Strafgericht BS

21. August 2019 18:12; Akt: 21.08.2019 18:55 Print

Bedingte Strafe für Kindsmissbrauch

Ein Deutscher zeigte den sexuellen Missbrauch seines Kleinkindes im Internet. Ein Schweizer Zuschauer muss dem Mädchen nun 10'000 Franken Schadenersatz bezahlen.

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Ein Senior aus der Region wurde diese Woche vom Strafgericht Basel-Stadt zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind sowie mehrfache Pornografie vor.

Der Mann hatte im August und im November 2016 auf Skype live dabei zugesehen, wie ein Deutscher seine zweijährige Tochter sexuell missbrauchte. Gemäss einem Chatverlauf, der in der Anklageschrift auszugsweise abgedruckt ist, gab der Beschuldigte dem Vater auch Anweisungen.

Massenhaft illegales Material

Bei einer Hausdurchsuchung beim Schweizer kamen zudem 780 Bilder und 31 Videos mit kinderpornografischen Inhalten zum Vorschein, die er im Internet heruntergeladen und auch verbreitet hatte. Eine psychiatrische Untersuchung hatte ihm nach seinen eigenen Angaben aber keine Pädophilie attestiert.

Der Chatpartner aus der norddeutschen Stadt Lübeck wurde bereits im Juni 2017 zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und neun Monaten sowie zu einer psychiatrischen Massnahme verurteilt.

Abgekürztes Verfahren, aber keine Reue

Der Schweizer kam mit einer bedingten Strafe mit einer Probezeit von zwei Jahren aus dem abgekürzten Verfahren davon. Voraussetzung für Letzteres war ein Eingeständnis der Taten, eine Anerkennung der Schadenersatzforderung in der Höhe von 10'000 Franken und ein Strafrahmen, der fünf Jahre Freiheitsstrafe nicht überschreitet. Zudem mussten alle Parteien einverstanden sein.

Ein ordentliches Verfahren wäre für den Verurteilten wohl problematischer verlaufen. Als er vom Gericht kurz zum Sachverhalt befragt wurde, behauptete er entgegen der Anklage, die kinderpornografischen Inhalte seien ihm «angeworfen worden». Beim zweijährigen Mädchen sei er «reingefallen». Seine Aussagen zeugten weder von Reue noch von Schuldbewusstsein. Das Gericht äusserte sich nicht zu diesen Aussagen und genehmigte die Erledigung des Falles im abgekürzten Verfahren.

(las)