Ozeanium

15. Mai 2019 13:09; Akt: 15.05.2019 13:37 Print

Zoo hält Fischlieferanten aus Angst geheim

Wer die Fische fürs Ozeanium liefern soll, bleibt Geheimsache: Der Basler Zoo schützt seine Partner aus Angst vor militanten Tierschützern.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Abstimmungskampf um den Bebauungsplan des Ozeaniums polarisiert den Kanton Basel-Stadt. Befürworter und Gegner liefern sich eine kontroverse Abstimmungsschlacht und geizen dabei nicht mit Vorwürfen. Die Pläne des Zoos haben auch radikale Tierschützer auf den Plan gerufen.

Umfrage
Sind Sie für das Ozeanium?

Im April veröffentlichten Unbekannte auf der einschlägig bekannten Website «barrikade.info» ihre Argumente gegen das Ozeanium. Im Beitrag wurde auch eine Liste der beim Bau involvierten Unternehmen gepostet. Ein expliziter Aufruf zur Gewalt fehlt zwar, weckt aber ungute Erinnerungen.

Als das letzte Mal auf Barrikade eine Liste von Unternehmen publiziert wurde, die am Bau des Bässlergut-Gefängnisses beteiligt waren, folgte eine Serie von Anschlägen auf diese Unternehmen. Linksautonome zerstachen daraufhin Reifen und zündeten über ein Dutzend Fahrzeuge und Baumaschinen an.

«Aufgeladene Stimmung»

Auch in der Tierschutzbewegung gibt es radikale Strömungen. Sie greifen Metzgereien an, zerstören Jagdhochsitze oder brechen bei Züchtern ein, um Tiere zu befreien.

«Wir wissen aus unserer Erfahrung und dem Austausch mit anderen Zoos, dass extremistische Tierrechtler manchmal zu rabiaten Methoden greifen»

Entsprechend lässt die Liste den Zoo Basel nicht kalt. «Wir verurteilen, dass man unsere potentiellen Partner implizit mit Aktionen gegen sie bedroht», so Dietrich. Aktuell hat der Zoo keine Kenntnisse über Angriffe in diesem Zusammenhang. Ob Massnahmen getroffen wurden, um die involvierten Firmen zu schützen, möchte sie nicht offenlegen.

Doch die Liste hat den Abstimmungskampf beeinflusst. Der Zoo kommuniziert beispielsweise nicht offensiv, wer für den Fang der Meeresbewohner verantwortlich sein soll. Man werde beim Ozeanium mit den gleichen Partnern zusammenarbeiten, wie beim Vivarium, erklärt sie. Wer diese sind, bleibt unter Verschluss.

«Aufgrund der aufgeladenen Stimmung im Abstimmungskampf möchten wir unsere Partner nicht mitreinziehen.»

Zoo-Sprecherin Tanja Dietrich verweist dabei explizit auf den Beitrag auf Barrikade.

Empörung über Kristallnacht-Post

Derweil werden auch prominente Befürworter des Ozeaniums verunglimpft und Plakatschaukästen zertrümmert. So wurde dem Kulturveranstalter Tino Krattiger ein Hitler-Schnauz aufgemalt. Der Alt-Grossrat machte seinem Ärger darüber in einem launigen Facebook-Post Luft. Darin verglich er die zerbrochene Scheibe eines Schaukastens mit der Kristallnacht. Dafür wiederum erntete er empörte Kommentare.

«Kristallnacht» ist eine gängige zynische Bezeichnung der Reichspogromnacht der Nationalsozialisten im November 1938 gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland. Allein in dieser Nacht wurden geschätzt 400 Juden ermordet, über 1400 Synagogen und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe zerstört.

Von 20 Minuten auf den Post angesprochen, rechtfertigt Krattiger seinen Vergleich damit, dass er damit nur das Wording der Gegner übernommen habe, schliesslich sei er als Hitler inszeniert worden. Auch ihm sei die angespannte Stimmung im Abstimmungskampf aufgefallen.

«Ich habe noch selten eine so böse Stimmung im Abstimmungskampf erlebt»

(kom)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Caterpillar86 am 15.05.2019 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Ozeanium

    1. Gibt es doch nichts besseres, zukünftigen Generationen zu zeigen, wie schön und vor allem wichtig unsere Meere sind und dass es wichtig ist, diese sauber zu halten! 2. Ist es wichtig, unsere Meere zu schützen. Dies geht unter anderem damit, den Menschen diese Umgebung zu zeigen. 3. Ja, da werden Tiere in einem überdimensionalem Aquarium gehalten. Ob dies artgerecht ist? Wieviele der veganen Möchtegern Tierschützer füttern ihren Bello oder ihr Stubentieger mit veganem Futter? Das ist alles andere als Tiergerecht!

    einklappen einklappen
  • Lämpel am 15.05.2019 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles io

    Die Gehäge sind heutzutage modern und sehr tierfreundlich. Auch die Angestellten sind gut ausgebildet und tragen Sorge zu den Tieren. Ich sehe da gar keine Probleme.

    einklappen einklappen
  • Thomas am 15.05.2019 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medienwirksamkeit

    Die Tiere werden im grossen Aquarium sicher artgerechter gehalten als 90 Prozent der Haustiere. Ich bitte die Tierschützer, bei Haustieren ihre Zeit zu investieren, auch wenn es weniger medienwirksam ist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ausbeutung auf kosten anderer am 15.05.2019 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es betrifft jeden

    dass problem ist das weit über 90 prozent der salzwasserfische aus den meeren gefischt wird meist mit sehr fraglichen mitteln z.b nervengift was für die fische ziemlich sicher tödlich ist der fisch bestand wird so noch mehr dezimiert... es reicht ja nicht das wir die meere so oder so schon vergiften. die fische die das fangen überleben werden in kleinen plastik säcken verschickt wo wiederum etwa 70 prozent sterben durch den transport... Lange rede kurzer sinn das fisch geschäfft buumt und zwar so lange wie das geld fliesst # boykott

  • Min am 15.05.2019 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit den anderen?

    Die Tierschützer regen sich darüber auf, dass Fische in großzügige Aquarien kommen.. aber dass die Affen in Betonbunkern mit Glasscheibe sitzen verlieren die kein Wort.

  • Baselsagja am 15.05.2019 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird knapp...

    Traurig, dass die Linksautonomen 1. mit falschen Argumenten um sich werfen und 2. das womögliche JA nicht akzeptieren könnten... Solche Menschen sind der Fehler im System und nicht das System ist der Fehlet selbst, liebe Linken...

  • Poki am 15.05.2019 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn, dann für alle

    Das Halten von Haustieren muss in diesem Fall auch strafbar sein, ansonsten machen all die Verbote gar keinen Sinn!

  • Bettina am 15.05.2019 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Tierschützer

    haben die Natur nicht begriffen. Im Ozean und auch sonst in der Wildnis ist fressen und gefressen werden angesagt. Die Ozeaniums-Fische wären in der freien Wildbahn schon längst gefressen worden während sie hier ein langes Leben haben. Wollen diese Weltverbesserer Haie, Barracudas, Löwen und Tiger zu Veganern machen? Den Tieren in den Zoos geht es gut - um Gegensatz zu den Kindern von denen alle 10 Minuten eines verhungert.