Kaisten AG

11. September 2014 06:02; Akt: 11.09.2014 17:34 Print

Tierli-Gnadenhof kämpft um seine Existenz

von Dominique Artacho - Der Tierlignadenhof in Kaisten befindet sich in einer finanziellen Notsituation. Ohne die Hilfe von Spendern droht die Schliessung der Stiftung.

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Die Stiftung Tierlignadenhof in Kaisten wurde 2006 gegründet und ist seither Anlaufstelle für Tiere in Not. Zurzeit leben auf dem zwei Hektar grossen Areal rund 100 Tiere: Katzen, Hunde, Pferde, Esel, Ochsen, Ziegen und Schafe – sogar ein Basler Wildschwein namens Joker, das auf Kommando «Sitz» macht, haust im Gnadenhof.

«Wollen niemandem die Schuld geben»

Aufgrund eines im März abgeschlossenen Umbaus steckt der Tierlignadenhof nun in einer finanziellen Notsituation: Die für das alte Bauernhaus nötige Renovierung sei nicht nach Plan verlaufen und die Kosten nachträglicher Verbesserungsarbeiten hätten das Konto beinahe geleert. «Wir machen niemanden für die jetzige Situation verantwortlich. Unser Fehler war, dass wir zu gutgläubig an die Sache herangegangen sind», sagt Janina Sutter (26), welche seit ihrer Kindheit ehrenamtlich auf dem Hof arbeitet und im Stiftungsrat ein gewichtiges Wort mitzusprechen hat.

Zu den hohen Umbaukosten kommt dazu, dass die Bewohnerin des Hofes und Gründerin der Stiftung, Monika Spoerle (66), gesundheitlich angeschlagen ist. Sie benötigt dringend Arbeitskräfte, die ihr unter die Arme greifen. Ohne Unterstützung kann sie ihre Tätigkeit nicht weiterführen. «Ohne Moni funktionierts nicht. Der Hof lebt und stirbt mit ihr», bedauert Sutter.

«Es geht um die Existenz»

Der gesamte Unterhalt wird ausschliesslich von Spenden finanziert. Unterstützung von der Gemeinde oder dem Staat gibt es keine. So ist der Hof auf die Hilfe von Sympathisanten angewiesen. Von dem Geld werden die Löhne für die Mitarbeiter bezahlt und der Lebensunterhalt der Tiere finanziert. «Pro Monat geben wir bis zu 20'000 Franken für Löhne, Futter und Arztkosten aus», sagt Sutter.

Bei der aktuellen finanziellen Situation könne der Hof nur noch einen Monat überleben, so Sutter. Wenn keine ausserordentlichen Spenden eintreffen, sieht sich der Stiftungsrat gezwungen, die Stiftung Tierlignadenhof zu schliessen. «Für mich würde das den Weltuntergang bedeuten», so Sutter unter Tränen.

Trotzdem lassen weder sie noch ihre Zwillingsschwester und Stiftungsratspräsidentin Stefanie Sutter (26) noch die Mitglieder Sandra Anert und Monika Spoerle den Kopf hängen. Sie kämpfen um ihren Hof und ihre Tiere und werden alles daransetzen, das Überleben des Tierlignadenhofs zu sichern. Wer ein Herz für Tiere hat und den Hof unterstützen möchte, kann dies unter info@tierlignadenhof.ch tun.