Datenschutz

20. Dezember 2018 07:02; Akt: 20.12.2018 18:11 Print

Der Basler Polizei-Tesla hat ein Problem

Bevor die Basler Polizei ihre neuen Tesla-Fahrzeuge auf die Strasse schicken kann, sind noch einige Datenschutzprobleme zu lösen.

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Am 6. Dezember stellte die die Kantonspolizei Basel-Stadt ihren neuen Star vor: das neue, 525-PS-starke Alarmpikett-Fahrzeug vom Typ Tesla X 100D. Der Elektro-Bolide ist das erste von sieben solchen Autos, die die Polizei 2019 auf die Strasse bringen wird. Geplant war, die ersten drei Alarmpikett-Fahrzeuge im Frühjahr 2019 in den Einsatz zu nehmen, im dritten Quartal 2019 sollten vier weitere hinzukommen.

Bereits im Vorfeld löste vor allem der Preis von 140'000 Franken pro Fahrzeug Kritik aus. Bleiben die Teslas nun wegen einer Datenschutz-Panne in der Garage? Nein, dies teilt das Justiz- und Sicherheitsdepartement in einer Medienmitteilung mit.

Gemäss CH-Media gehe es dabei um ein neues Reglement, das datenschutzrechtliche Fragen im Zusammenhang mit dem Fahrzeug kläre. Wie Rudin im Bericht verlauten lässt, habe eine Vorabkontrolle, bei der diese Probleme frühzeitig hätten angesprochen werden können, nicht stattgefunden. Deshalb müsse dies nun nachgeholt werden.

Das sind die heiklen Punkte

Während die Polizei auf Verfolgungsjagd ist, können die Tesla-Fahrzeuge mithören, was im Fahrzeuginnern gesprochen wird. Dies, weil sich wichtige Funktionen per Sprache steuern lassen. Diese Mikrofon-Aufnahmen können anschliessend auf dem Server des Herstellers ausgewertet werden.

Wie CH-Media weiter berichtet, hat Tesla zudem Fernzugriff auf die Fahrzeuge sowie auf die Positionsdaten und weiss somit stets genau, welches Fahrzeug sich mit welcher Geschwindigkeit in welche Richtung bewegt. Diese Daten würden vor allem in Bezug auf Sicherheit, wenn sie ein Polizeifahrzeug betreffen, an Brisanz gewinnen.

Tesla hat Geschäftsbedingungen von JSD nicht unterschrieben

In einem ursprünglich geheimen, später aber öffentlich zugänglich gemachten Untersuchungsbericht zur Tesla-Beschaffung wird laut dem Artikel kritisiert, dass mit Tesla kein Kaufvertrag abgeschlossen worden sei. Das Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) habe beim Kauf die allgemeinen Geschäftsbedingungen von Tesla zwar unterschrieben, Tesla jene des JSD hingegen nicht.

In den allgemeinen AGB des Konzerns wird geregelt, was Tesla darf und was nicht. Dort stehe auch, dass es zwar grundsätzlich möglich sei, sämtliche Verbindungen zwischen Fahrzeug und US-Firma zu kappen. Was allerdings dazu führen könne, dass das Auto schwere Schäden nimmt oder nicht mehr bedienbar ist.

Um die Sicherheit der Mitarbeitenden nicht zu gefährden, möchte die Basler Polizei gemäss ihrem Polizeisprecher die Einwirkung auf ihre Fahrzeuge durch Tesla jedoch nicht gänzlich unterbinden.

Tesla speichert keine Standortdaten

Laut Auskunft von Tesla würden die Fahrzeuge allerdings keine Sprachaufnahmen durchführen. Damit würden auch keine Sprachaufnahmen aufgezeichnet und an einen Server übermittelt.

Tesla hält fest, dass Kunden selbst entscheiden könnten, anonym sogenannte Strassenabschnitts-Daten an Tesla zu übermitteln. Grundsätzlich wäre diese Funktion deaktiviert, könne aber bei Bedarf aktiviert werden. Tesla könne Strassenabschnitts-Daten nicht zu einem Fahrzeug zurückverfolgen. Ohne ausdrückliche Einwilligung des Kunden oder falls nicht per Gesetz in speziellen Fällen dazu verpflichtet, verfolge Tesla den Standort von Kundenfahrzeugen nicht anderweitig, während diese verwendet werden.

