Initiative zustandegekommen

28. Juni 2017 15:50; Akt: 28.06.2017 16:09 Print

Volksabstimmung über Schulfach Politik in Basel

Die politische Aufklärung der Basler Schüler soll nicht mehr von der Motivation der Lehrer abhängig sein: Die Jungfreisinnigen verlangen per Initiative die Einführung des Schulfachs Politik.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Politik soll in Basel-Stadt zu einem eigenen Schulfach werden. Eine Initiative mit dieser Forderung haben die Jungfreisinnigen am Mittwoch mit 3120 beglaubigten Unterschriften eingereicht.

Umfrage
Sind Sie für die Einführung eines Schulfachs Politik?
68 %
31 %
1 %
Insgesamt 222 Teilnehmer

Die Jungfreisinnigen Basel-Stadt (JFBS) wollen mit dem Volksbegehren namens Ja zu einem Fach Politik die politische Bildung stärken. Sie verlangen einen praxisorientierten Unterricht zu aktuellen Themen. Im Lehrplan 21 sei die Chance dafür verpasst worden, argumentieren sie.

Startschub ins politische Leben

«Uns geht es darum, dass es nicht mehr von den Lehrpersonen abhängt, ob im Unterricht das politische System und seine Abläufe vermittelt werden», erklärt David Pavlu, Präsident der Basler Jungfreisinnigen. Die Initiative verlangt eine Lektion Politik-Unterricht pro Woche. Schüler würden so einen Startschub erhalten und sich dann bestenfalls selbst engagieren und ihr Stimm- und Wahlrecht ausüben.

Das Wort Politik schrecke viele Junge ab, glaubt Pavlu. Er weiss aber: «Wenn es konkret wird, wollen sie mitdiskutieren. Politik ist nicht nur Unternehmensteuerreform, es gibt auch Themen, die den Jungen unter den Nägeln brennen.»

Mehr junge Wähler an die Urne bringen

Dahinter steckt auch die Hoffnung, mehr junge Wähler an die Urne zu bringen. Wobei unklar ist, wie hoch die Stimmbeteiligung der Jungwähler tatsächlich ist. Landläufig gelten sie allerdings als stimmfaul.

Erhebungen dazu sind allerdings widersprüchlich. Gemäss einer Vox-Analyse zur Abstimmung über die Zuwanderungsinitiative der SVP im Februar 2014 des Instituts Gfs.Bern gingen nur 17 Prozent der 18- bis 30-Jährigen an die Urne. Eine Analyse der statistischen Ämter von Genf, Neuenburg und St. Gallen kam bei der gleichen Altersgruppe auf eine Stimmbeteiligung von über 40 Prozent.

Alte hatten noch Staatskunde-Unterricht

Die Sammlung der Unterschriften sei «ring gegangen», sagt Pavlu. Vor allem ältere Semester hätten gar nicht geglaubt, dass es das Fach in der Schule noch gar nicht gibt: «Sie hatten früher noch Staatskunde-Unterricht.» Ein Abstimmungstermin für die Initiative steht noch nicht fest.

(lha/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nave am 28.06.2017 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Neutral

    Das ist nur dann eine gute Idee, wenn die Lehrer neutral bleiben und nicht gegen oder für eine Partei Stimmung machen.

    einklappen einklappen
  • Simon am 28.06.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1. Lektion

    Liebe Schüler, alles was ihr über Politik wissen müsst ist folgendes: Während des Wahlkampfes sagen alle, was ihr hören wollt, um danach nichts davon umzusetzen. Dabei versuchen Politiker ihr Nichtstun mit unendlichen Diskussionen und Phrasen zu kaschieren, damit ihr nichts bemerkt.

    einklappen einklappen
  • churchill am 28.06.2017 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda

    Das wird nur auf eine noch linkere Indoktrination der Leher führen. Politik hat in der Bildung nichts zu suchen! Wer gebildet ist versteht nähmlich auch was von Politik so einfach ist das, Politik ist nicht etwas das man jemandem beibringt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 29.06.2017 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik einfach erklärt:

    Die, die gewählt sind haben nichts zu sagen und die, die das Sagen haben sind nicht gewählt. Ganz einfach.

  • Belesener am 29.06.2017 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Geschichte mehr fördern

    Denn Politik ohne geschichtliche Zusammenhänge ist absolut unbrauchbar!

    • werner schneider am 29.06.2017 10:53 Report Diesen Beitrag melden

      Nein danke

      Noch ein Fach mehr? Wo unterbringen? Und schon wieder an der Schule herumdoktern. Keine gute Idee.

    einklappen einklappen
  • Pufadus am 28.06.2017 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdige Komentare

    Aslo wenn hier alle Kommentierenden in der Schule waren (wovon ich ausgehe) und ihre Behauptung, dass Lehrer die Kinder mit linker politik nachhaltig prägen stimmt, dann müssten hier ja alles linke LeserInnen sein. Also entweder hier wird nur Müll geschrieben oder die meisten stehen nicht zu ihrer politischen Haltung... oder beides.

    • OMGmen am 30.06.2017 17:38 Report Diesen Beitrag melden

      @Pufadus

      Nein, weil wir hatten ja eben keinen Politikunterricht. Allerdigns waren unsere Lehrer übelst links, wobei man sagen muss, dass die meisten auch sehr professionell waren. Einer hat mir aber einmal absichtlich eine schlechtere Note in einem Aufsatz gegeben, gegen den musste ich klagen, der ist - nach für mich positivem Gerichtsurteil - auch geflogen. Aber daran sieht man, die Gefahr einer Indoktrination besteht schon.

    einklappen einklappen
  • Karl Gloori am 28.06.2017 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seich

    Die haben Ideen. Was da wieder Geld verschwendet wird, dabei wollen sie nur ihre eigenen Ideen verbreiten. Sage ich bestimmt Nein!

  • H.Bürki am 28.06.2017 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nein

    Finde ich eine ganz doofe Idee. Die junge FDP hat ein mal mehr nicht erkannt, was wirklich wichtig ist.