In katholischer Kirche

08. Mai 2012 21:30; Akt: 08.05.2012 23:27 Print

Umstrittener Australier will Gläubige heilen

von Andrea Heeb Perrig - In der katholischen Pfarrei St. Anton in Basel tritt am Sonntag der selbsternannte Heiler Alan Ames auf. Seine Praktiken sind alerdings umstritten.

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Alan Ames wird am Sonntag kranke Menschen heilen.

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«Ich wurde von Gott berührt – und seit dieser Sekunde bin ich vollständig gläubig. Durch die Liebe zu Gott versuche ich, kranke Menschen zu heilen», sagt der Australier Alan Ames (58). «Alan hat die Gabe der Heilung», steht auf seiner Website. Laut seiner Mitarbeiterin Beatrix Zureich erfolgreich: «Nach einer seiner Predigten im Benediktiner-Kloster in Disentis konnte ein Junge, der an den Rollstuhl gefesselt war, wieder laufen.» Es sei nur eines von vielen Beispielen.

Am Sonntag präsentiert Ames seine Gabe in Basel. Nach Gebet, Messe und Vortrag legt er Gläubigen seine Hand in der Antoniuskirche auf die Stirn – diese stürzen dabei oft wie vom Blitz getroffen um.

«Es sind immer dieselben», so ein Mann auf Telebasel, der den Heiler schon mehrmals gesehen hat. Xaver Pfister, Medienbeauftragter der Basler römisch-katholischen Kirche, findet Alan Ames’ Auftritt sehr problematisch: «Ich glaube nicht daran – das ist Gugus. Ich weiss, dass Personen nach seiner Behandlung an Angstzuständen und Panikattacken litten.» Und Religionsexperte Georg O. Schmid sagt: «Ames ist umstritten, weil er wie andere charismatische Heilungsprediger davon ausgeht, dass Heilung für gläubige Christen eigentlich der Normalfall darstellen sollte.» Damit wecke er laut Schmid «massive Heilungserwartungen», die nur zu oft enttäuscht würden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bea Stocker, Riehen am 09.05.2012 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Integration statt Isolation

    Innerhalb von Kirchgemeinden integrierte Angebote von Segnungs- und Heilungsgottesdiensten sind nicht generell problematisch, im Gegenteil - es kommt grundsätzlich darauf an, ob Menschen weiterbegleitet werden - und bei Unsicherheiten, Aengsten aufgefangen werden können. Integration statt Isolation ist hier gefragt! Bea Stocker, Riehen

  • J. Meyer am 08.05.2012 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Die Dummen sterben nie aus

    Ist schon schlimm, das es solche Scharlartane gibt. Was aber irgendwie noch schlimmer ist, dass es Menschen gibt, welche diesen Hokuspokus auch noch glauben und dafür z.T. auch noch bereit sind, mitunter viel Geld zu zahlen. Geld hat noch niemanden geheilt, nur den Wohlstand solcher Scharlartane genährt.

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  • Bea Stocker, Riehen am 09.05.2012 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Integration statt Isolation

    Innerhalb von Kirchgemeinden integrierte Angebote von Segnungs- und Heilungsgottesdiensten sind nicht generell problematisch, im Gegenteil - es kommt grundsätzlich darauf an, ob Menschen weiterbegleitet werden - und bei Unsicherheiten, Aengsten aufgefangen werden können. Integration statt Isolation ist hier gefragt! Bea Stocker, Riehen

  • J. Meyer am 08.05.2012 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Die Dummen sterben nie aus

    Ist schon schlimm, das es solche Scharlartane gibt. Was aber irgendwie noch schlimmer ist, dass es Menschen gibt, welche diesen Hokuspokus auch noch glauben und dafür z.T. auch noch bereit sind, mitunter viel Geld zu zahlen. Geld hat noch niemanden geheilt, nur den Wohlstand solcher Scharlartane genährt.