WM-Bilanz

14. Juli 2014 17:30; Akt: 14.07.2014 17:30 Print

Viel Basler Bier und doch so wenig Lärm

von Valeria Happel - Die Barbetreiber in Basel freuten sich und die Bierbrauer umso mehr. Und doch war es 2014 wohl die leiseste Fussball-WM aller Zeiten.

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«Es war eine kleine Weltreise – ein kultureller Mix»: So beschreibt Bruno Zihlmann, Geschäftsführer des Gare du Nord am Badischen Bahnhof in Basel, höchst zufrieden den Eindruck von der noch so präsenten Fussball-Weltmeisterschaft 2014. Für den eingefleischten Fussballfan waren die vergangenen Wochen ein voller Erfolg. Gegen 1000 Zuschauer füllten am Finalabend die Lokalität und verfolgten wie gebannt auf vier Grossleinwänden und sechs Fernsehern, wie das Runde nach 113 Minuten Spielzeit endlich ins Eckige geriet und Deutschland Weltmeister wurde.

Auch für Valentin Aschwanden, Mitinhaber der Baltazarbar, verlief die WM «durchweg positiv und friedlich» –lediglich das Wetter habe nicht mitgespielt. Dies beklagte auch Yannick Frich, Garage-Betreiber und Initiant des Nachbars Garten. «Dennoch verlief die WM unerwartet gut», sagte Frich weiter, der das Public Viewing-Phänomen zunächst etwas unterschätzt und deshalb nicht mit den rund 800 Leuten gerechnet hatte, die dann urplötzlich im Nachbars Garten standen.

Ein Finale ohne WM-Bier

Der Basler Brauerei Unser Bier ging das für die WM eigens gebraute Copa do Mundo-Bier bereits nach den ersten zwei WM-Wochen aus. Aufgrund einer wochenlangen Brauzeit war es jedoch nicht möglich, das Bier «für berauschende Spiele» nachzuliefern, sodass es zu dem wichtigsten aller Spieltage – dem Finale – letztlich kein WM-Bier mehr gab.

Trotz stattlichem Bierkonsum verlief die WM 2014 jedoch überaus still. Die Basler Polizei spricht von einer «ruhigen WM» – insgesamt habe es im Juni sogar weniger Lärmklagen gegeben als im WM-freien Vorjahr. Meinrad Stöcklin von der Polizei Basel-Landschaft doppelte nach und sagte, dass es weniger Telefonanrufe wegen Lärmbelästigung in der gesamten WM-Zeit gab als im Vergleich bei einem einzigen Open Air-Konzert. Die wenigen Anrufer wurden durch die Polizei darauf hingewiesen, dass WM-Zustand herrsche.

Hinter der Grenze gab es Krawalle

Wenige Kilometer weiter, unmittelbar hinter der deutschen Grenze, gab es allerdings diverse Vorkommnisse. So kam es in Schopfheim am Finaltag aufgrund einer Meinungsverschiedenheit zu einer Schlägerei, wobei ein Beteiligter mit einem Fleischklopfer auf einen anderen einschlug und dabei beide verletzt wurden. Ausserdem fiel ein 23-Jähriger von einem fahrenden Auto herunter und zwei weiteren Autofahrern wurden die Fahrzeugschlüssel wegen riskantem Fahrverhalten abgenommen.

In Rheinfelden nahmen rund 300 Fahrzeuge an einem Autokorso teil und in Lörrach wurde der Verkehr bis zum frühen Morgen gänzlich lahmgelegt als bis zu 500 Fahrzeuge die Strassen blockierten und unzählige Fans in die Innenstadt strömten.