«Kill Nazis»

11. Oktober 2019 12:30; Akt: 11.10.2019 12:30 Print

Vandalen rufen zur Tötung von SVP-Politikern auf

Versprayte Wahlplakate sind nichts Ungewöhnliches. In Basel ist die Sache jetzt aber zu einem Offizialdelikt eskaliert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Aufruf zu Gewalt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Wahlplakat der SVP Basel-Stadt ist Vandalen zum Opfer gefallen. Zwar werden immer wieder Plakate verschandelt, doch haben die unbekannten Täter in diesem Fall die Kandidaten als Nazis betitelt und zu deren Tötung aufgerufen.

Wie die «Basler Zeitung» berichtet, hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen öffentlichem Aufruf zur Gewalt eröffnet. Für das Offizialdelikt kann eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren ausgesprochen werden.

Nationalratskandidaten im Visier

Das Plakat hängt an der Centralbahnstrasse beim Bahnhof SBB. Darauf zu sehen sind die SVP-Nationalratskandidaten Sebastian Frehner, Eduard Rutschmann, Gianna Hablützel-Bürki, Pascal Brenneisen und Felix Wehrli. Darüber prangt der schwarz gesprayte Schriftzug «Kill Nazis» (auf Deutsch «töte Nazis» oder «Nazis töten»).

Gegenüber der Zeitung zeigt sich der Basler SVP-Präsident Eduard Rutschmann, der auch auf dem Plakat zu sehen ist, schockiert: «Jedem steht es frei, seine politische Position innerhalb der demokratischen Spielregeln zu wählen und sich zu äussern, niemand muss mit uns einverstanden sein. Aber Sachbeschädigungen und jetzt ein Aufruf zur Tötung zeugen von einer totalitären Haltung, die offenbar auch nicht vor der Vernichtung Andersdenkender zurückschreckt», sagt er.

SVP auf der Jagd, Juso distanziert sich

Bereits am 2. Oktober hatte die Partei dazu aufgerufen, Vandalenakte an Plakaten zu fotografieren oder zu filmen und das Material der Parteileitung zuzustellen. Im Aufruf schreibt die SVP auch, dass sie vermutet, dass unter anderen Anhänger von Juso-Kandidaten hinter den Attacken stecken.

Der Basler Juso-Präsident Nicolas Eichenberger distanziert sich auf Anfrage von 20 Minuten von den Vandalenakten: «Wir sind dagegen, die Plakate von anderen Parteien zu zerstören», sagt er. Zudem finde er es total daneben, zur Tötung politischer Gegner aufzurufen. «Solche Aufrufe haben in einer Demokratie nichts verloren», so Eichenberger.

(las)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Coco am 11.10.2019 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten

    Was ist den das für ein Kindergarten??? Es gibt verschiedene Parteien und jeder darf seine Meinung haben!!!

    einklappen einklappen
  • Jochum am 11.10.2019 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso

    Sind es immer die netten, toleranten gutbürger welche die meinung anderer nicht akzeptieren können und nonstop zu gewalt gegen diese aufrufen?

    einklappen einklappen
  • Beni S. am 11.10.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Linke Denkweise

    Es war doch schon immer so. Die Linken dürfen alles und die SVP nichts! die Haltung der SVP keine Plakate der politischen Gegner zu verunstalten bzw. gleich zu klauen/vernichten funktioniert. Man stellt einfach wieder neue hin. Bedenklich ist jetzt aber, dass Andersdenkende von Linken nun offenbar zum "Abschuss" freigegeben werden. Soviel zur von den Linken so oft geforderte Toleranz. Die gilt offenbar nur für andere!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hunrod am 11.10.2019 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin froh, wenn die Wahlen vorbei sind

    Und die Linken brechen Interviews ab, wenn jemand als "heiss" bezeichnet. Wohl gemerkt in einer Satiresendung.

    • Peter Baumann am 11.10.2019 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hunrod

      Das hätte ich auch gemacht! Das war eine klar sexistische und unterirdische Bemerkung, die mit Wahlkampf nun wirklich nichts zu tun hat! Herr Levrat hat Recht, dass er sich nicht auf dieses Niveau herabgelassen hat!

    einklappen einklappen
  • Wachmeister am 11.10.2019 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwürdig

    Man muss sie ja nicht mögen, aber sie als Nazis zu bezeichnen und zum Mord aufzurufen ist einer Demokratie unwürdig! Eigentlich ist das ein Aufruf zum Mord und müsste strafrechtlich verfolgt werden!

  • Mr. Spock am 11.10.2019 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nun, unsere Parteien

    leben uns sowas tagtäglich vor. Es herrscht ein gegeneinander, statt miteinander. Das schlimmste dabei ist die Tatsache, daß sie das Volk mit rein ziehen und dieses Spalten

  • Rufer in der Wüste am 11.10.2019 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moderner Extremismus

    verpackt in anderem Gewand, nicht mehr und nicht weniger. Gewaltandrohung gegen Andersdenkende und Ausgrenzung selbiger, ist ein Markenzeichen vom Extremismus und zwar egal wie politische Ausrichtung vordergründig auch sein mag.

  • Ein Mensch am 11.10.2019 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Total daneben

    Solche Aussagen haben hier einfach nichts zu suchen! Wie gesagt: Jedem steht es frei, seine Politische Meinung zu äussern, egal ob links oder rechts. Wir sind eine Demokatie.