Zoo Basel

16. April 2015 12:04; Akt: 16.04.2015 15:07 Print

Unbekannter spendet 30 Millionen fürs Ozeanium

30 Millionen stellt ein anonymer Spender dem Zoo Basel für das Ozeanium zur Verfügung. Die Meereswelt soll ohne Staatsgelder gebaut werden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Für den Zoo handle es sich bei den 30 Millionen Franken um eine «Leadspende», sagte Verwaltungsratspräsident Martin Lenz am Donnerstag vor den Medien. Es ist die grösste Spende, die der 1874 eröffnete Zolli je erhalten hat. Laut Lenz ist der Spender im Zoo nur einem sehr kleinen Kreis bekannt. Es handle sich jedoch um eine vertrauenswürdige Person und die Spende sei vertraglich zugesichert.

Noch fehlen 60 Millionen

Mit eigenen Rückstellungen von 10 Millionen und der Spende stehen für das Ozeanium nun 40 Millionen Franken bereit. Die restlichen 60 Millionen will der Zoo selbst beschaffen. Sowohl für den Bau wie auch für den Betrieb soll keine staatliche Unterstützung in Anspruch genommen werden, wie Zoo-Direktor Olivier Pagan bekräftigte.

Nach weiteren Spenden wird auch ausserhalb der Grossregion Basel gesucht. Entsprechende Gespräche mit Stiftungen, Mäzenen und Fonds seien im Gange, sagte Pagan. Die Ausgangslage für die Realisierung des Projekts sei nun gut, aber über den Berg sei man noch nicht bei der Finanzierung.

Eröffnung frühestens in sechs Jahren

Wann mit dem Bau des Ozeaniums an der Basler Heuwaage begonnen wird, ist noch offen. Die Eröffnung ist frühestens in sechs oder sieben Jahren möglich, wie es hiess. Entworfen wurde das Projekt von Boltshauser Architekten aus Zürich, die 2014 den Wettbewerb für das Ozeanium gewonnen hatten.

Der Zoo wolle das Projekt nun planerisch und inhaltlich mit Vollgas vorantreiben, sagte Pagan. Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt soll schon bald über den mit den Behörden ausgearbeiteten Bebauungsplan befinden.

Das Ozeanium soll dereinst dem Publikum anhand von 30 Themenaquarien einen Einblick in die Welt der Ozeane bieten und es für Umweltfragen sensibilisieren. Es gehe nicht um Schau und Kommerz, sondern um Expertise in Forschung und Bildung, sagte Pagan. Die Ausrichtung auf Naturschutz und Nachhaltigkeit habe auch den Spender überzeugt.

Bis zu 700 000 Besucher

Das Ozeanium, das mit 500'000 bis 700'000 Besuchern pro Jahr bei vernünftigen Eintrittspreisen selbsttragend sein soll, ist indes nicht unumstritten: So lancierte die Fondation Franz Weber letztes Jahr als Gegenprojekt zum Grossaquarium mit lebenden Tieren die «Vision Nemo». Dabei handelt es sich um ein auf neueste Technik gestütztes Multimedia-Fenster zum Ozean.

Im Zoo Basel lässt man sich von der Kritik jedoch nicht beirren. Hinter den Kulissen laufen bereits die Vorbereitungen für eine grossangelegte eigene Korallenzucht. Denn das Ozeanium soll unter anderem auch ein Korallenaquarium von 150'000 Litern erhalten. Derzeit werden im Zolli bereits 20 bis 30 Arten gezüchtet. Weitere sollen hinzukommen.

(sda)