Pratteln BL

17. Januar 2019 18:09; Akt: 17.01.2019 18:09 Print

Hundehasser versteckt Rasierklinge in Schinken

In Pratteln wurde ein gefährlicher Fund gemacht. Ein Unbekannter platzierte einen Todesköder auf einem beliebten Hundespazierweg. Die Bevölkerung ist entsetzt.

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«Einfach nur krank und böse», schreibt eine Userin auf Facebook. Grund für ihr Entsetzen ist ein Todesköder für Hunde, der am Mittwoch beim Prattler Erlimattschulhaus in der Nähe des Vitaparcours gefunden wurde. In einem grossen Stück Schinken versteckte ein unbekannter Hundehasser eine Rasierklinge und platzierte die Falle anschliessend auf dem Spazierweg. Glücklicherweise konnte der Köder gerade noch rechtzeitig sichergestellt werden, bevor ein Hund sich daran verletzen konnte.

«Die Mutter eines Bekannten hat den Köder gefunden», schreibt die Leser-Reporterin auf Facebook. Sofort machte sie den Fund auf Facebook publik. «Es ist einfach nur schade, dass man nur noch in Angst in der Natur spazieren gehen kann.»

Polizei und Gemeinde wussten von nichts

Die Polizei Basel-Landschaft erfuhr erst auf Anfrage von 20 Minuten vom potentiell tödlichen Hundeköder. «Bei uns ist keine Anzeige eingegangen», so Mediensprecher Adrian Gaugler. In jüngster Zeit sei auch keine Serie von Fällen mit Todesködern zu verzeichnen. In jedem Fall empfiehlt die Polizei aber umgehend Anzeige zu erstatten. Auch die Gemeindepolizei Pratteln war bis am Donnerstag ahnungslos, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte.

Der Hundehasser könnte wegen Tierquälerei angeklagt werden, wenn er denn erwischt wird. Im bernischen Rohrbach machte im Februar 2018 ein Fall Schlagzeilen, bei dem drei Hunde an den Verletzungen der Rasierklingen in den Ködern starben. Dem Täter droht eine mehrjährige Haftstrafe. Allerdings wurde er bis heute nicht erwischt.

Wütende Facebook-Gemeinde

Die Mitglieder der Facebook-Gruppen «Du bisch vor Prattele, wenn...» und «Hundefreunde Baselland und Basel-Stadt» kochen vor Wut: «Das ist eine Sauerei. Wenn ich den Menschen, der dafür verantwortlich ist, in die Finger bekomme ...», so eine wutentbrannte Userin. «Wie gestört muss man sein, um so etwas zu machen?», fragt sich eine weitere Userin.

«Was für ein schlechter Mensch kann man nur sein, dass man ein Lebewesen auf seinem Gewissen haben kann», kommentiert eine andere Userin. Wehe, der Hundehasser gerät in die Finger dieses Users: «Wenn ich einen Hundehasser in die Finger bekomme, dann stopfe ich seinen Mund mit seinem präparierten Zeug.»

Nicht in jedem Fall Giftköder

Am Donnerstag wurden auch in Rheinfelden beim Golfplatz potentielle Giftköder entdeckt, meldete eine Userin auf Facebook. Die Kantonspolizei Aargau weiss jedoch nichts vom Vorfall, wie Bernhard Graser, Mediensprecher, auf Anfrage sagt: «Uns ist kein Fall bekannt. Wir erhalten immer wieder Meldungen im Zusammenhang mit Giftködern, jedoch ist es schwierig abzuklären, ob es sich in jedem Fall um gefährliche Köder handelt.»

Auch das Ausfindigmachen der Hundehasser dürfte sich schwierig gestalten. Eine Userin wirft deshalb einen Vorschlag in die Runde: «Der Rasierer sieht gebraucht aus. Man sollte die DNA davon nehmen, um den Täter ausfindig zu machen.»

(mis)