Basel

02. April 2019 11:46; Akt: 02.04.2019 11:46 Print

Luxus-Palais von Betrüger Dieter Behring verkauft

Der Schönkindhof, ein Basler Altstadt-Palais, war die Schaltzentrale des Finanzschwindlers Dieter Behring. Für zig Millionen stattete er die Villa mit allen Extras aus.

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40 Zimmer, eine Sauna, 25-Meter-Schwimmbecken, eine Gastronomieküche, eine Einstellhalle, ein Weinkeller: Dieter Behrings Basler Villa war mit allen Schikanen ausgestattet. Der verurteilte Finanzjongleur, der Anfang März in einem Spital verstarb, lebte im Schönkindhof an der Petersgasse in Saus und Braus, als ihm die Anleger ihr Vermögen noch anvertrauten.

Herzstück seines grossen Schwindels war der Computerraum, vor dem sich Behring gerne fotografieren liess. Die vielen Bildschirme, über die die stetig steigenden Kurse flimmerten, sollten den Tatsachenbeweis für sein Genie liefern. Bis zuletzt behauptete Behring, sein von ihm entwickeltes, vollcomputerisiertes Tradings-System habe zweistellige Renditen erzielt. Über 2000 Anleger glaubten ihm, rund 800 Millionen Franken soll Behrings Schneeballsystem verschlungen haben.

Der Schönkindhof hat nun neue Besitzer, es handelt sich um einen indischen Unternehmer aus Reinach. Über den Kaufpreis der Liegenschaft gab die Bundesanwaltschaft, die den Verkauf abwickelte, nichts bekannt, wie die «Basler Zeitung» berichtet. Der Preis soll aber deutlich unter dem von der Bundesanwaltschaft einst geschätzten Verkehrswert von 13,8 Millionen Franken liegen.

Behring wohnte nur ein Jahr in seiner Villa

Die historische Liegenschaft wird urkundlich erstmals 1447 erwähnt und hatte mehrere illustre Besitzer und beherbergte zwischenzeitlich auch eine Druckerei, bevor sich Behring das Bijou 2003 unter den Nagel riss. Lange bewohnte er den repräsentativen Bau nicht: 2004 wurde er in Untersuchungshaft genommen und die Liegenschaft von der Bundesanwaltschaft beschlagnahmt.

(lha)