FCB-Investment in Indien

06. Februar 2019 16:44; Akt: 06.02.2019 17:59 Print

«Indien ist fussballerisch ein Entwicklungsland»

Der FC Basel kauft sich beim indischen Erstligisten Chennai City FC ein und unterstützt ihn beim Aufbau von Nachwuchsakademien. Das nütze vor allem den Indern, sagt ein Kenner des Landes.

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Der FC Basel engagiert sich im Rahmen einer Minderheitsbeteiligung von 26 Prozent beim indischen Verein Chennai City FC. Die strategische Partnerschaft im Land mit der zweitgrössten Bevölkerung der Welt fokussiere sich auf die gemeinsame Ausbildung von Talenten, die enge Zusammenarbeit im Bereich Scouting sowie den Auf- und Ausbau von Nachwuchs-Akademien in Südindien, teilte der FCB mit.

«Ich freue mich, dass der FC Basel der erste europäische Verein ist, der sich an einem indischen Klub beteiligen darf», so FCB-Präsident Bernhard Burgener. «Im Vordergrund steht für uns die Unterstützung im Nachwuchsbereich. Zudem sehen wir generell grosses Entwicklungspotenzial im indischen Fussball.»

«Entwicklungshilfe bitter nötig»

Das würde Bruno Ziauddin sofort unterschreiben. Der Journalist hat für das Sportmagazin «N°1» Indien bereist und eine grosse Bestandesaufnahme des Sports im Land verfasst. Der Zürcher hat selbst indische Wurzeln und ist seit 1975 eingefleischter FCB-Fan. «Es passiert viel im indischen Sport, aber was die Infrastruktur anbelangt ist es ein absolutes Entwicklungsland», sagt er. Das gelte auch für die Profi-Fussballclubs.

Über das Engagement des FC Basel in Indien wundert er sich. «Entwicklungshilfe ist bitter nötig dort, für den Chennai City FC ist das sicher eine super Sache.» Ob es sich auch für die Basler auszahlen wird, sei aber fraglich. In Indien gebe es kein funktionierendes Scouting – wie man da Talente finden soll, ist ihm schleierhaft. Sein Fazit: «Ich habe grösste Zweifel, dass in absehbarer Zeit ein Inder in der Schweizer Super League spielen wird.»

Zudem habe sich der FC Basel nicht wirklich mit einem Spitzenverein zusammengetan. Der Top-Club der Stadt ist laut Ziauddin der Chennaiyin FC, der in den Indian Super League spielt. Die I-League, in der Chennai City spielt, sei im Vergleich eher zweitklassig.

Neues Ämtli für Ceccaroni

Oberster Entwicklungshelfer seitens des FC Basel soll Nachwuchs-Chef Massimo Ceccaroni werden. Er werde eine tragende Rolle beim Aufbau der geplanten CCFC-Nachwuchsakademie spielen. Die Basler Abwehr-Legende solle seine jahrelange Erfahrung und Kompetenz in diesem Bereich einbringen, heisst es in einem Communiqué des Clubs vom Mittwoch.

Die Beteiligung erfolgt auf Ebene der FC Basel Holding AG. In einem Communiqué der Basler ist von «einem überschaubaren finanziellen Engagement, das perspektivisch interessante Chancen bietet» die Rede. Ausserdem profitiert der FCB an künftigen Erlösen des indischen Topklubs.

«Wirklich Bollywood, dieser FC Basel»

Auch beim Anhang des FC Basel wird das Engagement in Indien mit gemischten Gefühlen aufgenomnen. Auf Twitter hagelte es bereits spitze Kommentare.


Andere sehen bereits einen fruchtbaren Boden für interkontinentalen Austausch.


(lha/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ephraim Lercher am 06.02.2019 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jöö, so guet

    Der Tweet von Simon Häring: Wie ein kleines Kind freut er sich, jemanden mit so einem Namen anzukündigen. Wie einer, der eine ungewöhnliche Raupe im Garten gefunden hat und sie jetzt voller stolz allen herumreicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ephraim Lercher am 06.02.2019 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jöö, so guet

    Der Tweet von Simon Häring: Wie ein kleines Kind freut er sich, jemanden mit so einem Namen anzukündigen. Wie einer, der eine ungewöhnliche Raupe im Garten gefunden hat und sie jetzt voller stolz allen herumreicht.