Liestal

08. Februar 2011 23:00; Akt: 08.02.2011 20:22 Print

Vergewaltiger erneut vor Gericht

von Jonas Hoskyn - Ein 58-jähriger Schweizer steht wegen zwei extrem sadistischen Vergewaltigungen vor Gericht. Er wurde bereits früher zweimal verurteilt.

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Polizisten führen den angeklagten Vergewaltiger ab. (hys)

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Der Mann hatte im Mai 2009 eine junge Frau, die Arbeit als Putzfrau suchte, zu sich in die Wohnung gelockt. Dort fiel er über sie her, bedrohte sie mit einem Messer und fesselte sie. Um sie zum Schweigen zu bringen, stopfte er ihr einen Spielball für Hunde in den Mund. Dann vergewaltigte er sie und zwang sie zum Oralsex. Rund zwei Stunden lang quälte der Sadist die Frau. Kurz nachdem er sie gehen liess, stürmte die Polizei seine Wohnung.

Bereits vier Jahre zuvor soll der Mann in Basel eine Frau von der Strasse gezerrt und auf die gleiche sadistische Art ­zum Oralsex gezwungen haben. Und vor Gericht kam gestern heraus: Der Angeklagte sass bereits in den 1980er-Jahren zweimal wegen Vergewaltigung im Gefängnis. Dies darf ihm nun aber nicht mehr angerechnet werden (siehe Box). Offen ausgesprochen hat es gestern am ersten Verhandlungstag vor dem Baselbieter Strafgericht zwar noch niemand, doch in den heutigen Plädoyers dürfte auch Verwahrung ein Thema sein – zumal ihn eine beigezogene ­Expertin als kaum therapierbar bezeichnete und die Gefahr eines Rückfalls als erheblich einschätzt.

Der Mann stritt alle Vor­würfe ab. Nach seinen verbüssten ­Gefängnisstrafen habe er seine sadistischen Sexfantasien nur noch an Prostituierten aus­gelebt. «Auch diesen beiden Frauen habe ich Geld für ihre Dienste versprochen», so der Mann. Besonders überzeugend war er dabei nicht: «Das macht absolut keinen Sinn», so der Gerichtspräsident.