Liestal

11. Juli 2019 15:52; Akt: 11.07.2019 16:22 Print

«Haben vier Mal mehr Mineralwasser verkauft»

Fast eine Woche musste die Bevölkerung von Liestal und umliegenden Gemeinden ihr Trinkwasser abkochen. Der Absatz von Mineralwasser explodierte in dieser Zeit.

Bildstrecke im Grossformat »
Das Trinkwasser der Gemeinden Liestal, Lausen, Arisdorf, Seltisberg, Lupsingen und Nuglar-St. Pantaleon darf seit Donnerstagnachmittag, 11. Juli, wieder ohne Einschränkung konsumiert werden. Am 5. Juli wurde bei einer Messung eine erhöhte Konzentration von Kolibaktierien festgestellt. Der Kantonale Kantonale Krisenstab riet in der Folge von der Konsumation des Leitungswassers dringend ab und leitete diverse Massnahmen ein. Am Samstag, 6. Juli, war in fast allen Supermärkten der betroffenen Gemeinden das Wasser ihne Kohelsäure oder sonstige Zusätze ausverkauft. Am Sonntag hingen in einigen Läden Aushänge wie dieser, die auf die Gefahr im Leitungswasser hinwiesen. Seit Freitag, 5. Juli sollte kein Leitungswasser direkt vom Hahnen mehr getrunken werden. Das Wasser ist mit Bakterien belastet. Im Gegensatz zu den Vortagen gab es am Sonntag in Liestal zumindest bis zum Mittag noch Wasser zu kaufen. Mineralwasser-Produzenten profitierten. So lieferte etwa die Mineralquelle Eptingen 25'000 zusätzliche Literflaschen aus. Die Migros verzeichnete einen Anstieg der Absatzes von 40 Prozent in den betroffenen Gemeinden fest. Die Behörden hatten zahlrieche Kontrollstellen eingerichtet. Die Wasserproben geben Aufschluss darüber, wann das Leitungswasser wieder bedenkenlos getrunken werden kann. Die Behörden grieten vorsorglich, das Wasser noch bis Donnerstag, 11. Juli abzukochen oder zu kaufen. Die Kolibakterien im Wasser können zu Magen-Darm-Beschwerden oder Durchfall führen. Ärzte und Spitäler konnten jedoch keinen Anstieg von Krankheitsfällen verzeichnen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Trinkwasser in den Gemeinden Liestal, Lausen, Arisdorf, Seltisberg, Lupsingen und Nuglar-St. Pantaleon kann ab sofort wieder ohne Einschränkung konsumiert werden. Das meldete der Kantonale Krisenstab Baselland am Donnerstagnachmittag.

Seit knapp einer Woche konnte die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden kein sauberes Leitungswasser benutzen. Grund dafür waren eine hohe Anzahl Fäkalbakterien, die am Freitag, 5. Juli bei einer Wasseranalyse festgestellt wurden. Die Behörden gaben daraufhin die Weisung heraus, dass das Trinkwasser für mindestens drei Minuten abgekocht werden muss.

Nach der Beigabe von Chlor konnte bereits am Montag, 8. Juli keine Keimbelastung mehr nachgewiesen werden. Auch nachdem die Chlorbeigabe ausgesetzt wurde, kam es nicht mehr zu einem Anstieg der Keimbelastung, somit konnte der Krisenstab in Absprache mit dem Amt für Lebensmittelsicherheit nun Entwarnung geben.

Sprunghafter Anstieg von Mineralwasser-Verkauf

Der Detailhandel setzte in der Region massiv mehr Mineralwasser um, als gewöhnlich. «Am Freitag bestellten Geschäftskunden aus der betroffenen Region 25'000 Einliterflaschen Eptinger Mineralwasser nach», sagte die Mediensprecherin der Mineralquelle Eptingen AG, Damaris Buchenhorner, gegenüber 20 Minuten.

«Der Unterschied zur Vorwoche beläuft sich in den drei Migros-Filialen Liestal, Schönthal und Bubendorf zusammengerechnet auf rund plus 40 Prozent. Am Freitag und Samstag war die überdurchschnittliche Nachfrage nach Wasser am deutlichsten zu spüren. Danach hat es sich langsam wieder normalisiert», bestätigt Migros-Sprecher Moritz Weisskopf auf Nachfrage.

