Basel

24. September 2018 11:34; Akt: 24.09.2018 17:58 Print

Mann (29) schlug Opfer wegen eines Handys tot

Ein 29-jähriger Slowene wurde in Zusammenhang mit der Tötung eines Portugiesen (41) von Ende Juli verhaftet worden. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 10'000 Fr. ausgesetzt.

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Das Tötungsdelikt an einem 41-jährigen Portugiesen, der am 27. Juli am Kleinbasler Rheinufer an den Folgen eines Angriffs starb, ist aufgeklärt. Wie die Basler Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, wurde ein 29-jähriger Slowene festgenommen, der dringend verdächtigt wird, das Opfer totgeschlagen zu haben. Er wurde dem Zwangsmassnahmengericht zugeführt.

Die Festnahme erfolgte, nachdem die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 10’000 Franken auf Hinweise ausgesetzt hatte, die zur Ergreifung des Täters führen. Kriminalkommissär Peter Gill bestätigte auf Anfrage, dass die Belohnung nun zum entscheidenden Hinweis führte.

Opfer hatte das gestohlene Handy nicht

Das Tatmotiv ist mutmasslich ein gestohlenes Handy, das dem Täter kurz vor der Tat entwendet worden war. Der Slowene verdächtigte in der Folge das spätere Opfer, den Diebstahl begangen zu haben, und suchte nach dem Mann. Er traf auf der Höhe der Kaserne bei der Rheinberme auf den Portugiesen und begann, auf ihn einzuschlagen.

Ein 18-jähriger Spanier mischte sich ein und schlug ebenfalls zu. In der Kleidung des niedergeschlagenen Opfers fand der Slowene sein Smartphone allerdings nicht. Der junge Spanier wurde kurz nach der Tat festgenommen und ist in Untersuchungshaft. Nun wurde auch der mutmassliche Haupttäter verhaftet.

Wer hat den Tatablauf gesehen?

Während die Hintergründe der Tat bekannt sind, fehlen offenbar nach wie vor Belastungszeugen. «Wir suchen immer noch Personen, die etwas über den genauen Tathergang sagen können», so Gill. So konnte noch niemand Aussagen darüber machen, wie genau der mutmassliche Haupttäter zugeschlagen hat.

Geld sollte für Zeugen keine Rolle spielen

Immer wieder führt das Aussetzen einer Belohnung zum Ermittlungserfolg. Hilft der finanzielle Anreiz dem Erinnerungsvermögen von Zeugen wirklich auf die Sprünge? «Das Aussetzen von Belohnungen ist ein interessantes Mittel zur Aufklärung von Verbrechen, allerdings sind finanzielle Anreize bei der Wahrheitsfindung immer heikel», erklärt Nadja Capus, Professorin für Strafrecht und Strafprozessordnung an der Universität Neuenburg.

Hinweise gebe es in solchen Fällen weniger wegen der hohen Belohnung an sich als vielmehr wegen der Publizität, die der Fall dadurch erhalte. «Es ist denkbar, dass jemand, der bisher gar nichts von dieser Tat wusste, sich jetzt an etwas erinnert, was der Polizei helfen kann.» Jeder, der sich jetzt mit Hinweisen an die Polizei wendet, müsse sich aber auch die Frage gefallen lassen, warum er dies nicht früher getan habe, sagt Capus: «Wer etwas über ein solches Verbrechen weiss, sollte es nicht von Geld abhängig machen, ob er es meldet.»

(lha/sis)