätsproblem. Täglich gibt es nämlich Verkehrsunfälle, Unfälle im Haushalt, usw usf;)

    • marco Schälli am 21.11.2011 17:55 Report Diesen Beitrag melden

      Zuerst Informieren

      Haben Sie sich schonmal mit der Kriminalstatistik auseinandergesetzt? z.b das alleine in den Zürcher Stadtkreisen 4/5 so fast viele gewaltdelikte geschehen wie in ganz BS?Bern,Genf und Lausanne Sind die einzigen die pro kopf mehr straftaten verzeichnen als ZH, wen man aber nur die Gewaltdelikte anschaut ist ZH einsame Spitze.Das mit Basel kommt Ihnen nur so vor weil die Medien das so aufpuschen,bei der SF DOK sendung über die Langstrasse/partymeile wurde ja erwähnt das zb messerstechereien so ''normal'' wären das es nicht mal mehr wert ist es in der Zeitung zu veröffentlichen

    • alex am 21.11.2011 19:13 Report Diesen Beitrag melden

      basel hat doch keine probleme, zürich kreis 4 und 5 haben ein kriminalitätsproblem, sonst nirgends in der schweiz!

    • Marcel am 21.11.2011 22:59 Report Diesen Beitrag melden

      @ Amüsierter:

      Natürlich haben sie Recht, Zürich ist schlimmer als Basel. Aber sind wir ehrlich: einer Minderjährigen wird mit einer grösseren Pistole ins Gesicht geschossen. Egal ob nun ausversehen oder nicht, etwas kann in Basel auch nicht in Ordnung sein. Oder wollen sie mir erklären, dass es in Basel normal ist, dass mit Pistolen rumgeballert wird??

    • Mery M. am 24.11.2011 09:06 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht Zürcher....

      ...sollten sich auch nicht über die Kriminalität in Zürich auslassen. Sie leben alle nicht in Zürich, nehme ich an? Sonst wüssten Sie, dass die Kreise 4 & 5 sind aufgrund der ständigen Polizeipräsenz ungefährlicher als viele Provinzbahnhöfe. Ich fühle mich als junge Frau dort sicher.

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