Grellingen BL

17. November 2014 18:31; Akt: 17.11.2014 18:31 Print

Trinkwasser wegen Technik-Defekt verseucht

Eine defekte Verwurfsklappe sorgte am Sonntag dafür, dass das Trinkwasser in Grellingen verunreinigt wurde. Die Gemeinde wartet nun gebannt auf Entwarnung.

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Brunnmeister Patrick Müller stellte am 16. November eine Verunreinigung des Trinkwassers in Grellingen fest. (Bild: zvg)

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In Grellingen herrscht Ausnahmezustand seit der Kantonale Krisenstab Basel-Landschaft am Sonntag Vorsichtsmassnahmen zum Umgang mit dem verseuchten Trinkwasser bekannt gegeben hat. Das Leitungswasser muss seither vor jedem Gebrauch mühevoll abgekocht werden. Alltagssituationen wie das Zähneputzen und der Geschirrabwasch werden damit zum Problem.

Inzwischen ist bekannt, wie die Substanz ins Trinkwasser gelangte. «Es war ein technischer Defekt. Eine Verwurfsklappe hat nicht funktioniert», erklärt Hans Reithofer, zuständiger Gemeinderat Grellingen. Diese hätte das trübe Wasser abfangen müssen. Laut Reithofer sei sofort gehandelt worden. «Der Brunnmeister hat absolut richtig reagiert», lobt der Gemeinderat.«Die Feuerwehr hat die Flugblätter zudem persönlich verteilt.»

Brunnmeister reagierte schnell

Brunnmeister Patrick Müller reagierte schnell, als der Alarm im Wasserwerk ertönte. «Ich habe die defekte Verwurfsklappe dann per Hand bedient», so Müller. Dennoch gelangte von der Substanz ins Trinkwasser. Laut dem Brunnmeister soll der am Sonntag gemessene Wert die Toleranzgrenze um das Sechsfache überstiegen haben. Seit vier Jahren beaufsichtigt er das Trinkwasser bereits: «So etwas ist noch nie passiert», sagt Müller. Auch bei seinem Vorgänger, der 27 Jahre im Wasserwerk tätig war, sei die Verwurfsklappe kein einziges Mal ausgefallen.

Am Donnerstag werden laut dem Gemeinderat die Resultate der durch das Kantonale Labor umgehend eingeleiteten Untersuchung erwartet. Bereits jetzt wird das Trinkwasser einer umfassenden Chlor-Reinigung unterzogen und desinfiziert. Die Verunreinigung des Trinkwassers entstand laut dem Gemeinderat aufgrund der starken Regenfälle der vergangenen Tage.

«Duschen ist erlaubt», sagt Peter Wenk, Leiter des Kantonslabors. Nur in den Mundbereich gelangen dürfe das Wasser nicht. Der Experte ist sich sicher: «Es handelt sich um ein Bakterium im Trinkwasser.» Beachte man die Vorsichtsmassnahmen und koche das Wasser ab sei auch nichts zu befürchten.

Mehr Aufwand für die Beizer

Das verschmutzte Trinkwasser hat auch Auswirkwirkungen auf die Dorfbeizen. Franziska Altermatt, Wirtin des Restaurants Eggfluh erzählt, dass sie erst am Montagmorgen von der Wasserverschmutzung erfahren hat. «Nun machen wir halt das Beste aus der Situation», sagt sie. Als Konsequenz bleibt die Kaffeemaschine kalt. «Die Leute trinken nun halt mehr Mineralwasser», erzählt die Wirtin. «Ich koche aber schon mal Wasser für ein Kafi Lutz ab – und für die Geschirr-Reinigung», so Altermatt.

Die Gäste der Beiz mitten im Dorf nehmen es gelassen. «Es gab bis jetzt keine Reklamationen», sagt Altermatt. Sie hofft aber, dass der Spuk so schnell wie möglich vorbei geht, um den finanziellen Verlust in Grenzen zu halten.

(aj, vh)