Basel

18. Oktober 2015 16:13; Akt: 18.10.2015 20:28 Print

Tramführerin durch Laser-Attacke geblendet

Eine BLT-Tramführerin wurde bei der Einfahrt zum Bahnhof SBB von einem Laser geblendet. Obwohl sie nichts mehr sah, konnte sie das Tram noch stoppen. Der Täter ist flüchtig.

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Bei der Einfahrt zum Centralbahnplatz blendete ein junger Mann am Samstagabend eine Wagenführerin eines BLT Trams der Linie 11. (Bild: 20 Minuten/cs)

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Die Attacke ereignete sich am Samstag gegen 22.45 Uhr in der Centralbahnstrasse. Die Tramführerin der Linie 11 fuhr aus der Post-Unterführung in Richtung Haltestelle SBB, als sie frontal geblendet wurde. Ein Unbekannter trat vor dem Mc Donald's aufs Gleis und zielte frontal mit einem roten Laserpointer auf die Führerkabine. Die geblendete Chauffeurin bremste sofort ab und brachte den Tramzug fast ohne Sicht im Schrittempo bis zur Haltestelle SBB.

Dort angekommen, wurde die Frau sofort ins Augenspital überstellt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt vom Sonntag war der Täter, ein junger Mann, offenbar in Begleitung mehrerer Jugendlicher. Eine sofortige Fahndung sei erfolglos geblieben. Die Kriminalpolizei sucht deshalb nach Zeugen des Vorfalls.

«Mit blauem Auge davongekommen»

BLT-Direktor Andreas Büttiker zeigte sich am Sonntag schockiert über die Laser-Attacke. «Das ist hochgradig gefährlich», sagte er auf Anfrage. Nicht nur für die Wagenführerin, deren berufliche Existenz damit gefährdet werden könne, sondern auch Fahrgäste und übrigen Verkehrsteilnehmer. «Beim Bahnhof haben wir Mischverkehr und der Centralbahnplatz ist sehr belebt. Das ist grobfahrlässig und durch nichts zu entschuldigen.»

Die Wagenführerin wird kommende Woche bereits wieder in den Führerstand eines Trams zurückkehren können. «Sie erlitt zum Glück keine Verletzung der Bindehaut», so Büttiker. «Sie ist quasi mit einem blauen Auge davongekommen.» Eine eingeschränkte Sehfähigkeit hätte für sie das berufliche Ende bedeuten können. «Die Richtlinien sind da ganz streng», erklärt Büttiker.

Attacken in Zürich zugenommen

In Zürich haben die städtischen Verkehrsbetriebe (VBZ) auf die massiv gestiegene Zahl solcher Laser-Attacken mit einer Kampagne reagiert. Bei der BLT ist das zurzeit kein Thema. Angesprochen auf die VBZ-Kampagne sagt Büttiker: «Es kann ja nicht sein, dass ein Schutzpanzer die Uniform der Zukunft ist.» In der Region Basel kam es bislang aber noch zu keiner Häufung von Laser-Attacken. Büttiker spricht von «relativ wenig» Vorfällen. Für die Täter haben die Blend-Angriffe in jedem Fall strafrechtliche Konsequenzen.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ausländer am 18.10.2015 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hart durchgreifen!

    Auch ich wurde mal Opfer einer Laserattacke (Bereits mal geschrieben). Zum Glück bin ich kein Tram/Zugführer oder gar Pilot. Das ist echt gefährlich. Kurz mal angestrahlt und mein Auge sieht heute vieeel schlechter als früher.

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  • Felipito am 18.10.2015 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was verpasst?

    Aber was ist der Sinn dahinter? Welchen Nutzen soll das jemandem bringen einen Tramführer zu blenden?

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  • Verbietenoderwas am 18.10.2015 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Laser

    Warum sind diese Länpli sogar an Werbegeschenke dran?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Annina Fetzer am 18.10.2015 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wut ohne Folgen

    Die wütenden Kommentare und die Forderung nach härtester Bestrafung sind mehr als verständlich. Aber sie laufen ins Leere. Bevor man Täter bestrafen kann, muss man sie erst erwischen. Und das wissen diese auch. Man rennt einfach weg, ein gefährlicher Laserpointer hat in jeder Hosentasche Platz, wenn's brenzlig wird wirft man ihn ins nächste Gebüsch. Ein Verbot brächte nichts, solange die Dinger aus dem fernen Osten noch immer via Internet billig problemlos gekauft werden können. Auch wenn es sehr teuer wird: Man muss leider bald jeden Bus-Chauffeur etc. mit einer Schutzbrille ausrüsten.

