Veloklau in Basel

04. Juli 2014 05:56; Akt: 04.07.2014 05:56 Print

Velodiebe haben teure Luxus-Bikes im Visier

von Mirjam Rodehacke - In der Velostadt Basel gibt es viele dreiste Fahrraddiebe. Zwar geht die Zahl gemeldeter Diebstähle zurück, dafür werden immer öfter gezielt teure Fahrräder geklaut.

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Um sein Fahrrad zu schützen, sollte man es konsequent immer ab- oder einschliessen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die Basler Versicherungen verzeichnen einen Anstieg bei den Velodiebstählen. «Vorwiegend teure Velos werden aus Velokellern von Mehrfamilienhäusern gestohlen. Die Schadensumme kann im Einzelfall über 10'000 Franken betragen», so Mediensprecher Matthias Zingg. Auch Velohändler waren laut Zingg in den letzten Jahren vermehrt von Diebstahl betroffen. Dass der Fantasie der Diebe beim Klauen keine Grenzen gesetzt sind, weiss Peter Kolb von Veloregister. «Die Maschen der Diebe sind unterschiedlich: Die einen stehlen die Velos ab den Abstellplätzen, andere dringen bei den Herstellern in die Lagerhallen oder bei den Händlern in die Showräume ein.» Erst vergangene Woche wurde in der Stadt Basel ein Velodieb geschnappt, der mit einem Lieferwagen mehrere Velos im Wert von mehreren tausend Franken abtransportieren wollte.

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Laut Staatsanwaltschaft wird zwar nicht im ganz grossen Stil geklaut, die Situation sei aber dennoch prekär: Laut dem Jahresbericht der Kriminalstatistik meldeten 2013 über 2500 Besitzer in Basel ihre Fahrräder als gestohlen. Dabei konnten nur 2,2 Prozent der Fälle aufgeklärt werden. Dafür ist die Diebstahlrate im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gesunken. Damit sie weiter sinkt rät Polizeisprecher Andreas Knuchel: «Das Velo sollte immer konsequent ab- und eingeschlossen werden».

Kein Paradies für Velodiebe

Häufiger als Diebstähle sind laut Staatsanwaltschaft aber Entwendungen. Dabei nimmt der Täter irgendwo ein Velo und lässt es dann an einem anderen Ort stehen. «Es liegen zwar keine genauen Zahlen vor, aber dies kommt definitiv häufiger vor und ist viel schwieriger zu eruieren», so Kriminalkommissär Peter Gill. In Basel seien keine organisierten Banden unterwegs. Jedoch gebe es Diebe, die im kleinen Kreis zusammenarbeiten, teure Velos stehlen und diese dann im Ausland verkaufen. «Basel ist aber keinesfalls ein Paradies für Velodiebe», betont Gill.

Auch bei Pro Velo Basel ist man mit dem Thema Veloklau konfrontiert. «In einer Umfrage über die Gründe fürs Nicht-Velofahren belegte die Angst vor einem Diebstahl Platz vier», so Geschäftsführer Roland Chrétien. Um gegen Diebe vorzugehen, empfiehlt er Tipps des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). «Fahrradbesitzer sollten sich für ein Qualitätsschloss entscheiden, das mindestens drei Minuten einem gewaltsamen Ausbruchsversuch standhält», so Chrétien. Dauert es länger, bekommen laut ADFC meistens auch professionelle Fahrraddiebe Angst, erwischt zu werden.

Belohnung für Velofinder

Denn ein gutes Schloss macht den Unterschied: Jene mit Spiralkabeln, dünnen Drähten oder Ketten kosten zwar wenig, lassen sich laut ADFC aber schnell aufsägen oder mit dem Seitenschneider aufknipsen. Mehr Schutz bieten Bügel-, Falt- oder Kettenschlösser. Ein Fahrradschloss ist aber nur so gut wie seine schwächste Stelle – die Qualität von Material, Schlosszylinder und Schlosskörper müsse stimmen.

Falls das Velo doch abhandengekommen ist, gibt es im Netz einige hilfreiche Seiten, bei denen man mit Glück vielleicht wieder fündig wird: So werden dort jeweils gefundene Velos aufgelistet und Bestohlene können Infos über ihren vermissten Drahtesel veröffentlichen. Einen besonderen Anreiz bietet zudem velofinder.ch: Dort werden besonders fleissige Velofinder mit Punkten belohnt, die dann gegen nützliches Velozubehör eingetauscht werden können.