Winterdepression

17. Dezember 2008 23:07; Akt: 17.12.2008 23:45 Print

Viel Arbeit für die Therapeuten

von Denise Dollinger - Existenzängste, ständiges Grübeln und Stress: Die Finanzkrise wirft so manchen Basler aus dem seelischen Gleichgewicht.

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Werden die Tage kürzer und dunkler, stellt sich bei vielen der Winterblues ein. Kurz vor dem bevorstehenden Fest der Freude wird das Tief oft noch tiefer. In diesem Jahr kommt zum «üblichen» Wintertief noch ein neuer Aspekt hinzu: «Bei vielen Menschen, die in meine Praxis kommen, spielen wirtschaftliche Themen und die damit verbundenen finanziellen Verluste eine grosse Rolle», sagt der Basler Psychotherapeut Lukas Richterich. Dies sei nicht weiter verwunderlich: «Beruf und Geld sind ein grosser Bestandteil des Alltags. Ein möglicher Arbeitsplatz- oder Geldverlust löst Furcht aus.»

Besonders Menschen, denen es schon schlecht gehe, würden mit diffusen Ängsten auf schlechte Nachrichten rea­gieren, sagt die Psychotherapeutin Lorette Tobler. «Viele Patienten, die mit gros­sen finanziellen Unsicherheiten fertig werden müssen, haben Angst vor der Zukunft.»

Auch beim Verein Tele-Hilfe Basel, der über die Telefonnummer 143 Tag und Nacht für Ratsuchende erreichbar ist, erwartet man nach den Feiertagen mehr Klienten. «Der Januar mit dem Januarloch ist jeweils ein hochfrequentierter Monat; mit der Finanzkrise nun wohl noch mehr», sagt eine Mitarbeiterin.