Suspekte Wahlzettel

29. März 2011 22:58; Akt: 30.03.2011 10:14 Print

Verdacht auf Wahlbetrug im Baselbiet

von Jonas Hoskyn - Bei der Wahl des Landrats sind am Sonntag verdächtige Wahlzettel aufgetaucht – alle mit dem Namen der frisch gewählten SP-Landrätin Ayse Dedeoglu.

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Ayse Dedeoglu. (SP BL)

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1730 Stimmen erhielt Asye Dedeoglu am Sonntag bei den Landratswahlen im Kanton Baselland und holte damit für die SP den dritten Sitz im Parlament im Wahlkreis Muttenz. Die Freude der 42-Jährigen, die erstmals für ein politisches Amt kandidierte, war allerdings nur von kurzer Dauer. Bereits am Sonntagmorgen bemerkten die Wahlbüros in Muttenz und Birsfelden unabhängig voneinander verdächtige Wahlzettel: Allesamt freie Listen mit dem Vermerk «SP» und ausschliesslich dem Namen der Kandidatin Ayse Dedeoglu. «Bei uns wurden zwischen 150 und 250 verdächtige Stimmzettel abgegeben», so Rolf Gerber von der Baselbieter Landeskanzlei. «Wir haben das angeschaut und dann die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.»

Diese ermittelt nun wegen Wahlbetrug und Stimmenfang. Darauf steht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Auch die SP und Dedeoglu haben Anzeige eingereicht: «Ich habe damit nichts zu tun und will, dass der Fall aufgeklärt wird», so Dedeoglu. «Es besteht auch die Möglichkeit, dass uns jemand zu schaden versucht», ergänzt Bruno Kappeler, Präsident der SP Muttenz.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werden sicher mehrere Wochen in Anspruch nehmen. «Falls sich der Verdacht bestätigen würde, müsste die Mandatsberechnung im Wahlkreis Muttenz neu durchgeführt werden», so Gerber. Konkret heisst das: Im schlimmsten Fall verliert die SP über 2000 Stimmen – und damit möglicherweise auch einen Sitz im Parlament.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • T.G. am 29.03.2011 23:51 Report Diesen Beitrag melden

    ...dass uns jemand zu schaden versucht..

    Natürlich. So ist es. Anders kann es gar nicht sein.

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  • Anna am 31.03.2011 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Opfer oder Täter

    Wahlfälschung ist Betrug am Volk. Richtig kriminell wirds aber, wenn andere für solche Machenschaften verantwortlich gemacht werden.

  • Fritz Müller am 30.03.2011 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die SP wollte ja nur helfen!

    Die SP hat doch nur Schweizer Analphabeten geholfen, die ihren Wahlzettel nicht richtig ausfüllen können!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ralf am 01.04.2011 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Das is doch schon bald Normalität!

    Welch Hohn und Spott auf unsere Demokratie! Da wird Wahlbetrug im hohem Masse gemacht und niemand regt sich auf. Schon gar nicht die SP, denn die müsste eingestehen, dass die Integration nicht klappt. Zuerst Herr Lumengo und nun auch bei uns. Die SP schweigt diesen Vorfall einfach tot. Wehe aber, das gleiche wäre der SVP passiert, dann würden die SPler alle Hebel in Bewegung setzen, damit die Medien in den nächsten Wochen nur über diesen Skandal berichteten. Wohin führt das?

  • Reto am 01.04.2011 00:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wer soll den schon betrügen?

    Wer soll den schon betrügen? Wir leben in einem Land das demokratisch ist und in dem Vernunft herscht. Hier wird nicht betrogen. Betrug in der Schweiz, das ist nicht möglich. Nicht Mööööglich. Oder doch?

  • Miriam am 31.03.2011 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Klar wie Gülle - SP Betrug

    2011 ist Wahl-/Zahltag

  • Anna am 31.03.2011 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Opfer oder Täter

    Wahlfälschung ist Betrug am Volk. Richtig kriminell wirds aber, wenn andere für solche Machenschaften verantwortlich gemacht werden.

  • Graf Urteil nach Wissen am 30.03.2011 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr wisst nicht, dass Ihr nichts wisst

    Man bemerkt anhand der einfältigen Kommentaren, dass die Urteile bereits gefällt sind. Sollte jemand den Wunsch verspürt haben der Dame zu schaden, sieht man wie einfach das ist. Ein paar Zettel einwerfen und der Mob tobt. Die latente Ablehnung gegen "die Türkin" unübersehbar. Schwer zu glauben, dass Sie so dumm ist und auf derart plumpe Weise eine Wahl manipulieren wollte.

    • R. Müller am 31.03.2011 12:19 Report Diesen Beitrag melden

      Wer weiss schon ...

      Ein paar Zettel ist sehr untertrieben. Anscheinend sollen es ca. 250 sein. Das sind sehr viel Stimmen! Ich kann beim besten Willen auch nicht glauben, dass andere versucht haben, der Dame eine Schaden zuzufügen, denn das wäre wirklich dumm!! Vielleicht hat sie gemeint, dass es nicht auffallen würde. Die Wahlbüros haben also gute Arbeit geleistet!

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