Auch würde der Autohersteller keine Standortdaten speichern. Tesla stelle lediglich eine sichere Verbindung zwischen mobiler App und Fahrzeug her. Kunden könnten auf Wunsch die Weitergabe von Daten des Fahrzeugs deaktivieren.

(rab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf Weber am 20.12.2018 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn...

    Nach dem Motto: Zuerst kaufen und erst dann abklären. Es sind ja nur Steuergelder.....

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  • Holzwurm am 20.12.2018 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Made My Day

    Einfach köstlich! Wenn ich so Arbeiten würde, wäre ich schon lange Bankrott.

  • XXL am 20.12.2018 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bundesrats-Tesla

    Interessant. Wie ist das mit dem Bundesrats-Tesla????

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom am 20.12.2018 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tesla vernichtet Arbeitsplätze bei der Polizei

    Tesla weiss immer, wann, wo, wie schnell das Auto unterwegs war oder stand. Wenn erst mal der Staat auf den Geschmack kommt und sich diese Daten beschafft, braucht es keine Polizisten mehr. Parkbussen werden durch den Computer berechnet, und wenn Sie von einer Reise nach Zürich zurück sind, können Sie sofort auf Ihrer Kreditkartenabrechnung kontrollieren, wo Sie wieviel zu schnell gefahren sind, ob Sie eine Einbahnstrasse in der falschen Richtung befahren haben, einem Fussgänger den Vortritt nicht gewährt haben oder sonst eine Regel missachtet haben. Wer will sich da noch einen Tesla kaufen?

  • Prince am 20.12.2018 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Datenschutz

    war vielleicht mal. Wie blauäugig kann man nur sein, mit all der Technologie die wir haben und die verstecktgehaltene Technologie, die ca. 50 Jahre voraus ist? Das Militär mit den Geheimdiensten wissen bestend Bescheid. Aus fast jedem 'funkfähigen' Gerät kann man Daten ziehen - auch dann, wenn man glaubt, dies dürfe nicht sein und wenn man die Verbindung unterbricht. Sogar die aufgezwungenen aber eigentlich illegalen neuen Stromzähler sind ein Überwachungs- und Steuerungsgerät inklusive Elektrosmog. Wie lange noch?

  • Marko Jovanov am 20.12.2018 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Das finde ich ist eine tolle Idee, man stelle sich vor ein Dieb flüchtet mit ein Fahrzeug Richtung Autobahn und die Polizei nimmt Verfolgung auf, wie lange braucht es bis die Batterie leer ist?

    • Guido am 20.12.2018 15:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Marko Jovanov

      Dafür haben sie ja 7 Stück bestellt. Dann können sie sich abwechseln. ;) Interessanter als die Batteriekapazität sind die Temperaturen. Wenn das Ding mal gefordert wird, schalten sich die Schutzmechanismen ein und die Leistung wird zurück gedreht. Dann fährt ein VW Polo davon. Da aber längere Verfolgungsjagden eher nach Amerika und Hollywood gehören, sehe ich da nicht das grosse Problem. Die Teslas werden sich aber bewähren müssen.

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  • David Pressinger am 20.12.2018 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etwas Ähnliches.

    Ich habe 2006 etwas ähnliches erlebt. Habe von meinen Sohn zum Geburtstag eine Reise nach England bekommen mit Mietauto und zwar ein Porsche Cayman, neuestes Modell.Habe das Auto jede Nacht ins Parkhaus gestellt damit niemand es stehlen oder einbrechen konnte.Am ende der Tour haben wir unseren Wagen zurückgegeben,mit Stolz habe ich den Herr erzählt das ich aufgepasst habe und nachts immer das wertvolle Stück ins Parkhaus gestellt habe für £10.Wäre nicht nötig gewesen,wir haben immer gewusst wo sie waren und bei Diebstahl konnte der Motor per Funk abgestellt werden.

  • mellame am 20.12.2018 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bedienungsanleitung schon gelesen?

    Bei meinem Tesla kann ich die Daten zu Teslamotors ziemlich einfach unterbrechen, weshalb soll es da nicht funktionieren? Hoffentlich hat keiner der ein Handy hat die Spracherkennungsfunktion nicht eingeschaltet.