    • Mike ZH am 18.10.2015 22:19 Report Diesen Beitrag melden

      Und es gibt doch einen Lösungsansatz

      Da hilft eine Dashcam mit hoher extrem Auflösung und dann 20J unbedingte Gefängnisstrafe ohne Bewährungsmöglichkeit

    • Peter am 19.10.2015 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      Harte Strafen?

      Wieso hart Strafen wenn eine vernünftige Strafe auch hilft? Manchmal habe ich das Gefühl dass manche Schweizer am liebsten gleich Todesstrafe auf alles einführen würden. Ich bin sicher eine Strafe von 5000 Fr oder 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit hat in diesem Fall genau den gleichen abschreckenden Effekt wie 20 Jahre Gefängnis, und kostet den Steuerzahler nicht 2-3 Millionen Franken (1 Jahr Haft kostet uns laut Google 100'000-150'000 Franken).

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  • erziehung am 18.10.2015 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie die eltern so das kind

    Genau,das kommt von der anti autoritären erziehung,beobachte das jeden tag,die zügel sind zu locker!!

    • Peter am 19.10.2015 13:36 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn es nur so einfach wäre.

      Korrekt, manche Gören die sowas machen genossen eine anti-authoritäre Erziehung. Was das Problem ein klein wenig komplizierter macht, ist dass diejenigen die eine authoritäre Erziehung genossen teils den genau gleichen Mist machen.

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  • Hobbit am 18.10.2015 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsätzlich

    Solche Attacken sollten egal wie es raus kommt als vorsätzlich gehandhabt werden. Das hat nichts mehr mit jugendlichem Leichtsinn oder Bagatelle zu tun.

  • bro am 18.10.2015 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kobra-Effekt

    Ich denke die Kampagne der Zürcher Verkehrsbetriebe hat genau das Gegenteil bewirkt als es sollte. Vermutlich kennen die den Kobra-Effekt auch nicht!

  • Ueli Schwyzer am 18.10.2015 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Sind meistens Ausländer

    Da in der Schweiz der Verkauf von Lasern welche dem menschlichen Auge schaden können, verboten ist, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es ausländische Jugendliche sind, welche die Laser von den Ferien in ihrem Heimatland mit gebracht haben.

    • no Name am 18.10.2015 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli Schwyzer

      Über das Internet kann man die dinger für ein Spotpreis kaufen. Also auch Schweizer.

    • Besser Wisser am 18.10.2015 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli Schwyzer

      ...weil ja Schweizer auch nie Ferien im Ausland machen. Ich gratuliere ihnen zum heutigen Wahlerfolg.

    • Susanne am 18.10.2015 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Besser Wisser

      Ja, weil schweizer Jugendliche ja so anständig und nett sind.

    • Sami am 18.10.2015 20:45 Report Diesen Beitrag melden

      herrlich

      Weil man die Dinger ja nicht über das Internet kaufen kann und/oder Schweizer nie im Ausland Urlaub machen. Ihre rosarote Brille hätte ich gerne.

    • liatia am 18.10.2015 20:52 Report Diesen Beitrag melden

      ohje..

      stimmt, man kann solche Sachen ja auch nicht via Internet in die Schweiz bestellen. Wie kann man so verblendet sein.

    • Menschistmensch am 19.10.2015 01:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Besser Wisser

      Danke für diesen kommi. echt gebracht

    • Ich Glaube am 19.10.2015 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @no Name

      Wo dieser Herr Schweizer lebt, macht man noch Feuer mit Feuersteinen & der Anschluss ans Stromnetz ist für 2022 geplant, natürlich erst nachdem die erste Strasse realisiert wurde.

    • Joe Sixpack am 19.10.2015 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli Schwyzer

      Komische herleitung, gehen Schweizer nie ins Ausland? Ich bin Schweizer, habe meinen Laser von USA mitgebracht, allerdings nicht um Mitmenschen zu blenden.

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