Auch Coop hat massiv mehr Wasser abgesetzt: «Im Vergleich zur Vorwoche haben wir in der Region Liestal rund vier Mal mehr Wasserflaschen verkauft», so Coop-Mediensprecherin Marilena Baiatu.

Baustelle im Verdacht

Die Ursache ist indes praktisch geklärt. Der Verdacht, dass wonach die Verschmutzung auf Bautätigkeiten am Leitungsnetz in Liestal zurückzuführen sei, habe sich «sehr stark erhärtet», teilte der Krisenstab mit. Eine Untersuchung der Stadt Liestal sei aber noch nicht abgeschlossen.

Die Bevölkerung hat die Weisungen des Krisenstabs offenbar konsequent befolgt. Spitäler und Ärzte hätten keinen Anstieg von Krankheitsfällen verzeichnet.

(kom)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Investigator am 11.07.2019 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind sie? Die Verantwortlichen.

    Wo bleiben die investigativen Fragen der Medien. Sobald man ahnt, dass die Verschmutzung durch die Landwirtschaft verursacht worden sein könnte, schaltet man auf "Kuscheljounalismus". Wetten, dass die Bevölkerung nie erfahren wird, wer der wahre Verursacher ist. Fast eine Woche mussten wir in der Region unsern Wasserkonsum sehr im Auge behalten. Werden die Verantwortlichen bestraft? Spielten sie mit unserer Gesundheit? Wenn jemand zu schnell fährt...ein Halliundhallo. Horrende Strafen werden ausgesprochen. Tagelang wird der Fall ausgequetscht. Und hier...alles wird unter dem Deckel gehalten...

  • Toi Toi am 11.07.2019 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nach dem Klo/vor der Arbeit Händewaschen

    Baustelle? Haben die in der Baugrube ihre Notdurft verrichtet? Oder wie muss sich der Laie das Vorstellen. Wird so etwas bestraft? War es fahrlässige Körperverletzung? Ich bin der Meinung, dass das Thema Verursacher in dieser Woche ganz schön ausgeblendet wurde. Schade. Sonst sucht man für den kleinsten "Mist" einen Schuldigen.

  • Liese Taler am 11.07.2019 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    und darf man die Zusatzausgaben

    der Firma die für die Verunreinigungen verantwortlich sein soll in Rechnung stellen? Wenn sich der Verdacht dann bestätigt? Oder gibt es einen Nachlass in der Jahresendabrechnug von der Gemeinde? Man muss ja schliesslich wissen ob man die Quittungen - Rechnungen aufheben soll. Unsere Familie trinkt im Normalfall nur Hahnewasser als Beitrag zur Umwelt (Kein Plastikabfall) Und das Wasser in Glasflaschen ist ja gleich mal um einiges teurer. Bitte um Antworten. Schliesslich haben die Geschäfte ziemlich Umsatz gemacht auf unsere Kosten und wegen der Verunreinigung

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gio Pereu am 11.07.2019 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Anzeige

    Das zeigt wieviel Hahnenburger normalerweise getrunken wird. Oder zumindest verbraucht.

  • Mark am 11.07.2019 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glück gehabt

    Das ist der Alptraum jedes Brunnenmeister.

  • Thekla Meier am 11.07.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plastikabfall

    Ich trinke am liebsten Hahnenwasser,leider gab es bei uns im Haus eine Entkalkungsanlage und find das Wasser Gruussig,werde jetzt vermehrt Mineralwasser kaufen

  • Liese Taler am 11.07.2019 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    und darf man die Zusatzausgaben

    der Firma die für die Verunreinigungen verantwortlich sein soll in Rechnung stellen? Wenn sich der Verdacht dann bestätigt? Oder gibt es einen Nachlass in der Jahresendabrechnug von der Gemeinde? Man muss ja schliesslich wissen ob man die Quittungen - Rechnungen aufheben soll. Unsere Familie trinkt im Normalfall nur Hahnewasser als Beitrag zur Umwelt (Kein Plastikabfall) Und das Wasser in Glasflaschen ist ja gleich mal um einiges teurer. Bitte um Antworten. Schliesslich haben die Geschäfte ziemlich Umsatz gemacht auf unsere Kosten und wegen der Verunreinigung

  • Karl am 11.07.2019 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnung an die Baufirma!

    Tja da sollte nun ein jeder seine Wasserrechnung an die Baufirma schicken dürfen. Ist ja teurer als Hahnenwasser.