17 Jahre Stuntfrau

15. April 2018 17:05; Akt: 15.04.2018 20:16 Print

«Schlimmstes Erlebnis war mit Kontaktlinsen»

Die Baslerin Petra Sprecher arbeitet als Stuntfrau in Hollywood. Angefangen hat sie mit sieben Jahren als Akrobatin beim Jugend-Circus Basilisk.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Petra Sprecher, wie bleibt man in so einem anspruchsvollen Job physisch und mental fit?
Neben dem technischen Stunt-Training brauche ich täglich eine Aktivität in der Natur. Das beruhigt die Nerven. Zum Glück wohne ich nicht weit vom Griffith Park entfernt, in dem ich viele verschiedene schöne Wanderwege kenne. Ich meditiere auch täglich und mache viel Yoga.

Umfrage
Können Sie sich vorstellen, im Stunt-Business zu arbeiten?

Was geht in Ihnen vor, wenn Sie kurz davor sind, einen potenziell gefährlichen Stunt zu machen?
Ich konzentriere mich völlig auf den Stunt, blende also alle negativen Gedanken aus. Visualisierung ist das Wichtigste. Tief durchatmen. Ruhig werden. Mich auf meine Körpermitte konzentrieren, alle Gänge hochschalten und Action.

Was war Ihr Lieblings-Stunt und für welche Produktion?
Da gibt es mehr als einen. Als ich an «The Time Machine» arbeitete, war ich superglücklich. Es war ein dreiwöchiger Job, mit vielen Überstunden tagein, tagaus. Ich kam in einen guten Arbeitsrhythmus, das fühlte sich gut an. Ich durfte auch eine Rolle spielen – ich war eine Eloi-Frau. So hatte ich mehr Freiheit beim Kreieren, da ich niemand anderen kopieren musste. Einen anderen Superjob habe ich gerade kürzlich absolviert. Es war der neue Film mit Brad Pitt, von dem ich gar nichts erzählen darf. Der Job war top. Er hat mir gut gefallen, weil ich mit der Schauspielerin, die ich doubelte, sehr gut auskam. Die Stunts waren alle mit Stahlkabeln, was ja meine Spezialität ist.


Petra Sprecher in der Marvel-basierten ABC-Serie Agents of S.H.I.E.L.D. (Video: zvg)

Gibt es Stunts, die Sie nicht machen würden?
Stunts mit Feuer. Aber bloss, weil ich solche bis jetzt einfach noch nicht trainiert habe.

Was mögen Sie an Ihrem Job und was nicht?
Ich arbeite wirklich gerne am Set von A bis Z. Alles ist so aufregend, obwohl alles sehr seltsam abläuft. Manchmal heisst es: Hopp, hopp, deine Szene ist in 15 Minuten dran! Dann wird gross gehetzt, gerannt, und dann hat man neun Stunden später immer noch nichts gemacht. Plötzlich muss man doch voll bereit sein und innert Sekunden das Totale liefern. Was ich nicht mag, ist, dass ich oft nur für einen Tag angestellt bin. Nach 17 Jahren im Geschäft habe ich nur einmal einen fünfwöchigen Job gehabt, dann noch ein paar dreiwöchige und ansonsten waren es ein- bis dreitägige Jobs.

Was war Ihr schlimmstes Stunt-Erlebnis?
Das war bei der TV-Serie «Charmed». Die Kontaktlinsen für mich wurden hinter meinem Rücken in der letzten Minute umgetauscht in solche, die absolut nicht meiner Augengrösse entsprachen. Der Regisseur hat am Abend zuvor einfach gedacht, dass ich anstatt orangen Augen lieber gelbe haben sollte. Nach dem Drehtag sass ich am Boden in einer Ecke meiner Garderobe, weil ich die Augen nicht mehr öffnen konnte. Ich wurde dann in die Notaufnahme gefahren. Meine Hornhaut war total zerkratzt.

Was machen Sie neben Stunts noch?
Ich war für ein paar Jahre Zirkus- und Yogalehrerin, aber das mache ich schon sehr lange nicht mehr. Das Showbusiness verlangt absolute Aufmerksamkeit, ob man jeden Tag gebucht wird oder nicht.

Sendungshinweis: Petra Sprecher ist am Sonntag, 15. April, in der Sendung «Aeschbacher» zu Gast, 22.10 Uhr auf SRF 1.

(lb)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bud am 15.04.2018 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunlich

    allerdings bewundere ich Menschen die so waghalsige Dinge vollbringen !!Chapeau!

  • peter schwarz am 15.04.2018 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gönner

    Macht einen coolen und gesunden Eindruck. Schön , dass sie einen tollen Job gefunden hat.

  • Spaniel am 15.04.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon etwas verrückt

    Ein waghalsiger Job - aber wir wollen ja waghalsige Szenen sehen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lomeki am 15.04.2018 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie im KV

    Dann wird gross gehetzt, gerannt, und dann hat man neun Stunden später immer noch nichts gemacht.

    • marko 33 am 16.04.2018 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lomeki

      Genau

    einklappen einklappen
  • Sulejka am 15.04.2018 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein gefährlicher Beruf

    Es freut mich, dass sie ihren Lebensunterhalt als Stuntfrau bestreitet, das braucht grossen Mut und sehr viel Beweglichkeit. Ich wünsche ihr weiterhin viel Glück und Erfolg

    • marko 33 am 16.04.2018 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sulejka

      Genau

    einklappen einklappen
  • andi am 15.04.2018 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    herzliche gratulation

    bei einer umfrage mit 5 antworten 2 mal die selbe antwort zur auswahl anbieten.. toller job. an alle arbeitsosen, bewerbt euch mal bei 2omin, da braucht ihr keine qualifikationen

  • Spaniel am 15.04.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon etwas verrückt

    Ein waghalsiger Job - aber wir wollen ja waghalsige Szenen sehen...

  • Bud am 15.04.2018 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunlich

    allerdings bewundere ich Menschen die so waghalsige Dinge vollbringen !!Chapeau!