Hohe Zahl absterbender Bäume

23. Juli 2018 17:49; Akt: 23.07.2018 18:06 Print

«Buchen kommen mit der Trockenheit nicht klar»

Die grosse Trockenheit macht Laubbäumen in der Region Basel zu schaffen. Besonders Buchen sind gefährdet. Abbrechende Äste können nun zur Gefahr für Waldbesucher werden.

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Die anhaltende Trockenheit lässt zahlreiche Bäume in den Wäldern der Region Basel absterben. Die Behörden rufen zu Vorsicht bei Waldspaziergängen auf. Aufgrund von Ast- und Kronenabbrüchen wurden in Riehen bereits mehrere Rastplätze und die Finnenbahn gesperrt. Die Begehung des Waldes geschehe auf eigene Gefahr, warnt die Gemeinde auf ihrer Webseite.

«Wir haben nicht die Absicht, den ganzen Wald abzusperren und es geht auch nicht um Panikmache, sondern im Gegenteil - um den Schutz und die Sensibilisierung der Bevölkerung vor solchen Gefahren», betont Andreas Wyss, Revierförster von Riehen.

Einheimische Bäume leiden

Am deutlichsten sind die Trockenheitsschäden an Buchen und Fichten zu erkennen, wie das Amt für Wald beider Basel mitteilt. Abgestorben sind einzelne Bäume an trockenen Standorten, aber auch ganze Baumgruppen. In geringerem Ausmass seien zudem weitere Baumarten wie Bergahorn, Eiche oder Weisstanne betroffen.

Dass Bäume bei Trockenheit in dieser Grössenordnung direkt absterben sei aussergewöhnlich. «Es ist auffällig, dass viele Bäume so stark reagieren. Wir gehen davon aus, dass sich dies mit weiteren Hitzetagen noch verstärkt», so Kantonsförster Ueli Meier.

Hohe Zahl absterbender Buchen

Eine solch hohe Zahl absterbender Buchen wie in diesem Sommer ist gemäss Meier in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht festgestellt worden. Bäume würden bei Trockenheit normalerweise mit einem vorzeitigen Blattfall den Wasserbedarf reduzieren. Im Folgejahr würden sie jedoch wieder austreiben.

Abgestorben seien vor allem ältere Bäume. Die genauen Gründe dafür sind noch unklar. Diese Schäden könnten auf die grosse, wenn auch nicht aussergewöhnliche Trockenheit in diesem Sommer zurückzuführen sein. «Dazu kommen Spätfolgen der Winterstürme. Die Wasserversorgung der Bäume ist ein Problem», sagt Meier.

Es seien «Vorboten des Klimawandels», mit denen die heimischen Bäume zu kämpfen haben. «Besonders die Buche wird Schwierigkeiten haben, da sie mit der grossen Trockenheit nicht klar kommt», sagt Meier. Mehr Sommerwärme und weniger Niederschläge würden vor allem der Buche und der Fichte zu schaffen machen.

Basel ist ein Sonderfall

In den übrigen Regionen der Schweiz wurden derart gravierende Trockenheitsschäden bei Buchen wie in der Region Basel noch kaum beobachtet. Der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL sind zwar Fälle in der Gegend Walensee bekannt, in der Buchen an Waldrändern jetzt schon braune Blätter aufweisen. «Dies ist aber noch kein aktueller Trend», sagt WSL-Sprecher Reinhard Lässig.

«Basel ist im Vergleich zu anderen Regionen in der Schweiz überdurchschnittlich warm, so dass der Waldboden bei anhaltender Trockenheit schnell einmal zu wenig Wasser enthält, das für das Baumwachstum nötig ist». Zudem ist der Waldboden im betroffenen Gebiet von Riehen sandig und trocknet darum schneller aus.

Wie sich die Situation bei anhaltender Trockenheit entwickelt, kann Lässig noch nicht sagen. Das WSL wertet aber laufend Daten von 19 Intensivflächen und rund 140 Messstellen in der gesamten Schweiz aus, auf denen sie den Wassergehalt im Boden genau erfasse.

Ersatzpflanzungen werden nötig

In den Buchenbeständen sind im Herbst gemäss Amt für Wald Massnahmen notwendig. Teilweise müssten Ersatzbäume gepflanzt werden. Zurückgegriffen werde dabei auch auf Baumsorten, die wärmeliebender und trockenheitstoleranter sind. Dazu zählen etwa Elsbeere, Speierling, Nussbaum oder der schneeballblättrige Ahorn.

(sda/lb/lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Züri Horner am 23.07.2018 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Akkord Vermehrung

    Und die überbevölkerte Konsum- und Vermüller Gesellschaft, vermehrt sich unkontrolliert weiter.

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  • Plem Plem am 23.07.2018 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Geniessen und den Mund halten

    Wir wollen es so. Wir sind alle selber Schuld. Also geniessen wir, wie die Erde zu Grunde geht. Der letzte macht dann wie immer das Licht aus.

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  • Jürg Bertschinger am 23.07.2018 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mensch und Natur

    Vielleicht ist es an der Zeit, uns wiedereinmal in Erinnerung zu rufen: "Der Mensch braucht die Natur, aber die Natur kann auf den Menschen verzichten." Die Natur wird's schon richten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gute Seele am 24.07.2018 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima Veränderung

    Ich finde es schade wenn man in Kantonen mit grossen Seen das Wasser Nicht den Bauern überlässt die Acker für Lebensmittel Anpflanzung zu bewässern! Wie können wir überleben ohne Nahrung für Mensch und die Tiere. Umdenken ist hier angebracht aber dies sollte jetzt Rasch von statten gehen. Die Politik schläft und das Bundeshaus ist in den Ferien!

  • Lola am 24.07.2018 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    wir müssen weniger Menschen gebären einzige lösung .

  • Nils Jenne am 24.07.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bäume verlassen Basel

    Sogar die Bäume verlassen die Stadt Basel...

  • Joe CE am 24.07.2018 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Professionelle Hilfe

    scheinbar kommen auch vielen Leser mit dem Sommer nicht klar

    • Peter M am 24.07.2018 11:14 Report Diesen Beitrag melden

      Und viele schnallen es nicht

      Geht es so weiter wird es ein sehr sehr trockener Sommer. Logo in der Stadt Zürich merkt man das eben nicht, Beton und Teer brauchen kein Wasser. Fahr etwas aufs Land, da siehst du was so ein "toller" Sommer anrichtet: verdörrte Felder, staubtrockene "Wiesen", Bäume lassen Blättern fallen, etc.

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  • Susi1 am 24.07.2018 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Thurgau

    Hier im Thurgau habe ich das Selbe beobachtet. Die Äste brechen einfach ab oder ganze Kronen kommen herunter.