Liesberg BL

04. März 2019 12:09; Akt: 04.03.2019 15:27 Print

Verunglückter Fasnächtler (40) hing frei am Wagen

Das Dorf trauert um den Mann, der am Fasnachtsumzug aus über drei Metern in die Tiefe stürzte und vor Ort verstarb. Seine Clique war mit einem speziellen Wagen unterwegs gewesen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

An der Fasnacht in Liesberg BL ist es am Sonntag, 3. März zu einem tragischen Unfall gekommen. Ein 40-jähriger Fasnächtler stürzte gegen 15.30 Uhr von einem Cliquenwagen und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu. Sofortige Reanimationsversuche blieben erfolglos, wie die Baselbieter Polizei mitteilte.

Laut Augenzeugen hatte die Clique, der das Todesopfer angehörte, einen besonderen Wagen gebaut. Die Fasnächtler hingen mit Klettergurten gesichert frei an einem vierarmigen metallenen Drehkreuz – so auch der Verunfallte, der laut dem «Blick» als Superman verkleidet war. «Ich war auf der anderen Seite des Wagens, als es passierte», sagt Gemeindepräsident Markus Wackernagel. Laut ihm waren die Männer erfahren und professionell gesichert.

Für die Sicherheit der Wagen ist wegen der grossen Anzahl der Umzüge im Baselbiet jeweils der Veranstalter zuständig, so die Kantonspolizei. Wie es zum tragischen Unglück kam, werden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aber noch zeigen müssen.

Eine Gemeinde trauert

«Es ist extrem emotional, vor allem für eine Gemeinde, in der jeder jeden kennt», sagt Wackernagel. Liesberg hat knapp über 1100 Einwohner. Die Betroffenheit bei der Bevölkerung sei unglaublich gross. Trauernde haben am Montag Kerzen und Blumen am Unfallort aufgestellt. Ein Betroffener platzierte unter Tränen seinen Tribut an den Verstorbenen.

«Es ist tragisch», sagt eine Liesbergerin vor Ort. Sie habe den Unfall zwar nicht direkt beobachtet, von Augenzeugen aber Schilderungen mitbekommen. Die Stimmung im Dorf sei entsprechend gedrückt, sagt sie.

Alle Veranstaltungen abgesagt

«Es war vom ersten Moment professionelle Hilfe vor Ort», erinnert sich Wackernagel. Doch alle Bemühungen nutzten am Ende nichts. Der Fasnächtler erlag noch am Unfallort seinen schweren Kopfverletzungen.

Der Schlag für die Gemeinde ist besonders gross, weil die Fasnacht eigentlich ein fröhlicher Anlass ist. «Wir sind stolz auf unsere Fasnacht, die Menschen aus der ganzen Region anzieht», so Wackernagel. Nach dem Unfall habe man aber alle Veranstaltungen abgebrochen.

Zweiter tragischer Todesfall in zwei Jahren

«So etwas ist hier noch nie passiert», sagt Wackernagel. Während Liesberg bisher von Todesfällen an der Fasnacht verschont geblieben war, kam im vergangenen Jahr in Reinach BL ein Fasnächtler ums Leben, nachdem er beim Guggenkonzert auf der Bühne kollabiert war.

(las/sda)