Gsünder Basel

07. Juli 2014 05:37; Akt: 07.07.2014 05:37 Print

Wegen Sparzwang: Sportkurse gestrichen

von Mirjam Rodehacke - Dank der Nonprofit-Organisation Gsünder Basel hat sich die Volksgesundheit verbessert. Trotz grosser Nachfrage müssen aber Kurse gestrichen werden – aus Spargründen.

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Die kostenlosen Kurse von Gsünder Basel findet meistens in öffentlichen Parks, wie hier auf der Schützenmatte, statt. (Bild: zvg.)

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Obwohl das Angebot gut besucht ist und die Trainer sehr beliebt sind, mussten dieses Jahr bereits zwei Kurse von Gsünder Basel wegen fehlenden Geldern abgesagt werden. «Seit der Kanton Baselland aufgrund des Entlastungspakets Ende 2011 die Unterstützung von jährlich 76'000 Franken eingestellt hat, müssen wir sparen. Dabei ist dieser Betrag verschwindend gering, wenn man ihn mit den gesamten Ausgaben im Gesundheitswesen vergleicht», so Thomas Pfluger, Geschäftsleiter von Gsünder Basel. Gerade bei der Gesundheitsvorsorge sollte laut Pfluger keinesfalls gespart werden.

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Die zwei gestrichenen Kurse stammen aus dem kostenlosen Angebot von Aktiv im Sommer. Die Besucherzahl stieg dort stetig – für das Jahr 2013 etwa wurde ein Besucherzuwachs von 15 Prozent auf 877 Teilnehmer verzeichnet. Aktuell werden noch bis Ende August 12 verschiedene Kurse angeboten. Sieben davon finden in Basel-Stadt statt, die übrigen in Baselland. Von klassischer Gymnastik bis zum modernen Zumba ist für Jung und Alt alles dabei.

Schrittweise Sparen

Wegen dem fehlenden Geld müsse Gsünder Basel nun schrittweise Sparmassnahmen vornehmen, wobei vor allem die Bewegungs-Kursangebote betroffen seien. Deshalb verhandelt Pfluger jedes Jahr mit einzelnen Gemeinden wie Pratteln und Allschwil, um sie als Partner zu gewinnen und die Kurse dort weiterführen zu können. «Zurzeit sind wir auch in Verhandlungen mit dem Kanton Basel Stadt. Bis jetzt erhalten wir 120'000 Franken pro Jahr. Wenn wir Glück haben, wird es nächstes Jahr mehr.»

Pfluger ist auch im Dialog mit Stiftungen und möglichen privaten Sponsoren. Zwar schätzt er diesen intensiven Austausch, doch wäre es ihm lieber, wenn er die Zeit in die praktische Arbeit investieren könnte: «Davon hätte die Bevölkerung einen direkten Nutzen.»

Herz-Kreislauf-Krankheiten vorbeugen

«Der Verein wurde vor 23 Jahren gegründet, weil Herz-Kreislauf-Krankheiten in der Region Basel besonders oft vorkamen», erklärt Pfluger. Diese zu verhindern sei besonders wichtig, da sie für einen Grossteil der Todesfälle verantwortlich sind. Das Hautpziel des Vereins sei es, das Wohlergehen der Bevölkerung in der Region Basel zu verbessern. Gsünder Basel erreiche dies mit Angeboten in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Entspannung.

Dass die Tätigkeit von Gsünder Basel gewisse Erfolge erzielt, zeigt unter anderem der Gesundheitsbericht von 2014. Dort gaben gut 73 Prozent der Basler an, körperlich aktiv zu sein – 15 Prozent mehr als in der letzten Befragung 2002. «Dass sich das Bewegungsverhalten in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, ist womöglich auch auf die Aktivitäten von Gsünder Basel zurückzuführen», so Pfluger.