Trauermarsch für getöteten Ilias

23. März 2019 15:53; Akt: 24.03.2019 13:24 Print

«Sie haben einen Teil des Schmerzes genommen»

Mehrere Tausend Menschen haben sich in Basel versammelt, um vom 7-jährigen Ilias M.* Abschied zu nehmen. Die Familie war dankbar und gerührt von der Anteilnahme.

Am Marsch für den getöteten Buben nahmen auch offizielle Vertreter der Regierung teil.
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«Heute sind wir alle Ilias – und Ilias ist Basel», sagte der reformierte Basler Pfarrer Frank Lorenz zur trauernden Menge. Tausende folgten am Samstag dem Aufruf des Aargauers Emi Salahi, der «instinktiv», wie er erklärte, auf Facebook den Trauermarsch angestossen hatte. «Ich bin froh, dass so viele Leute gekommen sind und wir alle zusammen unsere Solidarität bekunden können», sagte Salahi sichtlich gerührt.

Kurz vor 14 Uhr versammelte sich die Basler Trauergemeinde beim Schützenmattpark, mehrere hundert Meter vom Tatort entfernt. Während in Basel immer mehr Leute eintrafen, wurde Ilias M.* in der Stadt Gjilan im Kosovo beerdigt. Via Social Media erfuhren die Eltern und engsten Angehörigen von der riesigen Anteilnahme in Basel. «Sie haben einen Teil unseres Schmerzes weggenommen», sagte Sinan Shashivari, der Grossonkel von Ilias.

«Zeigen, dass sie nicht alleine sind»

Der Trauermarsch setzte sich gegen 14.20 Uhr beinahe lautlos in Bewegung. Mit Vertretern der Opferfamilie sind auch die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann und Erziehungsdirektor Conradin Cramer mitgelaufen. Ein Zeichen, das von der Trauergemeinde sehr geschätzt wurde.

«Wir sind gekommen, um der Familie und den Angehörigen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind in dieser schweren Zeit», erklärte Ackermann.

«Ilias wird diese Schule nicht mehr betreten»

Schüler, Verwandte, Basler und Zugereiste, sie alle kamen, um ihre Anteilnahme nach der Schreckenstat vom Donnerstag kund zu tun, die die Menschen weit über Basel hinaus erschütterte. «Ilias wird diese Schule nicht mehr betreten, aber wir werden ihn nicht vergessen», sagte Shashivari in seiner Ansprache vor dem Gotthelfschulhaus. Während er sprach, legten unweit des Pausenhofs noch immer Menschen Blumen und Kerzen am Tatort nieder.

«Diese Nachmittag war ganz wichtig für alle», sagte Conradin Cramer. «Es war ein Ort, an dem man seiner Trauer Ausdruck geben konnte. Das hat mich und ich glaube alle unglaublich berührt.»

*Name der Redaktion bekannt

Trauermarsch in Basel nach Tod von I.M. (7)

(lha)