Basler Jugendgericht

11. Januar 2016 11:16; Akt: 11.01.2016 14:02 Print

Teenager wegen Bombendrohung verurteilt

Der 16-jährige Teenager, der im April mit einer Bombenattrappe auf dem Theaterplatz die Bevölkerung schreckte, muss in eine geschlossene Einrichtung.

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Ein Jugendlicher ist vom Basler Jugendgericht wegen Schreckung der Bevölkerung und falschen Alarms für schuldig gesprochen worden. Der Minderjährige hatte im April 2015 mit seiner Freundin einen Koffer mit Drähten und Klebeband präpariert und auf den Theaterplatz gestellt. Das löste einen Bombenalarm aus.

Das Gericht ordnete für den damals 16-Jährigen die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung, eine ambulante Behandlung und einen unbedingten Freiheitsentzug an, wie Gerichtspräsident Christoph Bürgin einen Bericht der «Basler Zeitung» vom Montag bestätigte. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Der Freiheitsentzug ist nach der Untersuchungshaft und einer stationären Behandlung getilgt. Laut dem Zeitungsbericht werden die Behörden die Kosten für den Polizeieinsatz noch einfordern.

Grosseinsatz und 20-köpfige Sonderkommission

Nach der Entdeckung des präparierten Koffers wurde Bombenalarm ausgelöst. Ein Teil der Innenstadt musste gesperrt werden. Der Theaterplatz und umliegende Gaststätten wurden evakuiert. Eine Theaterpremiere musste zeitlich später beginnen.

Für die Ermittlungen setzte die Basler Staatsanwaltschaft eine 20-köpfige Sonderkommission ein. Zwei Tage nach dem Vorfall konnte die Polizei den Jugendlichen und seine damals 18-jährige deutsche Freundin festnehmen. In Befragungen sagten die beiden Festgenommenen, sie hätten das Geschehen auf dem Theaterplatz mitverfolgt.

Freundin wartet auf Prozess

Erst später stellte sich heraus, dass der Koffer nur eine Bombenattrappe war. Laut dem Zeitungsbericht sind die Ermittlungen gegen die Freundin noch nicht abgeschlossen.

(lha/sda)