Handschlag-Affäre

22. April 2016 11:04; Akt: 23.04.2016 14:09 Print

Tochter des Therwiler Imams floh ins Frauenhaus

Nach der Handschlag-Affäre werden immer mehr Details zu der muslimischen Familie aus Therwil BL bekannt. So soll eines der Mädchen in ein Frauenhaus geflohen sein.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Vater der beiden Therwiler Handschlag-Verweigerer, die ihrer Lehrerin die Hand nicht mehr reichen wollen, soll seine vier Töchter ebenfalls streng nach dem muslimischen Glauben erzogen und kontrolliert haben. Weil Tochter B. das nicht mehr ausgehalten haben soll, floh sie gemäss «Basler Zeitung» aus dem strengen Elternhaus und tauchte in einem Frauenhaus unter.

Doch der Aufenthalt dort sei nur vorübergehend gewesen. Das Mädchen halte sich inzwischen an einem anderen sicheren Ort auf. Laut der Zeitung ist auch die Kindes-und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) eingeschaltet worden.

Zwar sei der wahre Grund der Flucht nicht bekannt, doch Stimmen aus dem Umfeld würden darauf schliessen lassen, dass das Mädchen mit den Vorschriften des Islams nicht zurechtgekommen sei.

«Töchter auf den Balkon gesperrt»

Die Familie habe ihren ersten Wohnort in Ettingen gehabt.«Der Schulweg zweier Töchter von Ettigen nach Therwil führte vor meinem Haus durch. Sobald sich die Kinder aus dem Blickwinkel der Elternwohnung wähnten, zogen sie ihr Kopftuch aus und im Sommer auch die langärmlige schwarze Kleidung», sagt der ehemalige Nachbar S. zur «Basler Zeitung».

Die beiden Mädchen seien jedoch bald aufgeflogen, worauf es zum Eklat gekommen sei: «Die Töchter wurden für Stunden auf den Balkon gesperrt. Sie warfen Kopftuch und die Islam-Kleidung in den Garten.» S. erzählt, dass daraufhin Burka-Frauen auf dem Balkon erschienen seien und unter grossem Geschrei auf die Mädchen eingeredet hätten. «Ob das jene Töchter sind, die nach Syrien verfrachtet wurden?», fragt sich S.

Fast Kreislaufkollaps erlitten

Laut der Zeitung sind zwei Töchter der Familie nach Syrien gegangen, um dort angeblich eine Ausbildung zu absolvieren. An der Schule in Oberwil werde gemunkelt, dass eine der beiden sich in Syrien im Gefängnis befinde. Doch das ist unbestätigt. Die beiden Mädchen, die Nachbar S. gesehen hat, leben in der Schweiz. Eines davon ist B.

Die Schule habe sich schon öfter mit der Familie auseinandersetzen müssen. So liess der Vater, der auch Imam der König-Faysal-Moschee in Basel ist, seine Tochter B. offenbar vom Klassenlager dispensieren. Der Grund: Sie sei am Fasten. Während des Ramadan durfte das Mädchen tagsüber kein Wasser trinken. So habe ihr im heissen Frühsommer 2015 ein Kreislaufkollaps gedroht. Ebenfalls sei sie dadurch nicht mehr schulfähig gewesen und habe auch nicht am Ersatzprogramm teilgenommen.

Bald hätten sich bei B. Leistungsprobleme gezeigt. Dadurch habe sie repetieren müssen. Jedoch sei sie von der Schule genommen und von der Bildfläche verschwunden, schreibt die Zeitung. B. wurde aber nicht wie ihre beiden Schwestern nach Syrien gebracht. Sie konnte sich noch rechtzeitig in Schutz bringen.

(qll)